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men. Haben sie Grund dazu, oder reagieren sie nur überängstlich?

----------~--------------------~

STUMME

Discogänger im Abseits. Sieht so Jugendkommunikation aus?

chen und jungen zucken hier

nur allein vor sich hin . Die Rol–

le des Partners übernimmt die

Spiegelwand .

Urteil

der

jugendschützer: "Erstrebter Zu–

stand ist die körperliche Er-

.höpfung, gepaart mit der

--~

istigen Erschlaffung". Sieht so

Kommunikation aus?

Letztlich bleibt in der Disko–

thek jeder mit sich allein, tiefe–

re menschliche .Kontakte, vor

allem auch mit anderen Alters–

gruppen, können sich nicht

entwickeln . Statt wirklicher Be–

gegnung findet nur eine Karika–

tur von Kommunikation statt.

Das Rhythmus-Nirwana al-·

Iein macht noch keine Disko–

thek anziehend . Geschätzt sind

sie fast noch mehr als Börsen-

- platz für erotische Beziehun–

gen. Allerdings: Gefragt ist

nicht die Liebe fürs Leben, son–

dern nur das Abenteuer für eine

Nacht.

Die sexuellen Hintergedan–

ken, ohne die kaum jemand in

die Diskothek geht, beschreibt

in der genannten 'Broschüre ein

17jähriges Mädchen: "ln die

Disco geht man, weil man

schon im voraus weiß, daß da

irgendetwas läuft .. ." .

Die Dunkelheit in den Sitzni–

schen, aufpeitschende Musik,

Lichtreize und nicht zuletzt der

Alkohol erleichtern das Trei–

ben . Wer bringt hier schon die

Kraft auf, Widerstand zu lei–

sten? Wer will es überhaupt?

Schließlich darf man ja bei der

Clique sein Gesicht nicht ver–

lieren . Mit sicherem Gespür

nützen Männer diese Situation

aus und angeln sich die leichte

Beute.

Selbstverständlich gibt es

auch Discomädchen, die sich

anbieten . " Deutliche Nähe zur

Prostitution", so lautet daher

ein weiterer schlimmer Befund

aus der genannten Untersu–

chung.

Neben der Verheißung sexu–

eller Abenteuer und ekstati–

scher Tanzerei finden junge

Leute die Diskotheken auch

deshalb anziehend, weil dort

die soziale Kontrolle fehlt. Au–

toritätspersonen wie Eitern,

Lehrer und Lehrherren sind

meilenweit entfernt. Darum

kann sich in der Disco jeder ge–

henlassen.

Die Dunkelheit der Szene

deckt alles zu, und das ist wohl

auch ihr eigentlicher Sinn . Wie

eine Vermummung schützt sie

vor dem Erkanntwerden. Sie

stellt eine sorgfältig geplante

Anonymität her, die es den ju–

gendlichen Gästen leichter

macht, ihre natürlichen Hem–

mungen über Bord zu werfen .

Viele Eitern fragen sich : War–

um macht man Discos nicht

einfach dicht? Aber so einfach

ist das nicht. Sind sie einmal

genehmigt von den Behörden,

dann müssen Verstöße gegen

Gesetze und Verordnungen

nachgewiesen werden, um die

Betriebserlaubnis entziehen zu

~

1

können.

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Aber muß es denn erst so

'

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_ .;.

weit kommen? Mancherorts

BAHN

I

könnte man den Problemen

~~(HE

auch anders begegnen . Disko-

A

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theken sind nämlich keine

lieh f!ier lind

Schank- und Speisegaststätten,

Getrankegeh

~~rte

sondern " Vergnügungsstätten".

S-Z_llr Disco-Sz,oren

Diese aber sind laut Baunut-

te helfen mit.

en~.

zungsverordnung nicht überall

HemmschW, dte

zulässig.

herabzllset el/e

ln Dörfern, Wohngebieten

"Zen.

und mitten auf der grünen Wie-

se dürfte es sie z. B. gar nicht

geben . Wissen das die um

ihren Schlaf gebrachten Anlie-

ger? Wissen das die vielen EI-

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