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Eltern sind beunruhigt, wenn ihre Kinder in das Disco-Alter

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man.

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Fortsetzung von Seite 13

Wenn Eitern also beunruhigt

sind, wissen sie schon warum.

Aus gutem Grund versuchen sie

den Nachwuchs vom Discobe–

such abzuhalten. Mit Recht

sind sie der Meinung, daß das

Glück ihrer Kinder auch ab–

hängt von ein paar Nein, die

ihnen zwischen 13 und 17 ge–

boten werden. Das führt in den

Familien zu heftigen 'Debatten.

Dem Krach in der Disco geht

oft der Krach zu Hause vorher.

Aber auch an anderer Stelle

gibt es Ärger. Da sind z. B. die

Belästigungen und die gestörte

Nachtruhe der Anlieger. Weni–

ger der Lautsprecher-Lärm aus

den Diskotheken raubt ihnen

den Nerv als vielmehr der Ra–

dau im Vorfeld, auf den Park–

plätzen · rundherum. Bis weit

nach Mitternacht knallen dort

die Autotüren, heulen die Mo–

toren, quietschen die Reifen

beim Kavalierstart. Dazu kom–

men Geschrei und Lachen der

angeheiterten Gäste.

Landratsämter und Gemein–

den können von diesen Proble–

men ein Lied singen. Mit Buß–

geldbescheiden und Änderung

der nächtlichen Sperrstundever–

suchen sie, dem Übel gegenzu–

steuern. Noch größer sind frei–

lichdieSorgen indenÄmtern,die

sichmitdemJugendschutzbefas–

sen müssen. Kaum eine Kontrol–

le, bei der nicht Minderjährige,

oftdie reinsten Kinder, in Disko–

theken zu verbotener Stunde

aufgegriffen werden.

Auch der Ausschank von Al–

kohol an Jugendliche führt im–

mer wieder zu Bußgeldverfah–

ren gegen Discobesitzer. Fast

kein bayerischer Landkreis, kei-

14

IM ZENTRUM

des Infernos laden Lichtblitze und Lärm die Atmosphäre auf.

ne kreisfreie Stadt, wo man sol–

che Erfahrungen noch nicht ge–

macht hätte (vgl. Tabelle S. 16).

Und noch ein Ergebnis der Ge–

spräche, die S & W mit den Ju–

gendämtern führte: Viele von

ihnen vermuten einen direkten

Zusammenhang zwischen Dis–

kothek und Drogenszene.

Eitern täten gut daran, nicht

auf die billige Beschwichti–

gungsformel zu hören, der Auf–

enthalt in der Diskothek sei das

gleiche wie der Besuch einer

normalen Gaststätte. Schon

1979 belehrte das Bundesver–

fassungsgericht eine Diskothe–

kenbesitzerin darüber: Der Un–

terschied in puncto Jugendge–

fäh rdung ist erheblich .

Willkommenes Licht in die

Discoszene bringt neuerdings

auch eine Untersuchung, die

von der Aktion Jugendschutz

Baden-Württemberg herausge–

geben wurde.* Unter dem Titel

"Jugend in Trance?<< können EI-

*H. Neißer, W. Mezger, G. Verdin:

Jugend in Trance? Diskotheken in

Deutschland, Heidelberg 1979

tern und Erzieher dort manches

bestätigt finden, was sie bisher

nur befürchteten oder ahnten.

Vor allem die These, Disko–

theken seien ein Ort der Ju–

gend-Kommunikation, erweist

sich als unhaltbar. Zunächst

verhindert schon die überlaute

Musik im Lokal weitgehend

jede sinnvolle Unterhaltung.

Zum Umschlagplatz für Ge–

spräche taugt bestenfalls der

Vorraum der Toilette.

Auch auf der Tanzfläche

wird nicht gesprochen . Mäd-