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AUFGEPEITSCHT

heißen Südamerika-Rhythmen

r

ogt, brodelt, stampft und

' uckt die junge Masse. Schall–

gewitter, oft von der Lautstärke

eines Düsenflugzeugs, donnern

über die Köpfe hinweg, treiben

die Tanzenden in Trance.

Ununterbrochen legt der

Discjockey neue Scheiben auf.

Er ist der wichtigste Mann der

Szene. Vom Mischpult aus, sei–

ner Kommandobrücke, steuert

er das Licht- und Lärminferno.

Er hat die Masse fest im Griff

und treibt sie zu immer neuen

Rhythmusekstasen .

Neben der Tanzfläche ist die

Bar der zweitwichtigste Anzie–

hungspunkt An der langen

Theke herrscht Betrieb wie im

Western-Saloon. Wer etwas auf

sich hält, greift hier zu Brandy

und Bier. Alkohol ist meist billi–

ger als Cola oder Orangensaft

Wer nicht in Aktion ist, wer

weder tanzt noch trinkt, der

sitzt stumm im Abseits auf meist

kargen Polsterbänken, starrt aus

von Beat und hartem Rock fallen die Tänzer fast in Trance.

den Nischen gelangweilt auf

die Ekstase der Aktiven.

Eitern sind in Sorge, wenn

ihre Kinder in das Disco-Alter

kommen. Nur vom Hörensagen

kennt die ältere Generation die

neumodischen Vergnügungs–

tempel. Was sie in der Zeitung

darüber liest, klingt nicht sehr

beruhigend.

Da ist von Rauschgift die Re–

de, von Rocker-Banden, von

Hehlern und Dieben . Manche

Pistole soll dort den Besitzer

wechseln. Auch von barbusi–

gen Go-Go-Girls und Strip–

tease-Tänzerinnen hört man .

Das ungute Gefühl steigert

sich, wenn die Kinder allein mit

dem Auto oder Motorrad unter–

wegs sind und erst lange nach

Mitternacht heimkommen. Wer

von dem jungen Volk selbst

keinen fahrbaren Untersatz hat,

fährt perAnhalteroder läßt sich

von Freunden mitnehmen.

Das ist eine populäre Art,

nachts zur Disco und im Mor-

DISKOTHEKEN

IN BAYERN

Regierungsbezirk

Disko-

theken ·

Oberbayern

244

Niederbayern

86

Oberfranken

102

Mittelfranken

92

Unterfranken

83

Oberpfalz

116

Schwaben

140

Nicht nur in den Städten ,

sondern längst auch auf

dem flachen Land ziehen

diese Vergnügungstempel

die Jugend magisch an.

Al–

lein in Bayern gibt es davon

rund 900.

gengrauen wieder heimzukom–

men . Für Mädchen bleibt das

ein riskantes Spiel, aus dem

nicht selten ernst wird . Auf dem

Beifahrersitz merken sie erst,

wenn es zu spät ist, daß der Ka–

valier vom geraden Weg ab–

biegt.

Auch die Heimkehr mit der

Clique ist nicht gefahrlos. Oft

genug sind alle angeheitert.

Aber nicht nur der Alkohol,

sondern auch das stundenlange

Licht- und Lärminferno in der

Disco wirkt berauschend, setzt

die Hemmschwelle herab. Mit

dem Auto oder auf dem Motor–

rad will man dann imponieren.

Die riskanten Überholmanö–

ver und Verfolgungsfahrten, die

sich daraus auf nächtlichen

Landstraßen entwickeln, enden

leider nicht nur mit Blechschä–

den . Zur traurigen Bilanz gehö–

ren auch Querschnittslähmun–

gen, Schädelbrüche und Todes–

fälle blutjunger Menschen.

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