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Mischpult aus steuert ein Discjockey das Licht- und Lärminferno

S

ie heißen Eldorado, Arca-

dia, Dreamlight oder

Oriental: Namen, die

nach Paradies, Abenteuer

und Romantik schmecken. An–

dere locken mit Reizwörtern

wie Love, Bienenwabe oder

Golden Girl.

Die Jugend zwischen 14 und

24 hört diesen Ruf. Nacht für

Nacht folgen Hunderttausende

der Verheißung: vom blutjun–

gen Teenager bis zum angereif–

ten Twen. Deutschlands Disko–

theken sind der große Magnet,

der Freizeitfavorit einer ganzen

Generation.

Sie schießen wie Pilze aus

dem Boden, wachsen wie Lö–

wenzahn. Rund zehntausend

etablierten sich schon in der

Bundesrepublik. Nicht nur La–

gerhallen und stillgelegte Kinos

werden dafür umgebaut. Immer

häufiger trifft man sie auch mit–

ten auf der grünen Wiese, in

einem alten Stadel oder Stall.

Egal wo sie auch stehen: Mit

nachtwandlerischer Sicherheit

findet die junge Kundschaft de

Weg dorthin, und sei er noc

so weit. Mofas, Mopeds, Mo–

torräder und Autos in der Hand

der Heranwachsenden machen

es möglich. Die Jugendmoto–

risierung erschließt auch noch

den letzten Winkel.

Was bieten die Discos zwi–

schen Flensburg und Freilas–

sing? Überall die gleiche dämo–

nische Szene, eine Tortur für

Trommelfell und Netzhaut.

Wer eintritt, den umfängt zu–

nächst schummrige Dunkel–

heit.

Rauchgeschwängerte,

stickige Luft und Höllenlärm

schlagen ihm entgegen.

Das Auge braucht Zeit, bis es

Konturen erkennt. Immer wie–

der wird es geblendet von auf–

zuckenden SpotIights oder La–

serstrahlen. Pausen los strömen

die Licht- und Lärmreize.

Im Zentrum des Infernos liegt

die Tanzfläche. Aufgepeitscht

von hartem Beat, Rock oder