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Begabung und Interessen der Kinder sind verschieden. Deshalb bietet

die Hauptschule einen breitgefächerten Kurs- und Gruppenunterricht.

Fortsetzung von Seite 4

es möglich, die Kinder gleichen Al–

ters in parallelen Jahrgangsklassen zu

unterrichten. Das ist die wichtigste

Voraussetzung für ein individuelles

Lernangebot nach Neigung und Fä–

higkeiten, für Unterricht in Wahlfä–

ch~ rn ,

Kursen, Leistungs- und Inter–

essengruppen .

2.

Die Einführung des neunten

Schuljahres brachte den Hauptschü–

lern um 25 Prozent mehr Unterricht.

Gegenüber früher treten sie jetzt mit

einem wesentlich höheren Kenntnis–

und Bildungsstand ins Berufsleben .

3.

Ein wichtiger weiterer Baustein

im neuen Gebäude ist die moderne

Fremdsprache Englisch. Sie ist Pflicht–

fach von der 5. bis zur 9. Klasse. Wer

sich in einer Fremdsprache weiter–

helfen kann, hat mehr Chancen in

unserer weltoffenen Wirtschaft und

auf dem internationalen Arbeits–

markt.

4.

Seit 1970 vergibt die Haupt–

schule ihr eigenes Diplom, den qua–

lifizierenden Abschluß. Mit dieser

Prüfung stellen die besonders lei–

stungswilligen und leistungsfähigen

Schüler ihr Können unter Beweis.

Das Gütesiegel "Qu.A. " erleichtert

nicht nur die Suche nach einem

Ausbildungsplatz in der Wirtschaft.

Es ist gleichzeitig das Sprungbrett

zum übertritt an die Realschule, die

Wirtschaftsschule, Berufsaufbau- und

Berufsfachschule. Wer eine von ih–

nen erfolgreich durchläuft, hat die

" Mittlere Reife" oder die " Fach–

schulreife" in der Tasche. Mehr als

6000 bayerische Hauptschüler schaf–

fen diesen Weg Jahr für Jahr. Die

besten setzen ihn über Fachober–

schule und Berufsoberschule sogar

bis zum Hochschulstudium fort. Wer

kann da guten Gewissens unsere

Hauptschule als Bildungs-Sackgasse

bezeichnen?

Wie Realschule und Gymnasium,

bietet auch die Hauptschule dem

Tüchtigen alle Aufstiegschancen. Da–

bei ist sie in besonderer Weise zu–

geschnitten auf die praktisch begab–

ten jungen Leute. Wem also Theorie

und abstraktes Denken weniger lie–

gen, wem der Umgang mit Material

und Maschinen, Werkstoffen und

Werkzeug mehr Freude macht, hat

in der Hauptschule Gelegenheit, sei-

9. KLASSE

Der Unterricht in

Kursen und Grup–

pen wächst an der

Hauptschule von

Jahrgangsstufe zu

Jahrgangsstufe. Im

fünften Schuljahr

macht diese "Dif–

ferenzierung" gut

ein Viertel der

angebotenen Stun–

den aus, Im neunten

Schuljahr sogar

zwei Drittel. Die

Kurse und Gruppen

sind im SchniH nur

mit 19 Schülern be–

setzt. Vollzählig

Ist die durchschniH–

IIche Hauptschul–

klasse in Bayern

nur in knapp 60 Pro–

zent aller Unter–

richtsstunden.

Schüler in kleinen

Lerngruppen

-

dieses Grund–

prinzip der Haupt–

schule führt auch

das Stundenplan–

Beispiel auf der

nächsten Seite vor

Augen.

ne Talente zu entfalten . Für ihn gibt

es keine bessere Schule. Keine an–

dere ist so gut auf seine Begabung

abgestimmt. Denn die Orientierung

auf die moderne Berufs- und Arbeits–

welt ist das oberste Prinzip der

Hauptschule. Schon der erste Blick

auf das Fächerangebot und die Lehr–

pläne zeigt diese Zielsetzung sehr

deutlich :

Da gibt es zunächst ein eigenes

Fach, das man an anderen Schulen

vergeblich sucht, die · Arbeitslehre.

Hier sammeln die Schüler Kenntnisse

und Einsichten in Themenkreise wie:

- Warenherstellung und Verbrauch

- Güterverteilung und Dienstleistun-

gen

- Arbeitsrecht und Unfallschutz

- Handel und Verkehr

- Angebot und Nachfrage

- Einzelanfertigung und Massenpro-

duktion

- Kosten und Preis

Ausgehend von den menschlichen

Grundbedürfnissen werden Begriffe

und Zusammenhänge erläutert wie

Arbeitsteilung, Werbung, Kaufkraft,

freier Markt, Rationalisierung, Roh–

stoffgewinnung, Fließbandarbeit usw.

Aber Arbeitslehre informiert nicht

nur über die Arbeitswelt, sondern

hilft den Schülern auch bei der Berufs–

wahl. Dieses Lehrfach stellt nämlich

mit konkreten Beispielen aus allen

Wirtschaftsbereichen den Arbeitsein–

satz in Handwerk, Industrie und'

Dienstleistungsgewerbe vor.

Wie aber informiert der Lehrer im

Unterricht über die Berufspraxis?

Bleibt seine Arbeit nicht Stückwerk,

solange die Schüler nur aus Büchern

und Heften lernen, am grünen Tisc!l

über die Arbeitswelt nur reden?

in diesem Punkt zeigt sich eine

Besonderheit der Hauptschule. Ihr

Unterricht bleibt nicht in der Theo–

rie stecken. Anschaulichkeit ist einer

ihrer wichtigsten Grundsätze. Die

Hauptschule sucht den direkten Kon–

takt mit der Wirtschaft. Zu diesem

Zweck wurde ein eigenes pädagogi–

sches Instrument geschaffen. Es heißt

"Betriebserkundung" .

Das ist kein lustiger Wandertag,

sondern ernsthafte Arbeit Gründlich

vorbereitet steht die Klasse mit ih–

rem Lehrer um 8.00 Uhr am Werk–

tor. Nach einer genau festgelegten

Strategie, bewaffnet mit Notizbuch,

Tonband und Kamera, ziehen die

Schüler in kleinen Gruppen zu den

innerbetrieblichen

Schwerpunkten

und Schaltstellen . Anhand wohl–

überlegter Fragen und Arbeitsaufträ–

ge sammeln sie Informationen. Sie

beobachten, protokollieren, fotogra–

fieren, studieren den Betriebsablauf.

Sie sprechen mit Arbeitern, Meistern

und Managern. Geführt von den Aus-

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