Table of Contents Table of Contents
Previous Page  6 / 32 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 6 / 32 Next Page
Page Background

Durchdie

Werkstatt

in den

Hörsaal

Berufsausbildung, dann 1 Jahr

Vollzeitunterricht Damit ste–

hen schon einmal die Wege

zur gehobenen Beamtenlauf–

bahn oder zu Fachakademien

offen. Wer weitermachen will,

braucht

jetzt

2. die

Hochschulreife.

über

die Fachoberschule (FOS) und

die Berufsoberschule (BOSJ

schafft er sie in 2 Jahren.

Dann kann er die seiner be–

ruflichen Vorbildung entspre–

chenden Fachrichtungen stu–

dieren. Wer aber den Weg

zur Hochschulreife über ein

Kolleg wählt, geht zwar ein

halbes Jahr länger zur Schule.

Dafür erwirbt er aber hier die

a((gemeine

Hochschulreife,

die zum Studium sämtlicher

akademischen Fachrichtungen

berechtigt.

durchlaufen. Er hat eine gro–

ße Auswahl.

Zwei Stationen sind es, die

der tüchtige Volksschüler, der

Lehrling, das Mädchen mit

abgebrochener Gymnasialbil–

dung ansteuern müssen, wenn

sie auf neuen Pfaden Diplom–

ingenieure, Physiker, Lehrer

oder Chemiker usw. werden

wollen :

Vier von vielen möglichen

Wegen zum Studium über be–

rufliche Schulen sehen Sie auf

nebenstehendem Schaubild.

1. die

Fachschufreife

("Mitt–

lere Reife"). Diese erlangt

man in der Berufsaufbauschule

(BAS) : im Normalfall 2 Jahre

Abendunterricht neben der

Damit öffnen sich für Tüch–

tige Möglichkeiten wie nie zu-

6

Ist das IhrZiel:

Berufsschullehrer

,

B

ayern braucht in den nächsten Jahren

6000 neue Studienräte zum weiteren

Ausbau seiner beruflichen Schulen.

Ausbildung: acht Semester an der Hoch–

schule; davor oder daneben: einjähriges

Berufspraktikum. Anschließend erste

Lehramtsprüfung. Dann zwei Jahre Re–

ferendarzeit.Referendare erhalten985DM

Unterhaltszuschuß. Unterrichten sie 16

bis 20 Wochenstunden, werden 1348DM

bezahlt. DasAnfangsgehalt eines ledigen

Studienrats: 2024 DM. Ein 40jähriger

Oberstudienrat, verheiratet, mit zwei Kin–

dern, verdient 3063 DM.

Gewerbliche Fachlehrer stehen im ge–

hobenen Dienst. Sie brauchen stets "Mitt–

lere Reife", die Meisterprüfung oder die

staatliche Technikerprüfung und eine

mehrjährige Berufspraxis. Während der

anschließenden einjährigen pädagogi–

schen Ausbildung (Vorbereitungsdienst)

wird Unterhaltszuschuß bezahlt. Ein

Fachlehrer, 30 Jahre, verheiratet, ein Kind,

verdient 1800 Mark.

vor. Sie haben zwei Trümpfe

in der Hand: die abgeschlos–

sene Berufsausbildung

und

die Berechtigung zum Stu–

dium. Wer unterwegs zu den

Toren der Hochschule oder

als Student die Geduld ver–

liert, steht keineswegs vor

dem Nichts. Er kann in seinen

erlernten Beruf zurückkehren

und dort weitermachen.

1 Milliarde für

berufliche Schulen

Und noch etwas: Als Lehr–

ling bereits, vom 15. Lebens–

jahr an, hat er eigenes Geld

verdient. Lernt er weiter, auf

der Berufsoberschule zum

Beispiel oder einem Kolleg,

bekommt er vom Staat eine

Art Gehalt ("Ausbildungsför–

derung" ) - meist zwischen

300-400 Mark im Monat.

Für wie viele Leute das

wichtig ist, zeigen die folgen–

den Zahlen. Von Bayerns ins–

gesamt 356000 Schülern über

15 Jahre besuchen Gymnasien

und Realschulen nur 89 000

Schüler. Der Rest, nämlich

267 000, lernt an den beruf–

lichen Schulen.

Bayern schuf als erstes Land

der Bundesrepublik 1972 sein

Reformgesetz für das beruf–

liche Schulwesen. Seitdem ist

das Schattendasein, das dieser

Bildungszweig generationen–

lang führte, beendet. Er ist tat–

sächlich durchlässig gemacht

worden "von der Werkstatt

bis zum Hörsaal" und steht

jetzt

gleichwertig neben dem

Gymnasium.

Das neue Gesetz gibt auch

den entscheidenden Anst

dazu, daß die beruflich •.

Schulen verstärkt ausgebaut

und - wo notwendig - neu

gegründet werden. Über

1 Milliarde Mark werden da–

für in den nächsten Jahren

nötig sein.

ln Bayern rechnet man bis

1976 mit einem zusätzlichen

Bedarf von 6000 Berufsschul-

Anderneuen

Berufsschule in

Garmisch–

Partenkirchen:

Lehrlinge imKfz–

und im Friseur–

Saal. Auch das

neue Berufs–

schul-Gesetz

hält an der

Zweiteilung der

Aufgaben fest:

praktische Aus–

bildung haupt–

sächlich im

Betrieb, die

theoretische

überwiegend

an der

Berufsschule