Table of Contents Table of Contents
Previous Page  12 / 32 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 12 / 32 Next Page
Page Background

Thema

.

Hochschul–

gesetz

ind~eReform

sem Personenkreis abhängt,

ist unbestreitbar. Daher kann

es keine völlige Gleichheit der

Mitbestimmungsrechte zwi–

schen Professoren und Stu–

denten geben. Der Regie–

rungsentwurf gibt folgerichtig

den am höchsten Qualifizier–

ten, den Professoren, die

Mehrheit in Senat und Ver–

sammlung.

Ungleiche Kenntnisse be–

dingen überall in der Welt

ungleiche Verantwortung. Es

ist nur natürlich, wenn das

Stimmengewicht der Lehren–

den das der Lernenden über–

wiegt.

Alle Macht

den Professoren?

Hochschulentscheidungen

sind Langzeitentscheidungen.

Professoren sind auf Dauer an

einer Hochschule, die Studen–

ten gehören ihr nur vorüber–

gehend an. Auch darum soll

der Schwerpunkt der Verant–

wortung für das Schicksal un–

serer Hochschulen bei den

Professoren liegen. Sie allein

müssen auch später für ihre

Entscheidungen nach Dienst–

recht . und Arbeitsvertrag ge–

radestehen. Studenten setzen

sich ab, wenn es ihnen an–

derswo besser gefällt. Also

"Alle Macht den Professo–

ren"? Nein! Die Macht wird

aufgeteilt. Abgesehen von

Professoren und Studenten

Zusammenstöße mit

der Polizei,

Aggression und

wilde Schlägereien:

dasneue

Ordnungsrecht an

den Universitäten

zieht die Störer

zur Verantwortung

Jiegt sie auch in den Händen

von Assistenten, Angestellten

und Arbeitern im Hochschul–

bereich - je nach dem Maß

ihrer Sachkompetenz. Neben

den Professoren soll so künf–

tig eine starke mitbestimmen–

de Gruppe aus Nichtprofesso–

ren stehen.

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

:

Milliarden

1972 1,4 Milliarden Mark

:

1973 1,7 Milliarden Mark

5

für die

1974 1,9 Milliarden Mark

5

:.

Hochschulen

1975 2,5 Milliarden Mark (Schätzung)

:.

1980 4 Milliarden Mark (Schätzung)

:

Jahreskosten pro Student 1971: 12437 Murk (mit :

;

Investitionen). Diese Kosten erhöhen sich laufend. ;

;

Das wendet Bayern

Sie sind auch je nach Fachrichtung sehr verschie- ;

;

für seine

den. 1973 dürfte der Studienplatz eines Juristen ;

;

wissenschaftlichen

mit 9000 Mark, der eines Physikers mit ca. 40 000 ;

Hochschulen auf:

Mark anzusetzen sein.

••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••

12

Was es freilich in Zukunft

nicht mehr geben wird : unbe–

grenzte Geduld mit Randalie–

rern und Zerstörern. Politi–

sche Meinungsfreiheit - ja!

Polit-Terror und Chaos- nein!

Wenn Angestellte, Arbeiter

oder Beamte den Betrieb und

die Ordnung der Hochschule

stören, bekommen sie es mit

dem Disziplinarrecht zu tun.

Studenten dagegen konnten

bis jetzt Vorlesungen spren–

gen, Türen einschlagen, Rek–

torate verwüsten, Wände be–

schmieren, randalieren - die

Hochschulen hatten keine ei–

gene Handhabe gegen sie.

Ein neues Ordnungsrecht

soll hier Wandel schaffen. Zur

Verantwortung gezogen wird,

wer Vorlesungen, Forschung

und Verwaltung stört. Der

Katalog der Ordnungsmaß–

nahmen reicht vom schriftli–

chen Verweis über die teil–

weise Aussperrung bis zum

Ausschluß vom Studium all

Bayerns Hochschulen - für

längstens zwei Jahre. Betrof–

fene können gegen diese Ent–

scheidungen beim Verwal–

tungsgericht klagen.

Wer dies eine "studenten–

feindliche" Regelung nennt,

dem ist nicht zu helfen. Noch

dazu: Die schuldhaften Ver–

stöße gegen den Hochschul–

betrieb behandelt ein Ord–

nungsausschuß, dem auch

Studenten angehören.

Für die große

Studenten-Mehrheit

Das Ordnungsrecht richtet

sich allein gegen die, die aus

Stätten der Forschung, der

Lehre und des Studiums Stät–

ten des Radaus und hand–

greiflicher politischer Ausein–

andersetzung machen wollen.

Es dient dem Interesse der

riesigen Mehrheit ordentli–

cher Studenten, unserer Ge–

sellschaft, jedem Steuer zah–

lenden Bürger.

Die Hochschulen sind eine

der teuersten und empfind–

lichsten Einrichtungen unseres

Staates. Ob sie arbeitstüchtig

bleiben oder Krawallbuden

werden, kann keinem Bürger

gleichgültig sein. Das neue

bayerische Hochschulgesetz

verdient jedeUnterstützung.e