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Ein Hauptpunkt des Ge–

setzentwurfes der Staatsregie–

rung ist zunächst die Studien–

und Prüfungsreform. Seit 1958

hat sich die Zahl der Studen–

ten in Bayern auf 91 000 ver–

doppelt. Schätzungen spre–

chen von einer weiteren Ver–

doppelung in etwa 10 Jahren.

Schon heute reichen die Stu–

dienplätze in den (wenigen)

Engpaßfächern trotz gewalti–

ger finanzieller Anstrengun–

gen des bayerischen Staates

(Kasten S. 12) nicht für alle Be-

werber aus. Das neue Gesetz

möchte das ändern. Es sieht

das Studienjahr vor, das die

lange unterrichtsfreie Zeit

zwischen den bisherigen "Se–

mestern" besser nützt. Das

heißt: bessere Auslastung der

Hochschuleinrichtungen, in–

tensiveres Studium.

Das neue Hochschulgesetz

reformiert noch mehr: Detail–

lierte Studienpläne werden

helfen, die Studienzeit abzu–

kürzen, die Ausbildungsgänge

zu straffen. Eine ständige Stu-

dentenberatung wird Leerlauf

und Irrwege verhindern.

Das alles bedeutet: ln Zu–

kunft können mehr Studenten

aufgenommen werden. Es be–

deutet nicht: "Gängelung".

Denn die Freiheit der Studen–

ten, selbst Studienschwer–

punkte zu setzen, wird nicht

angetastet.

Aber bei aller akademi–

schen Freiheit: Damit

alle

Be–

werber studieren können,

müssen künftig viele Studen–

ten ihre Ausbildung rationel–

ler betreiben.

Künftig, so sieht es der Re–

gierungsentwurf für das neue

Bayerische Hochschulgesetz

vor, sollen Entscheidungen an

den Hochschulen von gewähl–

ten Vertretern der Studenten

mitbestimmt und mitverant–

wortet werden.

Die heute unter dem Kür–

zelnamen AStA bekannte alte

Studentenorganisation ohne

direktes Mitwirkungsrecht soll

es künftig in der bisherigen

Form nicht mehr geben. Die

Studenten sollen nun in ver–

stärktem Maß gewählte Ver–

treter in die regulären Selbst–

verwaltungsorgane der Hoch–

schule entsenden.

Bisher konnten sie im AStA

nur debattieren und prote–

stieren. Jetzt endlich sollen

sie stärker mitbestimmen,

mitentscheiden und Verant–

wortung übernehmen. Denn:

ln Senat und Versammlung

fallen die wichtigsten Ent–

scheidungen an den Hoch–

Jen. Dort sollen Studenten

Sitz und Stimme haben.

Allerdings:

Hochschulen

sind eine Einrichtung der Leh–

re und Forschung. Daß diese

Aufgaben hauptsächlich von

Professoren bewältigt wer–

den, daß die Qualität der an

der Hochschule geleisteten

Arbeit entscheidend von die-

,,