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den darauffolgenden Jahren sollte die Gesamtzahl an Studienanfänger/-innen daher moderat

zunehmen.

An den

beruflichen Schulen

sind in bestimmten Fachrichtungen Engpässe hinsichtlich geeig-

neter Bewerber/-innen zu erwarten. Überdies werden sich an der Beruflichen Oberschule im

Hinblick auf die Bedarfsdeckung in den allgemein bildenden Fächern auch in den kommenden

Jahren Einstellungsmöglichkeiten für Absolventen/-innen des Lehramts an Gymnasien bieten.

Da im Herbst 2025 nur wenige Abiturienten/-innen eine Ausbildung an den Beruflichen Schulen

beginnen, wird dort auch der Lehrkräftebedarf dann einmalig etwas geringer sein. Anschlie-

ßend werden aufgrund der Bedarfssituation am Gymnasium weniger Lehrkräfte mit gymnasia-

ler Lehrbefähigung für den Einsatz an beruflichen Schulen zur Verfügung stehen. Gleichwohl

erscheint eine vollständige Deckung des Einstellungsbedarfs in der Gesamtschau möglich.

Es ist zu beachten, dass die getroffenen Aussagen stets die Entwicklung der Gesamtsituation

des jeweiligen Lehramts beschreiben – die

Trends für die einzelnen Fächer

können sich da-

bei durchaus unterscheiden:

Am Gymnasium werden auch in den nächsten Jahren Lehrkräfte mit den Fächern Infor-

matik, Physik oder Kunst besonders gefragt sein. In den meisten anderen Fächerverbin-

dungen – insbesondere mit Deutsch, mit modernen Fremdsprachen oder mit gesell-

schaftswissenschaftlichen Fächern – wird der Bedarf hingegen verhältnismäßig gering

bleiben.

Auch an den Realschulen ist gegenwärtig noch in einigen Fächerverbindungen ein Über-

angebot an Bewerber/-innen vorhanden. Jedoch besteht bereits jetzt hoher Bedarf für

Fächerverbindungen mit den Fächern Informatik, Psychologie mit schulpsychologi -

schem Schwerpunkt, Biologie, Kunst oder Französisch sowie für rein sprachliche Fä-

cherverbindungen bzw. sprachliche Fächerverbindungen mit zweitem Fach Mathematik,

Musik oder Sport.

An den beruflichen Schulen kann in den Fachrichtungen Metalltechnik, Elektro- und In-

formationstechnik, Bautechnik, Agrarwirtschaft und Sozialpädagogik auch in den nächs-

ten Jahren von einem erhöhten Einstellungsbedarf ausgegangen werden.

Die in der Lehrerbedarfsprognose des Staatsministeriums aufgezeigten Ergebnisse machen

deutlich, dass die Entwicklung des Lehrerarbeitsmarktes im Prognosezeitraum differenziert ge-

sehen werden muss. Der Einstellungsbedarf wird auch künftig vom angestrebten Lehramt, bei

einigen Lehrämtern zusätzlich von der gewählten Fächerkombination bzw. Fachrichtung und

nicht zuletzt vom betrachteten Einstellungsjahr abhängen.

Unterstellt man das gegenwärtige Studienwahlverhalten der Abiturienten/-innen auch für die

Zukunft, so wird es beispielsweise im Bereich der Gymnasien auch in der zweiten Hälfte der

20er-Jahre in etlichen Fächerverbindungen noch immer deutliche Bewerberüberhänge geben.

Vielfach wird es jedoch zu Engpässen im Lehrkräfteangebot kommen, vor allem beim Lehramt

an Mittelschulen und beim Lehramt für Sonderpädagogik. Ob diese Entwicklung so eintreten

wird, hängt maßgeblich davon ab, wie viele der rund 37 000 Abiturienten/-innen, die 2020 die

Schulen verlassen, ein Lehramtsstudium aufnehmen werden.