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ZUSAMMENFASSUNG

Bei einem Lehrer vergehen vom Abitur bis zum Berufseintritt in der Regel mindestens sechs

Jahre. Daher dürfen bei der Entscheidung für ein Lehramtsstudium nicht die gegenwärtigen

Einstellungsverhältnisse den Ausschlag geben. Die neue Prognose zum Lehrerbedarf in Bay-

ern zeigt auf, wie die künftigen Einstellungschancen unter den aus heutiger Sicht zu treffen-

den Annahmen zu beurteilen sind.

In der nahen Zukunft

sind an den Grundschulen und Mittelschulen – insbesondere wegen

der für die Beschulung von Flüchtlingen und Asylbewerbern zusätzlich bereitgestellten Stel-

len und Mittel – sehr gute Einstellungsaussichten gegeben: Hier wird die Anzahl der jeweili-

gen Neuabsolventen nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken. So wurde an den Mittel-

schulen bereits zum Schuljahr 2015/16 mit der Zweitqualifizierung von Lehrkräften mit dem

Lehramt an Realschulen und Gymnasien begonnen, die den Erwerb der Lehramtsbefähigung

für das Lehramt an Mittelschulen zum Ziel hat. Aber auch im Bereich der Förderschulen so-

wie in bestimmten Fachrichtungen der beruflichen Schulen treten Engpässe hinsichtlich ge-

eigneter Bewerber auf. Eine entsprechende Zweitqualifizierung bzw. Sondermaßnahme wur-

de zum aktuellen Schuljahr 2016/17 an den Förderschulen bzw. an den Berufsschulen einge-

richtet. Überdies werden sich an der Beruflichen Oberschule im Hinblick auf die Bedarfsde-

ckung in den allgemein bildenden Fächern in den kommenden Jahren zusätzliche Einstel-

lungsmöglichkeiten für Absolventen des Lehramts an Gymnasien bieten. Unabhängig davon

besteht im Bereich der Gymnasien und auch der Realschulen weiterhin ein deutliches Über-

angebot an Bewerbern. Wartelistenbewerber sollten alternative Beschäftigungsmöglichkeiten

in Betracht ziehen, insbesondere weitere etwaige Zulassungen zur Zweitqualifizierung mit

dem Ziel einer zusätzlichen Lehramtsbefähigung. Weitere Informationen hierzu finden sich im

Internetauftritt des Bildungsministeriums unter folgender Adresse:

https://www.km.bayern.de/lehrer/stellen.html

Im mittel- und längerfristigen Prognosezeitraum

werden folgende Entwicklungen erwartet:

Beim Lehramt für Grundschulen ist mit einem Mangel an ausgebildeten Grundschullehrkräf-

ten zu rechnen. In Anbetracht der universitären Zulassungsbeschränkung für das Studium

„Didaktik der Grundschule“ sollte die Studienanfängerzahl daher zumindest nicht rückläufig

sein. Auch an den Mittelschulen dauert der Mangel an entsprechend ausgebildeten Lehr-

amtsabsolventen noch geraume Zeit an; ab der Mitte der 20er-Jahre ist dann jedoch mit Be-

werberüberhängen zu rechnen. Eine höhere Studienanfängerzahl wäre hier daher nur noch in

nächster Zukunft bedarfsgerecht. Im Bereich der Förderschulen wird die derzeitige Anzahl

von Studienanfängern nicht ausreichen, um den künftigen Bedarf an Berufseintritten, aber

auch den bis dahin entstandenen Nachholbedarf, zu decken. Beim Lehramt für berufliche

Schulen erscheinen die gegenwärtigen Studierendenzahlen für die mittel- und auch länger-

fristige Bedarfsdeckung grundsätzlich angemessen. An den Realschulen wird bei unveränder-

tem Studienwahlverhalten schon in absehbarer Zeit das Überangebot in einen Bewerber-

mangel umschlagen; in Fächern mit vergleichsweise geringem Wartelistenbestand sollte die

Studienanfängerzahl daher wieder ansteigen. Bei den Gymnasien hingegen wird in den meis-