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den vergangenen zehn Jahren konnten im Durchschnitt jährlich über 3 800 junge Lehrkräfte

dauerhaft in den staatlichen Schuldienst übernommen werden.

Von Seiten der Öffentlichkeit besteht großes Interesse an der planmäßigen Umsetzung der

eingeleiteten Reformen (z. B. Ausweitung des Angebots an Ganztagsschulen, Umsetzung der

Maßnahmen zur Inklusion). So werden gemäß Beschluss der Bayerischen Staatsregierung

die Stellen, die aufgrund des weiteren Schülerzahlrückgangs wegfallen würden (so genannte

demografische Rendite), für den Rest der laufenden Legislaturperiode sämtlich im Schulsys-

tem verbleiben. Da für den Zeitraum nach dem Jahr 2018 noch keine haushaltsbezogenen

Festlegungen getroffen sind, besteht insbesondere für die Ergebnisse dieser Prognose, die in

erster Linie die mittel- und längerfristige Einstellungssituation beleuchtet, keine völlige Sicher-

heit. Wegen des verfassungsmäßig verankerten Budgetrechts des Parlaments können au-

ßerdem die in dieser Prognose aufgezeigten Bedarfszahlen keine Vorwegnahme der vom

Landtag zu beschließenden Haushaltszahlen bedeuten und somit auch keine Ansprüche

künftiger Bewerber auf Einstellung in den Staatsdienst begründen. Diese Einschränkung gilt

ebenso für den hier mit eingeschlossenen nichtstaatlichen Bereich.

Die gegenwärtigen Einstellungsverhältnisse dürfen bei der Entscheidung für ein Lehramtsstu-

dium nicht den Ausschlag geben, da vom Abitur bis zum Berufseintritt in der Regel mindes-

tens sechs Jahre vergehen. Über die künftigen Einstellungschancen trifft diese Prognose die

für die einzelnen Schularten aus heutiger Sicht möglichen Aussagen, so dass sie für alle am

Lehrerberuf interessierten Schulabgänger als wertvolle Orientierungshilfe dienen kann.

Für diejenigen Abiturienten, die im Jahr 2017 ein Lehramtsstudium aufnehmen wollen, wer-

den die Aussichten auf eine spätere Anstellung maßgeblich davon abhängen, wie viele Mit-

abiturienten sich für einen entsprechenden Studiengang entscheiden. Basis für die in dieser

Broschüre ausgewiesenen prognostizierten Bewerberzahlen sind die Studienanfänger des

Wintersemesters 2015/16. Maßgabe für die Status-Quo-Rechnung dieser Prognose ist dabei

die derzeitige Studienanfängerquote in einem Lehramtsstudiengang, d. h. der auf die Ge-

samtzahl der Abiturienten bezogene Anteil der betreffenden Studienanfänger.

Der Vergleich von jährlichem Angebot und Bedarf ergibt, dass sich im Bereich der Grund-

schulen, Mittelschulen und Förderschulen in den kommenden Jahren Bewerberengpässe er-

geben werden, so dass sich für aktuelle Studienanfänger ausgesprochen gute Einstellungs-

chancen bieten werden. Als überwiegend positiv sind auch die Beschäftigungsaussichten im

Bereich der beruflichen Schulen einzustufen. An den Realschulen verfestigen sich die Anzei-

chen für eine Trendwende: Hier wird die Einstellungsquote mittelfristig stark ansteigen. In ei-

nigen Fächerverbindungen ist sogar mit einem Bewerbermangel zu rechnen, sollten die Stu-

dienanfängerzahlen hier nicht wieder zunehmen. Am Gymnasium beträgt das derzeitige Leh-

rerangebot insgesamt noch immer ein Vielfaches des aktuellen Einstellungsbedarfs, so dass

die Wartelisten zunächst weiter anwachsen. Für aktuelle Studienanfänger jedoch zeichnen

sich in der Gesamtschau auch am Gymnasium deutlich verbesserte Einstellungsaussichten

ab. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass diese Aussage vor dem fächerspezifischen

Hintergrund differenziert zu sehen ist: Während nämlich beispielsweise Junglehrer mit dem

Fach Informatik auch in den kommenden Jahren gute Einstellungsaussichten haben, wird vor

allem in Deutsch, in den modernen Fremdsprachen sowie in einigen gesellschaftswissen-

schaftlichen Fächern selbst auf längere Sicht ein deutlicher Bewerberüberhang bestehen: Die