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5. Unsicherheitsfaktoren

Eine Prognose kann noch so sorgfältig unter Berücksichtigung möglichst vieler Einflussfakto-

ren erstellt sein, die Frage nach der Zukunft kann zuverlässig nur durch die tatsächliche Ent-

wicklung selbst beantwortet werden. Wie jede Vorausberechnung muss auch diese Lehrer-

prognose auf Annahmen beruhen, die angesichts der gegenwärtigen Entwicklung plausibel

sind, die aber durch spontane Verhaltensänderungen bei Eltern, Schülern, Studenten und

Lehrern wie auch durch politische Entscheidungen oder wirtschaftliche Ereignisse umgesto-

ßen werden können. Je weiter in der Zukunft der Zeitpunkt liegt, auf den sich die Prognose

bezieht, desto mehr stehen die hierüber getroffenen Aussagen unter dem Vorbehalt von Un-

sicherheitsfaktoren. Auf sie im Einzelnen hinzuweisen bedeutet jedoch nicht eine versteckte

Zurücknahme der Prognoseergebnisse; vielmehr ist die Offenlegung der möglichen Unsi-

cherheitsfaktoren die Voraussetzung für eine nüchterne Beurteilung der Zuverlässigkeit der

Prognose.

Bei der

Prognose der Schülerzahlen

liegen die Unsicherheiten u. a. in

- der Entwicklung der Geburtenzahlen,

- der Entwicklung der Wanderungsbewegungen (insbesondere von Aussiedlern und Auslän-

dern, Asylbewerbern und Flüchtlingen),

-

dem Übertrittsverhalten zu Realschulen und Gymnasien (insbesondere hinsichtlich nach-

träglicher Übertritte aus der Jahrgangsstufe 5 der Mittelschule),

- dem Zugang zu den beruflichen Schulen (z. B. Berufsschulen, Fachoberschulen, Berufs-

oberschulen, Fachschulen),

- dem Angebot an Ausbildungsplätzen.

Beim

Gesamtbedarf an Lehrern

ist die Prognose beeinträchtigt durch

- die Abhängigkeit des Lehrerbedarfs von der Entwicklung der Schülerzahlen,

- die Abhängigkeit des Lehrerbedarfs von Richtwerten (z. B. Klassenfrequenz, Stundentafel,

Schüler je Lehrer, Unterrichtsstunden je Lehrer) und deren Zusammenhang mit der Ent-

wicklung der öffentlichen Finanzen.

Bei der

Prognose des Gesamtangebots

an Lehrern sind Unsicherheiten gegeben durch

- die Abhängigkeit der künftigen Berufsentscheidungen der Abiturienten von der allgemeinen

Arbeitsmarktsituation und von den Studienmöglichkeiten an den Universitäten,

- die Verweildauer an den Hochschulen (einerseits Bemühungen um eine Verkürzung der

Studiendauer, andererseits Verlängerung der Studienzeiten mit dem Ziel der Notenverbes-

serung),

- die Umorientierung von nicht zur Einstellung gelangten Lehramtsabsolventen,

- schwer prognostizierbare Faktoren wie z. B. Berufsaustritte, Beurlaubungen, Wiedereintrit-

te beurlaubter Lehrer, Beantragung von Teilzeitbeschäftigung oder Altersteilzeit.