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Das

Gesamtangebot

für ein Prognosejahr ergibt sich, wenn man zu den von der heutigen

Lehrerschaft dann noch im Dienst befindlichen Lehrkräften alle bis dahin fertig werdenden

Neubewerber hinzunimmt. Dabei werden für jene Lehramtsbewerber, für die sich nach der

Modellrechnung eine Beschäftigungsmöglichkeit im Schuldienst ergibt, die gleichen Ab-

gangsquoten zugrunde gelegt, wie sie bei Junglehrern ermittelt wurden, die sich bereits im

Schuldienst befinden. Für die übrigen Absolventen wird hingegen eine höhere Abgangsquote

in Ansatz gebracht, da nicht eingestellte Lehrkräfte mangels Planungssicherheit realistisch

betrachtet weniger lang zur Verfügung stehen werden. Das Gesamtangebot umfasst Lehr-

kräfte aller Beschäftigungsverhältnisse, also zum Beispiel auch Mehrarbeit leistende Lehrkräf-

te und eigenverantwortlich Unterricht erteilende Lehramtsanwärter bzw. Studienreferendare.

Nicht vollbeschäftigte Lehrkräfte werden dabei in Vollzeitlehrkräfte umgerechnet. Bei der

Fortschreibung des Bestands der heutigen Lehrkräfte im Prognosezeitraum sind die im Rah-

men der Dienstrechtsreform eingeführten neuen Ruhestandsregelungen wie auch die im Jahr

2012 begonnene sukzessive Anhebung der gesetzlichen Altersgrenze berücksichtigt.

Bei der Ermittlung des

jährlichen Bedarfs an Berufseintritten

vergleicht die Prognoserech-

nung den Gesamtbedarf mit dem Bestand des Vorjahres unter Berücksichtigung des Saldos

aus Abgängen, Wiedereintritten und Kapazitätsveränderungen. Die Modellrechnung strebt

sowohl eine Deckung des Gesamtbedarfs unter Beachtung von Haushaltsvorgaben (Verbleib

der demografischen Rendite im Schulsystem, vgl. S. 4) als auch eine mittelfristige Glättung

des jährlichen Einstellungsbedarfs an. Die Angaben über den jährlichen Bedarf an Berufsein-

tritten umfassen – wie auch alle übrigen Rechenergebnisse – den staatlichen und den nicht-

staatlichen Schulbereich und beziehen sich auf Lehrer, Fachlehrer und sonstige Lehrkräfte,

also nicht ausschließlich auf Hochschulabsolventen. Der für das Kalenderjahr 2016 ausge-

wiesene Bedarf an Berufseintritten gibt die Zahl der auf den Gesamtbereich hochgerechneten

Neueinstellungen an. Diese ist mit einer gewissen Unschärfe behaftet, da die Anstellungen im

nichtstaatlichen Bereich nur geschätzt werden können.

Das

jährliche Angebot an Absolventen

umfasst die bayerischen Lehramtsabsolventen des

jeweils laufenden Prüfungsjahrgangs aller einschlägigen Lehrämter einschließlich der Fach-

lehrer. Nicht enthalten sind Teilnehmer an etwaigen Zweitqualifizierungen, eventuelle Bewer-

ber aus anderen Ländern sowie bayerische Bewerber aus früheren Prüfungsjahrgängen, zum

Beispiel von den Wartelisten. Soweit Wartelisten bestehen, ist deshalb beim Vergleich von

jährlichem Bedarf an Berufseintritten und jährlichem Angebot an Absolventen zu beachten,

dass der jährliche Bedarf bei den staatlichen allgemein bildenden Schulen in der Regel nur zu

60 % aus dem laufenden Jahrgang gedeckt wird, während die restlichen 40 % aus den War-

telisten übernommen werden. Bei der Ermittlung des jährlichen Angebots an Absolventen in

einem Lehramtsstudiengang wird die derzeitige Studienanfängerquote, d. h. der auf die Ge-

samtzahl der Abiturienten bezogene Anteil der betreffenden Studienanfänger, auch für die

Zukunft unterstellt. Insofern können die in den Jahren 2025 und 2030 zu verzeichnenden An-

gebotszahlen deutlich über oder unter den hier ausgewiesenen Prognosewerten liegen, wenn

sich das Studienwahlverhalten der künftigen Abiturienten entsprechend ändern sollte.

Durch Gegenüberstellung von jährlichem Bedarf an Berufseintritten und jährlichem Absolven-

tenangebot sind die Einstellungschancen an den einzelnen Schularten wie folgt zu bewerten: