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Ringbuch Inklusion zum Nachschlagen, Teil B, Stand Juli 2015

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1.4.2.2 Eigenverantwortliche Organisation der Förderung

Welche Gestaltungsmöglichkeiten hat die Schule?

Anders als bei den bisherigen Formen gemeinsamen Lernens, insbesondere bei

den Kooperationsklassen nach Art. 30b Abs. 7 Nr. 1 BayEUG, wird die

sonderpädagogische Unterstützung nicht klassenbezogen gewährt, sondern der

Schule als Ganzes zur Verfügung gestellt. Gleiches gilt für zusätzliche Stunden

aus dem eigenen Lehramt. Die Schule entscheidet dann eigenverantwortlich

über die Klassenbildung und den Einsatz der zusätzlichen Personalressourcen.

Sie kann Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf ähnlich wie bei

Kooperationsklassen in einzelnen Klassen zusammenfassen und Ressourcen

bündeln, sie kann aber auch die Schüler auf die verschiedenen Klassen

verteilen.

1.4.2.3 Klasse mit festem Lehrertandem

Die Profilschule kann, muss aber nicht eine Tandemklasse bilden.

Mit anderen Worten: Die Profilschule setzt keine Klassen mit festem

Lehrertandem voraus oder verpflichtet die Schule zur Bildung einer solchen

Klasse. Wegen der besonderen pädagogischen Anforderungen an diese Klassen

und der Einbindung der Lehrkräfte in das Kollegium der allgemeinen Schule sind

solche Tandemklassen jedoch nur an Profilschulen möglich. Im Einzelnen dazu

s. u. 1.5.

1.4.3 Aufhebung des Profils

Rechtsvorschriften zur Aufhebung des Profils „Inklusion“ sehen die

Schulordnungen nicht vor. Von der Ermächtigung zum Erlass einer

Rechtsverordnung nach Art. 30b Abs. 3 Satz 5 BayEUG wurde bislang nicht

Gebrauch gemacht. Es gelten daher die allgemeinen Regeln zur Einrichtung des

Profils entsprechend auch für deren Aufhebung als umgekehrten Rechtsakt:

Das Profil „Inklusion“ beruht auf der Basis eines breiten Konsenses der

Schulfamilie. Dementsprechend kann das Profil aufgehoben werden, wenn sich

eine der maßgeblichen Gruppen der Schulfamilie gegen den Fortbestand des

Profils ausspricht oder der Sachaufwandsträger seine Zustimmung widerruft. An

der Schule bestehende Partnerklassen rechtfertigen keine Aufhebung des

Profils, da es sich bei den Partnerklassen um nach Art. 30a Abs. 7 Nr. 2 BayEUG

zulässige Formen des gemeinsamen Unterrichts handelt, die Art. 30b Abs. 3 bis

5 BayEUG nicht verbietet. Die Profilschule ist allerdings ihrem Profil „Inklusion“

verpflichtet und bemüht sich – je nach Schulart – möglichst viel gemeinsamen

Unterricht oder gemeinsame Projekte von Partnerklasse und Regelschulklasse

mit Mehrwert für die Schüler zu realisieren. Bevor eine Schulfamilie in Erwägung

zieht, das Profil aufzuheben, soll sie sich beraten lassen, wie die ggf.

vorhandenen Schwierigkeiten behoben werden könnten.

Sollte es zur Aufhebung des Profils kommen, sind folgende Gesichtspunkte,

insbesondere der Vertrauensschutz, zu berücksichtigen. Im Einzelnen gilt: