Schule - nicht nur für Kinder und Jugendliche

Studenten in Bibliothek lachend


Die allgemeine Erwachsenenbildung ist ein wichtiger Bestandteil der bayerischen Bildungslandschaft und steht allen Bürgerinnen und Bürgern offen. Der Bereich der Erwachsenenbildung umfasst die längste Phase im Lebenslauf und ist damit ein entscheidender Baustein im Prozess des lebenslangen Lernens. Jährlich besuchen über viereinhalb Millionen Teilnehmer die rund 250.000 Veranstaltungen. Über 350 Einrichtungen mit einigen Tausend Nebenstellen garantieren ein bayernweites Netzwerk an Weiterbildung. Zwei zentrale Bereiche der Erwachsenenbildung sind die politische Bildung und die Grundbildung.

Die wichtigsten Informationen zur Erwachsenenbildung

Gesetzliche Grundlagen - Das Bayerische Gesetz zur Förderung der Erwachsenenbildung vom 31. Juli 2018

Nach Art. 1 Abs. 2 des Bayerischen Gesetzes zur Förderung der Erwachsenenbildung (EbFöG) vom 24. Juli 1974 handelt es sich bei dem Gebiet der „Erwachsenenbildung“ um einen eigenständigen, gleichberechtigten Hauptbereich des Bildungswesens. „Erwachsenenbildung (Weiterbildung)“ dient der Verwirklichung des Rechts jedes Einzelnen auf Bildung und verfolgt das Ziel, durch ein breit gestreutes, vielfältiges Angebot Gelegenheit zu geben, die in der Schule, in der Hochschule oder in der Berufsausbildung erworbene Bildung zu vertiefen, zu erneuern und zu erweitern. Sie ermöglicht dadurch den Erwerb von zusätzlichen Kenntnissen und Fähigkeiten, fördert die Urteils- und Entscheidungsfähigkeit, führt zum Abbau von Vorurteilen und befähigt zu einem besseren Verständnis gesellschaftlicher und politischer Vorgänge als Voraussetzung eigenen verantwortungsbewussten Handelns. Die Erwachsenenbildung leistet so einen wichtigen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit des Staates und seiner Gesellschaft in einer sich global veränderten Welt. Demografische Veränderungen, Klimawandel und Digitalisierung - um nur zentrale Beispiele zu nennen - zeigen Auswirkung auf nahezu alle Lebensbereiche.  Über diese Begriffsbestimmung und die Aufgabenfestlegung der Erwachsenenbildung hinaus legt das Gesetz die Grundsätze der Freiheitlichkeit und der Pluralität als Wesensmerkmale der staatlich geförderten Erwachsenenbildung fest.

Freiheitlichkeit
Der Freistaat Bayern verzichtet darauf, im Bereich der Erwachsenenbildung eigene Einrichtungen zu schaffen oder Veranstaltungen anzubieten. Die Rolle des Staates beschränkt sich darauf, die gesetzlichen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen festzulegen sowie die Erwachsenenbildung durch finanzielle und sonstige Leistungen zu fördern. Den Landesorganisationen und Trägern auf Landesebene wird das Recht auf Freiheit der Lehre sowie die eigene Personal- und Organisationshoheit gewährleistet. Diese Freiheit der Träger und Landesorganisationen stellt sicher, dass die verschiedenen Einrichtungen und Träger in freier Entscheidung ihren jeweils spezifischen Beitrag in die Bildungsangebote einbringen können. Weil Umfang, Qualität und Inhalte der Arbeit der Erwachsenenbildung keiner staatlichen Kontrolle unterliegen, tragen die Einrichtungen eine umfassende Verantwortung gegenüber den Teilnehmern an ihren Veranstaltungen.

Pluralität
Der Grundsatz der Freiheitlichkeit führt zu einem weiteren Wesensmerkmal der bayerischen Erwachsenenbildung: dem Grundsatz der Pluralität. Unser demokratisches Staatswesen wird von den verschiedensten gesellschaftlichen und politischen Kräften getragen und bestimmt. Daraus ergibt sich, dass in den Bildungsangeboten der Erwachsenenbildung auch unterschiedliche Standpunkte zum Ausdruck kommen müssen. Im Gesetz ist ausdrücklich eine plurale Struktur der Erwachsenenbildung festgelegt. So sind verschiedenartige, in ihrer Arbeit gleichberechtigte Landesorganisationen und Träger auf Landesebene entstanden, die ihre Bildungsangebote von unterschiedlichen Ansatzpunkten her gestalten.

Folgende sieben überörtliche Einrichtungen sind staatlich anerkannte Landesorganisationen bzw. Träger der Erwachsenenbildung auf Landesebene:

  • Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Erwachsenenbildung in Bayern (AEEB)
  • Bayerischer Volkshochschulverband (bvv)
  • Katholische Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Bayern (KEB)
  • Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes (BBV-BW)

Zusätzlich zu den Einrichtungen dieser staatlich anerkannten Träger der Erwachsenenbildung mit ihrem thematisch breit gestreuten Bildungsangebot bestehen Einrichtungen, die sich überwiegend der politischen Bildung widmen. Überparteilich arbeiten die Akademie für Politische Bildung in Tutzing und die Europäische Akademie. Ferner sind die Bildungseinrichtungen der politischen Stiftungen zu nennen, die in ihrer Arbeit den politischen Parteien nahe stehen.

Kooperation
Die durch den Grundsatz der Pluralität begünstigte Vielfalt der Trägerlandschaft bedarf der Kooperation der Träger untereinander mit dem Ziel, ein abgestimmtes, übersichtliches und flächendeckendes Bildungsangebot an die Bevölkerung heranzutragen und eine wirksame Verwendung der bereitgestellten öffentlichen Mittel sicherzustellen. Diese notwendige Kooperation und Koordination der Arbeit wird im Gesetz ausdrücklich auf der Ebene der Landkreise oder der kreisfreien Städte und erforderlichenfalls auf der Ebene der Bezirke gefordert. Darüber hinaus sollen Einrichtungen der Erwachsenenbildung auf allen ebenen die Zusammenarbeit mit Einrichtungen der anderen Bildungsbereiche pflegen.  Die Zusammenarbeit in der Bildungsarbeit auf Landesebene erfolgt durch den Landesbeirat für Erwachsenenbildung. Diesem Gremium obliegt die Aufgabe, die Staatsregierung in Fragen der Erwachsenenbildung zu beraten, allgemeine Anregungen zu geben, die Zusammenarbeit der staatlich anerkannten Landesorganisationen der Erwachsenenbildung und der staatlich anerkannten Träger auf Landesebene zu fördern und Anregungen für die Zusammenarbeit auf örtlicher und überörtlicher Ebene zu geben. Darüber hinaus zählt es zu den Aufgaben des Landesbeirats, mit den Einrichtungen der anderen Bildungsbereiche, den Rundfunk- und Fernsehanstalten sowie anderen Mediensystemen zusammenzuarbeiten.
Die im Bayerischen Gesetz zur Förderung der Erwachsenenbildung festgelegten Rahmenbedingungen ermöglichten es den Trägern der Erwachsenenbildung, eine leistungsfähige flächendeckende Struktur aufzubauen und ihr Bildungsangebot unmittelbar auf die Interessen der Bürger auszurichten. Zudem ist es gelungen, eine den individuellen Lernbedingungen der Erwachsenen entsprechende Methodik und Didaktik zu entwickeln, die in teilnehmerorientierten Einzelveranstaltungen, in Kursen, in Arbeitsgemeinschaften und Seminaren mit Heimunterbringung verwirklicht wird.

Förderung

Die Arbeit der Träger der Erwachsenenbildung wird vor allem durch Teilnehmergebühren und Zuschüsse der Dachorganisationen sowie durch kommunale und staatliche Leistungen getragen. Der Freistaat Bayern fördert die Erwachsenenbildung durch finanzielle und sonstige Leistungen mit dem Ziel, dass im ganzen Land leistungsfähige Einrichtungen mit einem breitgefächerten Bildungsangebot zur Verfügung stehen.
Die staatlichen Zuschüsse für die institutionellen Förderung werden nach einem in Art. 6 BayEbFöG festgelegten Schlüssel an die Träger verteilt. Dieser ergibt sich aus dem Zahlenverhältnis der innerhalb der Landesorganisationen und der Träger auf Landesebene geleisteten Teilnehmerdoppelstunden. Einrichtungen in Gebieten, die schwach strukturiert und dünn besiedelt sind oder in denen das Bildungsangebot für Erwachsene wesentlich hinter dem Landesdurchschnitt zurückbleibt, werden vorrangig gefördert, um dadurch eine Verbesserung oder Ausweitung des Angebots zu erreichen. Der Schlüssel wird vom Bildungsministerium nach Anhörung des Landesbeirats für Erwachsenenbildung festgelegt. Die Träger verteilen den ihnen zukommenden Anteil nach einem internen und vom Staatsministerium zu genehmigenden Schlüssel auf ihre jeweiligen Einrichtungen. Mit Novellierung des Gesetzes zur Förderung der Erwachsenenbildung besteht ab dem Jahr 2019 neben der institutionellen Förderung nun auch die Möglichkeit der Projektförderung für Bereiche von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Die Entscheidung, welche Bereiche diese Bedeutung haben, trifft der für Bildung zuständige Ausschuss im Landtag.  Im Haushalt des Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst sind für den Haushalt 2018 für die allgemeine Erwachsenenbildung 26,00 Mio. € veranschlagt.
 

Das Bildungsangebot

Das Bildungsangebot der Erwachsenenbildung erstreckt sich auf persönliche, gesellschaftliche, politische und berufliche Bereiche. Als besondere Stärke der Erwachsenenbildung hat es sich erwiesen, dass sie sich sehr rasch auf neue Anforderungen einstellen und ihre Arbeitsfelder entsprechend erweitern kann. Aufgrund der Veränderungen in vielen gesellschaftlichen Bereichen bieten die Bildungswerke vermehrt Veranstaltungen in aktuellen Bereichen an, z. B. in der Seniorenbildung, der Familienbildung, der beruflichen Weiterbildung, der Gleichstellung von Frauen und Männern sowie in der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Auch die Digitalisierung spielt im Rahmen der Erwachsenenbildung eine zunehmende Rolle.

Nach dem Statistischen Bericht "Erwachsenenbildung" des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung besuchten 2016 über 5 Millionen Bürgerinnen und Bürger die rund 251 000 Veranstaltungen der Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Insgesamt wurde damit eine Leistung von über 29 Millionen Teilnehmerdoppelstunden erbracht. Ein Vergleich der statistischen Kerndaten für die Bildungsarbeit der Jahre 1976 und 2016 lässt erkennen, wie sehr das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an Bildungsmaßnahmen angestiegen ist: Das Angebot an Veranstaltungen hat sich seitdem mehr als verdoppelt, die Zahl der Teilnehmer ist um fast 20 Prozent angewachsen und bei den als Maßstab für die Leistung zugrunde gelegten Teilnehmerdoppelstunden ist eine Steigerung um fast 70 Prozent zu verzeichnen. Die nach Teilnehmerdoppelstunden ermittelte Rangfolge der in der Statistik der Erwachsenenbildung ausgewiesenen 14 Themenbereiche lässt erkennen, dass die Interessenschwerpunkte in der Bevölkerung seit Jahren nur kleineren Veränderungen unerliegen  Unter den sechs am häufigsten nachgefragten Themenbereichen nimmt neuerdings der Bereich "Sprachen und Fremdsprachen" die deutliche Spitzenposition ein (38,0 Prozent). Es folgen "Gesundheit und Hauswirtschaft" (21,7 Prozent), “Lebens- und Erziehungsfragen" (40,4 Prozent), "Kultur, Kunst und musische Betätigung" (9,8 Prozent), "Philosophie, Religion, Weltanschauung, Theologie" (3,8 Prozent) sowie "Gesellschaft, Politik und Wirtschaft" (2,6 Prozent). Insgesamt ist festzustellen, dass das Bildungsangebot der Erwachsenenbildung alle grundlegenden Lebensbereiche erfasst.

Die Erwachsenenbildung hat sich mit ihrem qualifizierten, vielfältigen und unmittelbar an den Bedürfnissen der Bürger orientierten Bildungsangebot zu einem unverzichtbaren Bereich des Bildungswesens entwickelt. Sie trägt entscheidend dazu bei, dass jene aktuellen Probleme bewältigt werden können, auf die während der mitunter lange zurückliegenden Schul- und Ausbildungszeit nicht vorbereitet werden konnte. Infolge des unvermindert raschen Wandels im gesellschaftlichen, politischen und beruflichen Bereich wird sie in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen.

Themenbereiche

Der Grundsatz der Freiheitlichkeit hat zur Folge, dass die Bildungsveranstaltungen ohne inhaltliche Auflage eigenständig gestaltet werden können. Im Unterschied zur Schule gibt es für die Erwachsenenbildung keinen staatlichen Lehrplan. Dieses Recht auf freie Planung und Gestaltung der Veranstaltungen ist wohl die eigentliche Ursache für die Vielfalt der angebotenen Themen aus dem musisch-gestalterischen, persönlichen, gesellschaftlichen und politischen Bereich.
Schlüsselt man die einzelnen (14) Themenbereiche der Erwachsenenbildung nach der Anzahl der Teilnehmerdoppelstunden auf, so ergibt sich folgende Rangfolge (Stand: 2016):

  • Sprachen, Fremdsprachen (38,0 Prozent)
  • Gesundheitsbildung, Hauswirtschaft (21,7 Prozent)
  • Lebens- und Erziehungsfragen (10,4 Prozent)
  • Kultur, Kunst, musische Betätigung (9,8 Prozent)
  • Philosophie, Religion, Weltanschauung, Theologie (3,8 Prozent)
  • Vorbereitung auf Schulabschlüsse (3,3 Prozent)
  • Gesellschaft, Politik, Wirtschaft (2,6 Prozent)
  • Länder- und Völkerkunde (2,2 Prozent)
  • Technik und Naturwissenschaften (2,1 Prozent)
  • Berufsbezogene Fragen, Arbeitswelt (1,9 Prozent)
  • Psychologie und Pädagogik (1,6 Prozent)
  • Verwaltung und Betriebspraxis (1,0 Prozent)
  • Massenmedien (0,6 Prozent)
  • Mitarbeiterfortbildung in der Erwachsenenbildung (0,5 Prozent)

Abgesehen von diesen klassischen Bereichen der Erwachsenenbildung zeigt sich ein Trend zur zunehmenden Verzahnung mit der beruflichen Weiterbildung: Im Angebot sind in steigendem Maße berufsbezogene Qualifikationsmaßnahmen. Sie geben Gelegenheit, Kenntnisse zu vertiefen und in der modernen Arbeitswelt wichtige Schlüsselqualifikationen zu erwerben. Mit dieser Entwicklung aber ergeben sich für die Allgemeine Weiterbildung neue Herausforderungen. Beispielsweise ist die Qualität der Weiterbildungsmaßnahmen zu sichern. Die Landesorganisationen und Träger der Erwachsenenbildung auf Landesebene unternehmen diesbezüglich mittlerweile bereits beträchtliche Anstrengungen.

Bei allen Überlegungen zur inhaltlichen Weiterentwicklung des bewährten Systems bleibt zu beachten, dass die Freiheit und Unabhängigkeit der Träger der Erwachsenenbildung gesetzlich garantiert ist, was sich insbesondere aus Art. 3 Abs. 3 BayEbFöG ergibt. Diese Bestimmung legt fest, dass die öffentliche Förderung der Erwachsenenbildung das Recht der Träger auf selbständige Lehrplangestaltung unberührt lässt und die Freiheit der Lehre, die unabhängige Auswahl der Leiter und Mitarbeiter im Rahmen der Ausbildungsvoraussetzungen sowie das Selbstverwaltungsrecht gewährleistet. Zur inhaltlichen und organisatorischen Weiterentwicklung sind zunächst die Träger selbst aufgerufen.

Landesorganisationen und Träger

Landesorganisationen der Erwachsenenbildung

Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Erwachsenenbildung in Bayern e.V. (AEEB)
- Landesstelle -
Herzog-Wilhelm-Str. 24
80331 München
Tel.: 089/5 43 44 77-0
Fax: 089/5 43 44 77-25
E-Mail: landesstelle@aeeb.de
Internet: www.aeeb.de

Bayer. Volkshochschulverband e.V. (bvv)
Fäustlestraße 5a
80339 München
Tel.: 089/5 10 80 - 0
Fax : 089/5 02 38 12
E-Mail: bw@vhs-bayern.de
Internet: www.vhs-bayern.de

Kath. Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Bayern (KEB Bayern)
Mandlstraße 23
80802 München
Tel.: 089/3 81 02 - 0
Fax : 089/3 81 02 - 1 03
E-Mail: landesstelle@keb-bayern.de
Internet: www.keb-bayern.de


Träger der Erwachsenenbildung auf Landesebene

Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes (BBV-BW)
Max-Joseph-Straße 9
80333 München
Tel.: 089/5 58 73 - 200
Fax : 089/5 58 73 - 510
E-Mail: Bildungswerk@BayerischerBauernVerband.de
Internet: www.BBV-Bildungswerk.de

 

Beirat für Erwachsenenbildung

Der Landesbeirat für Erwachsenenbildung

Die durch den Grundsatz der Pluralität begünstigte Vielfalt der Trägerlandschaft bedarf der Kooperation der Träger untereinander mit dem Ziel, ein abgestimmtes, übersichtliches und flächendeckendes Bildungsangebot an die Bevölkerung heranzutragen und eine wirksame Verwendung der bereitgestellten öffentlichen Mittel sicherzustellen. Diese notwendige Kooperation und Koordination der Arbeit wird im Gesetz ausdrücklich auf der Ebene der Landkreise oder der kreisfreien Städte und erforderlichenfalls auf der Ebene der Bezirke in Form von Arbeitsgemeinschaften gefordert. Die Zusammenarbeit in der Bildungsarbeit auf Landesebene erfolgt durch den Landesbeirat für Erwachsenenbildung. Diesem Gremium obliegt die Aufgabe, die Staatsregierung in Fragen der Erwachsenenbildung zu beraten und zu unterstützen, die Zusammenarbeit der Förderempfänger zu stärken und Anregungen für die Zusammenarbeit auf örtlicher und überörtlicher Ebene zu geben. Darüber hinaus zählt es zu den Aufgaben des Landesbeirats, mit den Einrichtungen der anderen Bildungsbereiche, den Rundfunk- und Fernsehanstalten sowie anderen Mediensystemen zusammenzuarbeiten.

Politische Bildung

Grundbildung

Allgemeines

Seit Veröffentlichung der leo.-Level One Studie von Frau Prof. Dr. Grotlüschen (Universität Hamburg) im Jahr 2011 liegen erstmalig valide Daten zur Verbreitung des sogenannten funktionalen Analphabetismus in Deutschland vor. Unter dem Begriff des funktionalen Analphabetismus ist nach Definition des Alphabundes ein schriftsprachliches Kompetenzniveau zu verstehen, mit dem die minimal erforderlichen und als selbstverständlich vorausgesetzten gesellschaftlichen Anforderungen nicht erfüllt werden können. Menschen mit Defiziten in den schriftsprachlichen Basiskompetenzen können somit in der Regel an allen gesellschaftlichen Bereichen nur eingeschränkt teilhaben. Betroffen sind beispielsweise die Bereiche Arbeit, Freizeit, Bildung und politische Teilhabe.

Für Deutschland zeigen die Ergebnisse der leo.-Level One Studie auf, dass  insgesamt 14,5 Prozent der erwachsenen Bevölkerung ein schriftsprachliches Kompetenzniveau haben, das es Ihnen zum Beispiel nicht erlaubt, kürzere Texte sinnerfassend zu lesen und sie somit in der gesellschaftlichen Teilhabe einschränkt. Um diese Dimension in absoluten Zahlen auszudrücken: Die Studie geht in Deutschland von 7,5 Millionen funktionalen Analphabeten aus.

Der Freistaat Bayern stellt mit dem Förderprogramm ALPHA+ „besser lesen und schreiben“ jährlich 1,2 Mio Euro ausschließlich aus Landesmitteln bereit, um die finanzielle Grundlage für ein flächendeckendes, pädagogisch hochwertiges Angebot von Kursen zu schriftsprachlichen Basiskompetenzen zu ermöglichen.

Lösungsansätze können in diesem Bereich nur durch Verzahnung aller relevanten gesellschaftlichen Bereiche mit politischer Unterstützung erarbeitet werden. Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat dazu im Oktober 2018 einen Runden Tisch Basiskompetenzen einberufen.

Netzwerk

Auf dieser Seite finden Sie viele wichtige Ansprechpartner im Bereich der schriftsprachlichen Basiskompetenzen.

  • Sie wollen sich anonym und unkompliziert beraten lassen?

Nutzen Sie das ALFA-Telefon unter der Rufnummer 0800 53 33 44 55.

  • Sie wollen Ihre Beschäftigten unterstützen?

Es existieren bereits viele arbeitsplatzorientierte Projekte, wie z. B.

AlphaGrund:

Elke Wailand M.A.
Leiterin Produktmanagement OSE
Telefon: 089 4410 8430
elke.wailand@bbw.de
Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) gGmbH
Infanteriestraße 8, 80797 München

Dr. Sigrid Schöpper-Grabe
Projektleiterin AlphaGrund
Telefon: 0221 4981 771
schoepper-grabe@iwkoeln.de
Institut der deutschen Wirtschaft e. V.
Konrad-Adenauer-Ufer 21, 50668 Köln

BasisKomPlus:

Raul Vitzthum
Telefon: 0961 456377 04
vitzthum@bayern.arbeitundleben.de
Arbeit und Leben in Bayern
Karl-Heilmann-Block 13, 92637 Weiden in der Oberpfalz

MENTO:

Renate Schiefer
Telefon: 089 5593 3625
renate.schiefer@bildungswerk-bayern.de

Dr. Manuel Rühle
Telefon: 089 5593 3641
manuel.ruehle@bildungswerk-bayern.de
DGB Bildungswerk Bayern e. V.
Schwanthalerstr. 64, 80336 München

 

Die Projektverantwortlichen beraten Sie gerne! 

  • Sie sind Träger einer Bildungseinrichtung oder in einer solchen tätig und wollen mehr Informationen zu Bildungsangeboten im Bereich der Basiskompetenzen?

Wenden Sie sich an die Fach- und Koordinationsstelle für Alphabetisierung und Grundbildung in Bayern.

  • Sie sind Träger einer Bildungseinrichtung oder in einer solchen tätig und wollen mehr Informationen zum Förderprogramm ALPHA+ besser lesen und schreiben?

Wenden Sie sich an die bayernweit für die Förderabwicklung zuständige Regierung von Niederbayern.

  • Sie brauchen einen Ansprechpartner im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus?

Wenden Sie sich an das zuständiges Fachreferat VI.9 Erwachsenenbildung:

Ministerialrat Dr. Guido Klinger guido.klinger@stmuk.bayern.de

OStR Thomas Schauer thomas.schauer@stmuk.bayern.de

  • Aktuelles

Regionalkonferenz Bayern: „Grundbildung und Alphabetisierung“ am 21.03.2018 in München

Links zur Erwachsenenbildung

Viele Möglichkeiten - zu jeder Zeit: der zweite Bildungsweg

Ein Klick in die Grafik öffnet das interaktive E-Paper
Ein Klick in die Grafik öffnet das interaktive E-Paper "Auf dem zweiten Bildungsweg zur Allgemeinen Hochschulreife - Die bayerischen Kollegs und Abendgymnasien"

Der Zweite Bildungsweg bietet Bildungsangebote für Menschen, die nach ihrer eigentlichen Schulzeit weitere Abschlüsse machen wollen oder die den angestrebten Schulabschluss nicht im Normaldurchlauf an der Regelschule erworben haben.

In Bayern gibt es dazu die Abendrealschule, das Abendgymnasium, das Kolleg und das Telekolleg. Auch die Begabtenprüfung zählt zum Zweiten Bildungsweg.

Überschrift

Die häufigsten Fragen und Antworten zur Abendrealschule

Was sind die Aufnahmebedingungen?

Voraussetzungen sind

  • eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine regelmäßige Berufstätigkeit von mindestens zwei Jahren
  • Mindestalter 17 Jahre
  • der erfolgreiche Hauptschulabschluss oder die Erfüllung der Vollzeitschulpflicht durch den Besuch einer anderen Schule und
  • eine berufliche Tätigkeit während des Schulbesuchs.

Wann findet der Unterricht statt?

In der Regel am Abend. Er umfasst wöchentlich 17 bis 20 Stunden. In der Abschlussklasse kann auch Tagesunterricht erteilt werden.

Welche Bildungsschwerpunkte werden an der Abendrealschule gesetzt?

Sie führt Berufstätige in drei oder vier Jahren zum Realschulabschluss.
Unterrichtet wird nach dem Lehrplan der Realschule. Die Anzahl der Fächer ist jedoch geringer.
Auch an der Abendrealschule gibt es drei Wahlpflichtfächergruppen. Sie entsprechen im wesentlichen denen der Realschule. Bereits im ersten Schuljahr muss man sich für eine Gruppe entscheiden.

Welche Abschlüsse erhalte ich?

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Die häufigsten Fragen und Antworten zum Abendgymnasium

Was sind die Aufnahmebedingungen?

  • Abgeschlossene Berufsausbildung oder eine regelmäßige Berufstätigkeit von mindestens zwei Jahren
  • Im Schuljahr der Anmeldung Mindestalter von 18 Jahren
  • Mittlerer Schulabschluss oder das erfolgreiche Durchlaufen des Vorkurses (s.u.) oder das erfolgreiche Ablegen einer Aufnahmeprüfung
  • Bestehen einer Probezeit bei gleichzeitiger beruflicher Tätigkeit während des Schulbesuchs

In den Vorkurs des Abendgymnasiums können insbesondere Bewerberinnen und Bewerber ohne mittleren Schulabschluss aufgenommen werden, wenn sie eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens zweijährige Berufstätigkeit sowie ein Mindestalter von 17 Jahren aufweisen. Die endgültige Aufnahme setzt das Bestehen einer Probezeit voraus.

Welche Bildungsschwerpunkte werden am Abendgymnasium gesetzt?

Das Abendgymnasium umfasst die Jahrgangsstufen I und II (Eingangsphase), III und IV (Qualifikationsphase). Es führt berufstätige Erwachsene im maximal vierjährigen Abendunterricht zur allgemeinen Hochschulreife.

Es gibt verschiedene Ausbildungsrichtungen:

  • Sprachliches Abendgymnasium (SAG)
  • Naturwissenschaftlich-technologisches Abendgymnasium (NTAG)
  • Wirtschaftswissenschaftliches Abendgymnasium (WWAG)

Welche Abschlüsse erhalte ich?

Standorte der Abendgymnasien in Bayern

Das Online-Gymn@sium für Menschen mit Handicap

Das Abendgymnasium Nürnberg bietet seit 2011 mit dem Online-Gymn@sium-Bayern die Möglichkeit, dass Menschen mit einer angeborenen,krankheits- oder unfallbedingten Beeinträchtigung, die am Präsenzunterricht am Abendgymnasium aus körperlichen der psychischen Gründen nicht teilnehmen können, in ganz Bayern online zu Hause unterrichtet werden.
Der Unterricht findet zu den üblichen Unterrichtszeiten des Abendgymnasiums statt - allerdings über eine Online-Plattform im Internet,die Schüler und Lehrkraft interaktiv über Webcam und Mikrophon verbindet.

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Die häufigsten Fragen und Antworten zum Kolleg

Was sind die Aufnahmebedingungen?

  • Abgeschlossene Berufsausbildung oder eine regelmäßige Berufstätigkeit von mindestens zwei Jahren
  • Im Schuljahr der Anmeldung Mindestalter von 18 Jahren
  • Mittlerer Schulabschluss oder das erfolgreiche Durchlaufen des Vorkurses (s.u.) oder das erfolgreiche Ablegen einer Aufnahmeprüfung
  • Bestehen einer Probezeit

Das Kolleg führt Erwachsene in drei Jahren zur allgemeinen Hochschulreife.
In den Vorkurs des Kollegs können insbesondere Bewerber ohne mittleren Schulabschluss aufgenommen werden, wenn sie eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens zweijährige Berufstätigkeit sowie ein Mindestalter von 17 Jahren aufweisen. Die endgültige Aufnahme setzt das Bestehen einer Probezeit voraus.

Welche Bildungsschwerpunkte werden am Kolleg gesetzt?

Das Kolleg führt Erwachsene in drei Jahren zur allgemeinen Hochschulreife. Es umfasst die Jahrgangsstufen I (Eingangsphase), II und III (Oberstufe).

Die Kollegs gibt es mit zwei Ausbildungsrichtungen: altsprachlich und neusprachlich

Die Sprachenfolge ist am altsprachlichen Kolleg:
Latein - Griechisch / Englisch

Am neusprachlichen Kolleg:
Englisch - Französisch / Latein / Russisch / Italienisch / Spanisch

Der Unterricht am Kolleg ist ganztägig, eine berufliche Tätigkeit daneben ist nicht möglich.
Stoffauswahl und Lehrmethode berücksichtigen Vorbildung, Lebensreife und Berufserfahrung der erwachsenen Schüler.
In der Jahrgangsstufe I wird der Unterricht nach einer festen Stundentafel erteilt. In den Jahrgangsstufen II und III wird nach dem System der gymnasialen Oberstufe unterrichtet.

Welche Abschlüsse erhalte ich?

Standorte der Kollegs

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Die häufigsten Fragen und Antworten zum Telekolleg

Welche Abschlüsse erhalte ich?

- mittlerer Schulabschluss - Start Juni 2018

- Vorkurs zur Wissensauffrischung - Start Juni 2018

- allgemeine Fachhochchulreife - Start November 2018

Was sind die Aufnahmebedingungen?

Mittlerer Schulabschluss oder verpflichtende Teilnahme am Vorkurs sowie erfolgreiche Teilnahme an den ersten Feststellungsprüfungen im ersten Trimester in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Und: Abgeschlossene oder bis zum Ende des Lehrgangs abgeschlossene Berufsausbildung oder eine mindestens vierjährige Berufserfahrung.

Wer wird außerdem aufgenommen?

Aufgenommen werden auch Meister, Absolventen von Fachschulen mit staatlicher Abschlussprüfung und Bewerber mit Fortbildungsprüfungen, die vom Kultusministerium als gleichwertig anerkannt sind (z. B. Fachwirt).

Welche Bildungsschwerpunkte werden am Telekolleg gesetzt?

Das Telekolleg ist eine Bildungseinrichtung des Freistaats Bayern und des Bayerischen Rundfunks. Das Telekolleg Multimedial führt in vier Trimestern zur Fachhochschulreife .

Das Telekolleg stützt sich auf

  • Lehrsendungen des Bayerischen Fernsehens (auch in BR-alpha),
  • schriftliches Begleitmaterial
  • Online-Betreuung
  • Kollegtage

Die Kollegtage finden etwa jeden zweiten Samstag statt. Sie werden vom Kultusministerium festgelegt und sollen den Kursteilnehmern Gelegenheit zur Aussprache mit den Lehrkräften geben.
Der Unterricht orientiert sich am Lehrplan der Fachoberschule.
Im Telekolleg Multimedial gibt es drei Ausbildungsrichtungen:

  • Technik
  • Wirtschaft
  • Sozialwesen

Die Ausbildungsrichtung ist durch die berufliche Vorbildung festgelegt.

An welchen Standorten finden Kollegtage statt?

Standorte der Kollegtagschulen:

Oberbayern:

Altötting, Bad Tölz, Freilassing, Freising, Ingolstadt, München, Rosenheim

Niederbayern:

Landshut, Passau

Oberpfalz:

Amberg, Regensburg, Weiden

Oberfranken:

Bamberg, Bayreuth, Hof

Mittelfranken:

Ansbach, Nürnberg

Unterfranken:

Aschaffenburg, Schweinfurt, Würzburg

Schwaben:

Augsburg, Donauwörth, Neu-Ulm

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Die häufigsten Fragen und Antworten zur Begabtenprüfung

Was ist die Begabtenprüfung?

Die Begabtenprüfung soll besonders befähigten Berufstätigen ermöglichen, die Berechtigung zu einem Hochschulstudium zu erwerben. Diese Prüfung ist für Personen gedacht, die aufgrund ihrer Begabung, ihrer Persönlichkeit und ihrer Vorbildung für ein Hochschulstudium in Frage kommen, aber wegen ihres Entwicklungsgangs keinen schulischen Bildungsgang bis zur Hochschulreifeprüfung durchlaufen konnten.

Was sind die Voraussetzungen?

Eine abgeschlossene Berufsausbildung und im Anschluss daran eine mindestens fünfjährige Berufstätigkeit. Die Hauptwohnung muss in Bayern sein. Das Mindestalter beträgt 25 Jahre.

Wer wird zur Prüfung zugelassen? Und wer nicht?

Interessenten sollten sich unbedingt vorher über die Prüfungsanforderungen informieren.
Nicht zugelassen werden Bewerber, die bereits erfolglos versucht haben, die allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife zu erlangen. Ausgeschlossen sind auch Bewerber, die die allgemeine Hochschulreife durch eine Ergänzungsprüfung erlangen können (Schüler und Absolventen der Berufsoberschule).

Die Prüfung wird zweimal im Jahr durchgeführt:

  • Im Frühjahr: Anmeldetermin 31. Januar
  • Im Herbst: Anmeldetermin 31. Juli

Sie findet im Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst statt.

Wie läuft die Prüfung ab?

Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und mündlichen Teil.
Der schriftliche Teil umfasst

  • eine Aufgabe aus einem wissenschaftlichen Fachgebiet nach eigener Wahl
  • Deutsch
  • Mathematik oder eine zugelassene Fremdsprache

Der mündliche Teil umfasst

  • das wissenschaftliche Fachgebiet
  • eine zugelassene Fremdsprache oder Mathematik
  • Geschichte
  • ein Fach aus der Fächergruppe Erdkunde, Sozialkunde, Wirtschafts- und Rechtslehre oder aus der Fächergruppe Biologie, Physik, Chemie.

Die Vorbereitung auf diese Prüfung erfolgt im Selbststudium.
Ergänzend dazu gibt es die Möglichkeit, einen Oberstufenlehrgang an einer Abendrealschule, Fernlehrgänge oder Kurse an einer Volkshochschule zu belegen.

Welche Abschlüsse erhalte ich?

Die besten Links zum Zweiten Bildungsweg

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