GribS: Erfolgreicher Schulversuch bringt Grundschülern Naturwissenschaften näher

Schüler der Grundschule Ahrain zeigen Thomas Kreuzer einen Magnetismus-Versuch
Schüler der Grundschule Ahrain zeigen Thomas Kreuzer einen Magnetismus-Versuch

Grundschüler für die Naturwissenschaften begeistern: Der Modellversuch GribS vermittelt im Heimat- und Sachkundeunterricht kindgerechte Kenntnisse. Zum Abschluss des Versuchs an 16 Schulen würdigte Staatssekretär Thomas Kreuzer den „beachtlichen Vorsprung“ der GribS-Schüler gegenüber anderen Grundschülern. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen auf Grundschulen in ganz Bayern übertragen werden.

Schülerinnen und Schüler der Comenius-Volksschule Töging zeigten GribS-Experimente
Schülerinnen und Schüler der Comenius-Volksschule Töging zeigten GribS-Experimente

Grips – umgangssprachlich bedeutet das „gesunder Menschenverstand“. Hier steht  GribS für Grundschulen zur individuellen Förderung bayerischer Schülerinnen und Schüler. Im Literaturhaus München wurde in einer Abschlussveranstaltung der erfolgreiche Schulversuch gewürdigt.  

Staatssekretär Thomas Kreuzer erläuterte das Konzept des Versuchs, der 2007 an 16 Modellschulen begann: „Für den Wirtschaftsstandort Bayern ist es wichtig, dass sich möglichst viele Schülerinnen und Schüler solide Grundlagen in den Naturwissenschaften aneignen. So können sie später ein entsprechendes Studium aufnehmen. Wir können damit gar nicht früh genug ansetzen. Der Heimat- und Sachunterricht wird deshalb auch weiterentwickelt – beispielsweise durch Ansätze von GribS. Der Modellversuch liegt voll und ganz auf der Grundlinie der bayerischen Bildungspolitik.“

Eine Schülerin erläutert ihr Experiment
Eine Schülerin erläutert ihr Experiment

Mit GribS sollen Kinder eigenständig Wissen erwerben und frei forschen. Kindgemäße, handlungsorientierte Lernwege mit aufschlussreichen Experimenten und Versuchen werden bereitgestellt. Dabei liefert der Schulversuch für jeden Schüler und für jede Schülerin einen ganz eigenen Zugang zu wissenschaftlichen Themen. „Individueller kann Förderung nicht sein“, erklärte Staatssekretär Kreuzer. Beim Thema Elektrizität kann die Aufforderung zum Beispiel heißen: „Leiter und Nichtleiter – entwickelt dazu eigene Experimente!“ Hinzu kommen anspruchsvolle Expertenaufgaben. Und für die Kinder, die davon immer noch nicht genug gefordert sind – oder die noch ganz andere Fragen haben -  gibt es freie Forscheraufträge, die mit verschiedenen Materialien und Geräten gelöst werden müssen.                           

„Die Kinder werden dazu angeregt, alltägliche Phänomene genau zu beobachten und zu hinterfragen“, sagte Thomas Kreuzer, „das kann eine beschlagene Brille im Winter sein oder die Frage: Warum haftet der Magnet am Kühlschrank  - aber eine Büroklammer nicht? Wie bei einer Art detektivischem Puzzlespiel wird die Neugier der Kinder geweckt.“

Schülerinnen und Schüler aus Ahrain und Töging präsentierten in München GribS
Schülerinnen und Schüler aus Ahrain und Töging präsentierten in München GribS

In den GribS-Forscherlaboren bieten Bibliotheken genaue Anleitungen für viele Versuche. Spielerisch lernen die Kinder dann auch den Umgang mit Laborgegenständen wie Pipetten und Reagenzgläsern. Alle Ergebnisse werden von den Schülern in ihren Forscherbüchern professionell dokumentiert.

Ermöglicht wurde das Projekt der Stiftung Bildungspakt Bayern durch die Zusammenarbeit mit den Exklusivpartnern E.ON Bayern Vertrieb GmbH und E.ON Wasserkraft GmbH. Das Unternehmen hat die Beschaffung von Materialien an Schulen bezahlt. Auch die wissenschaftliche Auswertung wurde unterstützt. Der Inhaber des Augsburger Lehrstuhls für Grundschulpädagogik und – didaktik, Professor Andreas Hartinger konnte dabei mit seinen Mitarbeitern bei den GriBs-Schülerinnen und Schülern einen beachtlichen Vorsprung im naturwissenschaftlichen Lernen gegenüber anderen Grundschulkindern feststellen. „Gemeinsam mit den beteiligten Lehrkräften haben wir den Heimat- und Sachunterricht so weiterentwickelt, dass alle Kinder ihr Vorwissen und ihre Erfahrung in den Unterricht einbringen und als Ausgangspunkt für individuelle Lernwege nutzen können“, sagte der Professor. „Die Klasse wird eine Forschergemeinschaft von Schülern und Lehrkraft. Die Ergebnisse der Evaluation zeigen: Damit gelingt eine echte individuelle Förderung für jedes Kind.“

Deshalb soll das Projekt GriBs jetzt auf ganz Bayern ausgeweitet werden. 50 Lehrerinnen und Lehrer arbeiten daher jetzt als Multiplikatoren. Sie stehen ab sofort in allen Schulamtsbezirken zur Verfügung.

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