Jüdisches Leben in München Ausstellung würdigt 90-jähriges Bestehen der Synagoge Reichenbachstraße

Staatsminister Dr. Florian Herrmann (links) und Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo (rechts) besuchten die Synagoge Reichenbachstraße, die 1931 von Gustav Meyerstein errichtet wurde und ein wichtiges Kulturdenkmal darstellt
Staatsminister Dr. Florian Herrmann (links) und Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo (rechts) besuchten die Synagoge Reichenbachstraße, die 1931 von Gustav Meyerstein errichtet wurde und ein wichtiges Kulturdenkmal darstellt

Ein Zeichen für Toleranz und gelebte Erinnerungskultur: Eine Ausstellung gedenkt der Einweihung der Synagoge Reichenbachstraße in München vor 90 Jahren und leistet einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Antisemitismus. 

Vor genau 90 Jahren wurde die Synagoge Reichenbachstraße eingeweiht. Aus diesem Anlass eröffneten Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo und Staatsminister Dr. Florian Herrmann am 11.10.2021 eine vom Verein „Synagoge Reichenbachstraße e. V.“ entwickelte Ausstellung. Das Projekt, das vom Freistaat gefördert wurde, stellt in einer filmischen Installation die Geschichte der Synagoge, ihren kulturhistorischen Rang und ihre Bedeutung für die Münchner Juden dar. Zentrales Thema der Ausstellung ist auch die Renovierung der Synagoge. „Die Synagoge, die 1938 von den Nazis verwüstet wurde, setzt heute ein eindrucksvolles Zeichen für Toleranz und für ein friedliches Miteinander von Juden und Nichtjuden. Sie ist ein Geschenk und Auftrag zugleich: Wir müssen dafür sorgen, dass der offene oder verdeckte Antisemitismus keine Chance hat“, sagte Kultusminister Piazolo.

Dr. Florian Herrmann würdigte den Beitrag des Freistaats zur Renovierung: „Die Synagoge Reichenbachstraße wird neu erstehen und ein starkes Zeichen setzen. Jüdische Kultur und jüdisches Leben, auch dieses Gotteshaus, haben einen zentralen Platz in unserer Gesellschaft. Dafür setzen wir uns mit großem Engagement ein und wollen dies auch sichtbar machen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen und eine historische Verpflichtung, einen wesentlichen Beitrag zur Renovierung der Synagoge leisten zu können.“

Die Synagoge Reichenbachstraße war bis 2006, bis zur Errichtung der Ohel Jakob Synagoge am Jakobsplatz, das wichtigste Gotteshaus der Münchner Juden. Seither stand sie leer. Erst mit dem Engagement des Vereins „Synagoge Reichenbachstraße e. V.“ wurde dem Verfall Einhalt geboten.
Piazolo würdigte das herausragende Engagement des Vereins: „Ich danke Rachel Salamander, die zusammen mit Ron C. Jakubowicz den Verein im Jahre 2013 gründete, für ihren bespielhaften Einsatz, die Synagoge in ihren originären Zustand von 1931 zu versetzen.“ Dr. Rachel Salamander erklärte: „Die Synagoge gehört zu den bedeutendsten Sakralbauten Münchens und ist mit ihrem Stil der neuen Sachlichkeit ein Juwel der internationalen Baugeschichte. Die Sanierung der Synagoge bewahrt der jüdischen Gemeinschaft den einzig erhaltenen Vorkriegsbau des Münchner Judentums und gibt der Stadt München und ihren Bürgern ein einzigartiges Kunstdenkmal zurück.“

Die Synagoge Reichenbachstraße feiert in diesem Jahr ihr 90-jähriges Bestehen. Sie befindet sich unweit des Gärtnerplatzes in einem Münchner Hinterhof der Reichenbachstraße 27.  Ein imposanter Bau, der vom Architekten Gustav Meyerstein 1931 für die meist osteuropäischen Zugewanderten der umliegenden Isarvorstadt errichtet wurde. Während des Novemberpogroms, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, verwüsteten die Nationalsozialisten auch diese Synagoge. Das Feuer wurde zwar wegen der Gefahr für die umliegenden Gebäude gleich wieder gelöscht, die Synagoge aber wurde in den darauffolgenden Jahren zweckentfremdet genutzt. Nach 1947 konnte die Jüdische Gemeinde, die zu dem Zeitpunkt aus Überlebenden der Schoa – meist aus Osteuropa – bestand, die Synagoge wieder einweihen, und sie wurde zur Hauptsynagoge der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, bis zum Umzug in die neue Hauptsynagoge am St.-Jakobs-Platz im Jahr 2006. 2013 ergriff Rachel Salamander die Initiative zur Sanierung der Synagoge und gründete gemeinsam mit Ron C. Jakubowicz den Verein „Synagoge Reichenbachstraße e. V.“ Seither setzt sich der Verein für die Wiederherstellung der Synagoge in ihren originären Zustand von 1931 ein.

Die Öffentlichkeit hat ab dem 13.10.2021 für einige Wochen die Gelegenheit, die derzeit im Umbau befindliche Synagoge zu besichtigen. Eine Audio- und Filminstallation gibt Auskunft über die Bau- und Stadtteilgeschichte, kombiniert mit persönlichen Erinnerungen.

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