„Mach dein Handy nicht zur Waffe!" Kampagne klärt über strafbare Inhalte auf Schülerhandys auf

Video mit Influencer Falco Punch: „Mach dein Handy nicht zur Waffe!“

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Gewaltvideos, Hakenkreuze und Kinderpornographie: Leider werden auch an Schulen immer wieder Fälle bekannt, bei denen strafbare Inhalte über soziale Netzwerke oder Chats verbreitet wurden.  Am 22. April starteten Kultusministerium und Justizministerium gemeinsam mit dem Influencer Falco Punch eine Aufklärungskampagne für Jugendliche. Jetzt informieren und Video ansehen!

In den vergangenen Jahren gab es an bayerischen Schulen vermehrt Fälle, in denen strafbare Inhalte über soziale Netzwerke und Chats verbreitet wurden. Die Dunkelziffer ist dabei vermutlich hoch. Dem entgegenwirken möchte nun eine gemeinsame Aufkärungskampagne des Justizministeriums und des Kultusministeriums.

Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo und Justizminister Georg Eisenreich gaben bei einem Online-Event am 22. April 2021 gemeinsam mit dem Top-Influencer Falco Punch, dem ehemaligen Landesschülersprecher Joshua Grasmüller und zwei Schülerinnen des Lise-Meitner-Gymnasiums Unterhaching  den Startschuss für die Kampagne „Mach dein Handy nicht zur Waffe!“.

v. l. Justizminister Georg Eisenreich,  Schülerin Sonja (Lise-Meitner-Gymnasium Unterhaching), Influencer Falco Punch, Schülerin Marianne (Lise-Meitner-Gymnasium Unterhaching), Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo und Moderator Joshua Grasmüller. Bei Klick ins Bild zum Mitschnitt der Veranstaltung auf YouTube
v. l. Justizminister Georg Eisenreich, Schülerin Sonja (Lise-Meitner-Gymnasium Unterhaching), Influencer Falco Punch, Schülerin Marianne (Lise-Meitner-Gymnasium Unterhaching), Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo und Moderator Joshua Grasmüller. Bei Klick ins Bild zum Mitschnitt der Veranstaltung auf YouTube

In deren Mittelpunkt steht ein etwa zweiminütiges Video, das zusammen mit einem der erfolgreichsten deutschen Influencer entwickelt wurde: Falco Punch (25, fast zehn Millionen Follower bei TikTok) zeigt den Schülerinnen und Schülern in diesem Video anhand typischer Fälle, wie schnell man sich mit seinem Handy strafbar machen und welche gravierenden Folgen das haben kann. Dafür verwandelt er sein Handy mit Hilfe einer kreativen Schnitttechnik in gefährliche Gegenstände.

Kultusminister Piazolo betont anlässlich des Starts der Kampagne: „Jugendliche sind im Netz immer wieder mit Inhalten konfrontiert, die beleidigend oder verstörend sein können. Oft werden solche Inhalte über das Smartphone verbreitet – das kann in vielen Fällen sogar strafbar sein. Mir ist wichtig, dass Schülerinnen und Schüler ein Bewusstsein dafür entwickeln. Nur so können sie sich und andere schützen. Mit Falco Punch haben wir einen Top-Influencer für unsere Kampagne gewonnen. So sorgen wir dafür, dass das Handy nicht zur Waffe wird!“

Bayerns Justizminister Georg Eisenreich ergänzt: „Kinder und Jugendliche sind viel in Schülerchats und sozialen Netzwerken unterwegs. Die Pandemie hat das verstärkt. Ein Problem: Unsere Staatsanwaltschaften werden immer häufiger mit strafbaren Inhalten auf Handys konfrontiert. Jugendliche sind sich oft nicht bewusst, wie schnell sie eine strafbare Handlung mit dem Handy begehen können und unterschätzen die Folgen. Deshalb wollen wir die Schülerinnen und Schüler für das Thema sensibilisieren und einen Beitrag zur Prävention leisten. Wir wollen Schülerinnen und Schüler vor Straftaten und Strafverfahren schützen.“

Mit KLICK ins Bild direkt zur Kampagne!
Mit KLICK ins Bild direkt zur Kampagne!

Das Bayerische Staatsministerium der Justiz hat Anfang vergangenen Jahres gemeinsam mit dem Kultusministerium und fünf bayerischen Lehrerverbänden eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Diese beschäftigt sich mit Aufklärung über die strafrechtlichen Folgen von illegalen Inhalten auf Schülerhandys sowie der Sensibilisierung für das Thema und Prävention durch Medienbildung.
Im Rahmen der gemeinsamen Kampagne „Mach dein Handy nicht zur Waffe“ entstand neben dem Video mit Falco Punch auch eine eigene Webseite, erreichbar unter dem Link www.machdeinhandynichtzurwaffe.de. Dort erklärt Falco Punch den Jugendlichen an Beispielen, welche Handlungen mit dem Smartphone strafbar sein können, und mit welchen strafrechtlichen Konsequenzen sie gegebenenfalls rechnen müssen, wenn sie solche Handlungen ausführen.

Hintergrund: Was ist strafbar?

Genau wie in der analogen Welt können in Chat-Apps, Foren und auf Social Media-Plattformen Straftatbestände verwirklicht werden. Nicht nur Cybermobbing, beispielsweise durch das Verbreiten von ehrverletzenden Gerüchten, Beschimpfungen und Bedrohungen, nimmt zu. Auch kommen strafbarer Umgang mit jeder Art von Pornografie, unbefugte Bild- oder Tonbandaufnahmen, Gewaltdarstellungen und Volksverhetzung in den sozialen Medien und Messenger-Diensten vor.

Beispielsweise ist es strafbar,

  • kinder- oder jugendpornografische Bilder über Chatgruppen zu versenden.
  • kinder- oder jugendpornografische Bilder zu besitzen. Daher können sich auch Nutzer strafbar machen, wenn sie kinderpornografische Bilder – unaufgefordert – über Chatgruppen zugesandt bekommen und diese nicht unverzüglich löschen oder den zuständigen Stellen melden.
  • freiwillig hergestellte Nacktfotos der Freundin bzw. des Freundes ohne deren bzw. dessen Einwilligung über Social Media-Plattformen der Schulklasse zugänglich zu machen.
  • beleidigende Äußerungen in einem sozialen Netzwerk zu posten.

Zahlen und Fakten:

Gemäß der bayerischen Strafverfolgungsstatistik hat sich allein die Anzahl der wegen Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer Inhalte verurteilten Jugendlichen (im Alter von 14 bis 17 Jahren) 2019 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt (2019: 39 Jugendliche; 2018: 18 Jugendliche).

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik ist – unabhängig vom Tatort Schule – im Bereich Kinderpornografie bundesweit die Anzahl der Tatverdächtigen unter 18 Jahren von 1373 im Jahr 2018 auf 4139 im Jahr 2019 und auf 7643 im Jahr 2020 angestiegen.

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