Gabrieli-Gymnasium Eichstätt: Der Freistaat investiert 20 Millionen Euro

Der dritte Bauabschnitt hat 6,5 Millionen Euro gekostet
Der dritte Bauabschnitt hat 6,5 Millionen Euro gekostet

In Eichstätt hat Kultusstaatssekretär Thomas Kreuzer einen Neubau am Gabrieli-Gymnasium eingeweiht. Die Bauten sind bereits der dritte Bauabschnitt. Die Schule ist eine von elf staatlichen Heimschulen in Bayern. Der Freistaat trägt die gesamten Baukosten. Insgesamt sollen für Neuerungen hier 20 Millionen Euro ausgegeben werden – 6,5 Millionen Euro wurden davon in diesem Bauabschnitt investiert.

Staatssekretär Thomas Kreuzer
Staatssekretär Thomas Kreuzer

„Es macht Spaß zu sehen, dass eine Schule floriert und Steuergelder sinnvoll in ihren Ausbau investiert werden“, sagte Staatssekretär Thomas Kreuzer in Eichstätt. „Ich freue mich, dieses wunderschöne neue Schulgebäude einzuweihen.

Ich bin mir sicher: Die gesamte Schulgemeinschaft des Gabrieli-Gymnasiums darf zu Recht stolz sein auf den Erweiterungsbau!"

Die Schulräume des Neubaus von innen
Die Schulräume des Neubaus von innen

Das Gabrieli-Gymnasium in Eichstätt hat einen Sonderstatus unter den Schulen im Freistaat. Es gehört zu den elf staatlichen Heimschulen. Der Freistaat trägt hier nicht nur die Personalkosten. Er ist auch der sogenannte Sachauf- wandsträger. Die Neubauten wurden komplett aus der Staatskasse finanziert – und vom staatlichen Hochbauamt errichtet. Das bayerische Angebot mit 13 staatlichen Heimschulen ist in ganz Deutschland einmalig.

                        

Der Schulhof mit dem neuen Gebäude des Gabrieli-Gymnasiums
Der Schulhof mit dem neuen Gebäude des Gabrieli-Gymnasiums

Die neuen Bauten – Fachräume für Naturwissenschaften und eine moderne Turnhalle - sind der dritte Teil eine Pakets von umfangreichen Sanierungen und Erweiterungen an der Schule. Bis jetzt hat der Freistaat zwölf Millionen Euro gezahlt – für die Aufstockung des naturwissenschaftlichen Trakts und die Erneuerung des Internatsgebäudes.

Das Schulgebäude im Rohbau
Das Schulgebäude im Rohbau

Weitere acht Millionen Euro will Bayern investieren, um am Gymnasium die Räume für die Verwaltung und für die Lehrkräfte auszubauen. Auch die Musikräume sollen renoviert werden. Um behinderten Kindern den Zugang zu erleichtern, soll ein Aufzug eingebaut werden. Im Rahmen der Inklusion sollen mehr behinderte Kinder Regelschulen besuchen.

Staatssekretär Thomas Kreuzer (Mitte) bei der Einweihungsfeier in Eichstätt
Staatssekretär Thomas Kreuzer (Mitte) bei der Einweihungsfeier in Eichstätt

„Mit diesen Baumaßnahmen tragen wir den gestiegenen Schülerzahlen und räumlichen Anforderungen der letzten Jahre Rechnung“, erläuterte Staatssekretär Kreuzer, „es ist sehr bemerkenswert, dass sich die Schülerzahlen des Gabrieli-Gymnasiums in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt hat. Die Schule wird inzwischen von mehr als Tausend  Schülern besucht.“ Der Erfolg dieser Schule steht dabei pars pro toto für die bayerischen Gymnasien. Der Staatssekretär erinnerte an eine Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB). Bei diesem Bildungsvergleich der deutschen Länder waren die bayerischen Schülerinnen und Schüler in allen Kompetenzbereichen als Sieger hervorgegangen – zum Teil erheblich über dem deutschen Durchschnitt.

Das Gebäude beim Richtfest
Das Gebäude beim Richtfest

„Einen solchen Status bekommt man nicht geschenkt, man muss ihn sich immer wieder neu verdienen“, so Kreuzer. Eine der besonderen Stärken der Gymnasien sei dabei ihre „Vielfalt an Ausbildungsrichtungen und Formen.“ Diese Vielfalt zeige sich am Gabrieli-Gymnasium in der Verbindung von öffentlicher Heimschule und Musischem Gymnasium besonders.

Ausgrabungen bei den Bauarbeiten
Ausgrabungen bei den Bauarbeiten

Alle Gymnasien in Bayern vereinen Altes und Bewährtes mit Neuem und Innovativem – für den Staatssekretär auch eine Metapher für das, was in Eichstätt entsteht. Die Architekten standen vor einer großen Herausforderung: Bei den Ausschacht- ungen stießen die Bauarbeiter immer wieder auf historische Spuren, die bis zurück in das Mittelalter reichten. Eichstätt, die Bischofsstadt an der Altmühl, ist geprägt vom Barock. Und dazu sollte nun Neues, Modernes kommen.

Gabrieli-Büste in Eichstätt
Gabrieli-Büste in Eichstätt

„Künstlerisches Schaffen soll nicht Selbstzweck sein, sondern im Dienste der Menschen stehen." Dieses Motiv findet sich in den Bauten des Schweizers Gabriel de Gabrieli (1671 – 1747), dem ehemaligen Fürstbischöflich Eichstättischen Hofbaudirektor, der die Stadt lange Jahre architektonisch geprägt hat.

Das neue Treppenhaus
Das neue Treppenhaus

Von dem Schweizer Baumeister stammen viele oberbayerische Bauten des Barock. Auch das prachtvolle, sehenswerte Treppenhaus des alten Internatsgebäudes hat er selbst geplant. „Lassen Sie das Gebäude einmal bewusst auf sich wirken“, beschreibt es Staatssekretär Thomas Kreuzer, „das neue Gebäude besticht durch Weite, Offenheit und Transparenz. Eine durchdachte Farb- und Lichtgestaltung schafft nicht nur spannende visuelle Eindrücke, sondern macht die Schule zu architektonisch reizvoll gestalteten Lebensraum.“

Klare Linien, klare Formensprache: Der Neubau wird viele Interessierte anlocken
Klare Linien, klare Formensprache: Der Neubau wird viele Interessierte anlocken

Bereits jetzt ziehen die Bauten in Eichstätt im Sommer ganze Bus-Ladungen von Architektur-Studenten an, die sich die Barockbauten und die Neubauten in der Stadt ansehen.

Nun gibt es eine architektonische Sehenswürdigkeit mehr.

Der Altbau auf einer historischen Postkarte
Der Altbau auf einer historischen Postkarte

Dass die Erweiterungs- und Sanierungsarbeiten von Anfang an unter einem guten Stern standen, zeigt ein Fund bei den Erdarbeiten: Eine Fanfare aus dem 15. Jahrhundert wurde dabei ausgegraben – für ein musisches Gymnasium mit Sicherheit ein gutes Omen.

Artikel von Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle über die Anforderungen von moderner Architektur an Schulen

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