Video Pressekonferenz - Lernzeitverkürzung Individuelle Förderung am Gymnasium wird ausgebaut

Video: Kultusminister Michael Piazolo zum Ausbau der individuellen Förderung am Gymnasium

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Kultusminister Michael Piazolo stellte gemeinsam mit Lehrer-, Eltern- und Schülervertretern das neue Konzept fürs Gymnasium vor: Mit Hilfe eines vielfältigen Förder- und Begleitangebots in den Jahrgangsstufen 9 und 10 mit entsprechender Beratung und persönlichem Mentoring werden interessierte Schülerinnen und Schüler auf das Auslassen der Jahrgangsstufe 11 vorbereitet.

„Mit dem Konzept der Individuellen Lernzeitverkürzung wollen wir interessierte Jugendliche am neuen Gymnasium noch weiter in ihren persönlichen Fähigkeiten und Begabungen fördern. Mit einem qualitätsvollen Förderangebot sowie der fachlichen Begleitung und Beratung durch Lehrkräfte können sie ihr Abitur nach acht Jahren ablegen“, betonte Kultusminister Michael Piazolo in München. Zusammen mit Lehrer-, Eltern- und Schülervertretern stellte er das Konzept zur sog. „Überholspur“ vor. Von den Verbänden nahmen Michael Schwägerl, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes (bpv), Walter Baier, Landesvorsitzender der Direktorinnen und Direktoren der Bayerischen Gymnasien (BayDV), Susanne Arndt, Vorsitzende der Landes-Eltern-Vereinigung (LEV) und Florian Schwegler als Vertreter des Landesschülerrats (lsr) an der Präsentation teil.

 

Gemeinsame Pressekonferenz: Walter Baier (BayDV), Michael Schwägerl (bpv), Kultusminister Michael Piazolo,  Ministeriumssprecherin Sylvie Schnaubelt, Susanne Arndt (LEV) und Florian Schwegler (lsr) (v.r.n.l.)
Gemeinsame Pressekonferenz: Walter Baier (BayDV), Michael Schwägerl (bpv), Kultusminister Michael Piazolo, Ministeriumssprecherin Sylvie Schnaubelt, Susanne Arndt (LEV) und Florian Schwegler (lsr) (v.r.n.l.)

Förder- und Begleitangebot für interessierte Schüler

Mit Hilfe eines vielfältigen Förder- und Begleitangebots in den Jahrgangsstufen 9 und 10 mit entsprechender Beratung und persönlichem Mentoring werden interessierte Schülerinnen und Schüler auf das Auslassen der Jahrgangsstufe 11 vorbereitet. Dabei entscheiden sie gemeinsam mit ihren Erziehungsberechtigten erst gegen Ende der Jahrgangsstufe 10, ob sie die Jahrgangsstufe 11 tatsächlich auslassen wollen. Walter Baier hob hervor: „Für die Zukunft unseres Landes müssen auch die besten Schülerinnen und Schüler besonders gefördert werden. Das so genannte Überspringermodell ist ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Begabtenförderung und beispiellos im Vergleich zur derzeitigen Schulpolitik in anderen Bundesländern. Die BayDV begrüßt deshalb die nun geschaffene Möglichkeit der individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern mit dem Ziel, die Jahrgangsstufe 11 zu überspringen.“ Florian Schwegler ergänzte: „Der Landesschülerrat in Bayern begrüßt die Einführung der Individuellen Lernzeitverkürzung am neunjährigen Gymnasium. Wir sind der Meinung, dass mit der Individuellen Lernzeitverkürzung eine gut umzusetzende, pädagogische und in sich schlüssige Möglichkeit für die bayerischen Schülerinnen und Schüler geschaffen wurde, um sinnvoll und individuell die Länge des Bildungswegs zum Abitur bestimmen zu können.“

Module mit Seminaren und Studierzeiten in Jahrgangsstufen 9 und 10

In Seminaren und Studierzeiten – sogenannten Modulen, die zusätzlich zum Regelunterricht besucht werden – eignen sich die Jugendlichen zentrale Kompetenzen und Inhalte an, die für den Start in die Jahrgangsstufe Q12 wichtig sind. Gleichzeitig vertiefen und erweitern sie grundlegende Arbeitstechniken und Fertigkeiten. In der Jahrgangsstufe 9 liegt der Fokus auf den Grundlagenfächern Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache. In der 10. Klasse kommt ein weiteres Fach als „Profilmodul“ hinzu. Der Besuch der Seminare bedeutet für die Schülerinnen und Schüler zwei Schulstunden pro Woche mehr an der Schule, während die „Studierzeit“ zu Hause wahrgenommen werden kann.  „Jetzt wird ein bundesweit einmaliger Weg beschritten, leistungsfähige und leistungsbereite Schülerinnen und Schüler zu fördern. Gleichzeitig ist die ganze ‚Überholspur‘ eingebettet in ein System aus Diagnose und Beratung für jeden einzelnen. Es freut uns, dass das vorliegende Konzept – quasi ein G8 im G9 – im Grundsatz dem von uns im Jahr 2014 vorgestellten Eckpunktepapier entspricht und dass die Gespräche mit den Vertretern der Schulgemeinschaft immer wertschätzend und auf Augenhöhe waren“, so Michael Schwägerl, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes.

Unterstützung für Schulen: Leitfaden, Fortbildungen, Lehrerwochenstunden

Ein besonderes Anliegen ist es dem Minister, „die gymnasiale Schulfamilie bei dem Angebot der Individuellen Lernzeitverkürzung bestmöglich zu unterstützen“. Wertvolle Hilfe dabei werden neben einem umfangreichen Leitfaden besonders die „Fachcurricula“ bieten, die das Institut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) für das Förderangebot erarbeitet. Die Lehrerinnen und Lehrer, die in den Modulen eingesetzt sind, werden zudem mit Fortbildungen vorbereitet und begleitet. Die Schulen vor Ort erhalten für die Einrichtung des Förderangebots zusätzliche Lehrerwochenstunden. „Die Begleitung der Schülerinnen und Schüler durch ihre Lehrkräfte war uns ein besonderes Anliegen", erklärte Susanne Arndt. „Aus diesem Grund war es uns wichtig, dass die Schulen mit Lehrerwochenstunden gut ausgestattet werden.“

Individuelle Lernzeitverkürzung für Schüler der derzeitigen 6. Klassen

Kultusminister Piazolo: „Wir wollen gemeinsam mit der gymnasialen Schulfamilie weiter an der Ausgestaltung eines qualitätsvollen bayerischen Gymnasiums arbeiten. Das Konzept für die Individuelle Lernzeitverkürzung ist dabei ein weiterer wichtiger Baustein.“ Spätestens im Februar 2021 erfolgt die Information und Beratung des ersten G9-Jahrgangs, im September 2021 startet erstmals das Förder- und Begleitangebot mit den Seminaren und Studierzeiten. Die Schülerinnen und Schüler der derzeitigen 6. Klassen werden als erste die Möglichkeit haben, die Lernzeit individuell um ein Jahr zu verkürzen. Piazolo freute sich, dass das Konzept in einem breiten Konsens mit der gymnasialen Schulfamilie entwickelt wurde. Für die vielfältigen Impulse und die gute Zusammenarbeit dankte er den Vertreterinnen und Vertretern des Bayerischen Philologenverbandes, der Direktorenvereinigung, der Landes-Eltern-Vereinigung sowie dem Landesschülerrat.

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