Reanimationstraining Schüler üben Erste Hilfe-Maßnahmen

Schülerinnen und Schüler der Klasse 8c der Viktor-Karell-Realschule in Landau an der Isar trainieren Reanimationsmaßnahmen
Schülerinnen und Schüler der Klasse 8c der Viktor-Karell-Realschule in Landau an der Isar trainieren Reanimationsmaßnahmen

„Prüfen – Rufen – Drücken!“ lautet die Devise: Erste Hilfe-Maßnahmen sind lebenswichtig und auch nicht-professionelle Ersthelfer können Menschenleben retten. Die „Woche der Wiederbelebung“ soll unter anderem Schülerinnen und Schüler zum Mitmachen motivieren. 

Kultusminister Bernd Sibler
Kultusminister Bernd Sibler

Kultusminister Bernd Sibler, der selbst seit vielen Jahren in einer Hilfsorganisation aktiv ist, betonte bei einem Reanimationstraining mit Schülerinnen und Schülern der Viktor-Karell-Realschule in Landau an der Isar: „Jeder kann helfen – das ist für mich eine klare Botschaft! Mit Maßnahmen der Ersten Hilfe und insbesondere zur Wiederbelebung können wir Menschen helfen und Menschenleben retten!“ Gerade bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute und eine sofortige Herz-Druck-Massage auch durch nicht professionelle Helfer kann lebensrettend sein.

Das Reanimationstraining an der Viktor-Karell-Schule in Landau an der Isar zeigt beispielhaft das Engagement der bayerischen Schulen bei der Ersten Hilfe. „Wir wollen gerade unsere Schülerinnen und Schüler für die Reanimation sensibilisieren und ihnen durch entsprechende Trainings mit Theorie und Praxis gewisse Berührungsängste nehmen. Die Schulen im Freistaat leisten hier einen wertvollen Beitrag und führen unsere jungen Menschen verantwortungsvoll an das Thema heran“, so Sibler auch mit Blick auf die Woche der Wiederbelebung, die vom 17. bis zum 23. September 2018 stattfindet. Für das Engagement aller Beteiligten vor Ort, der Lehrerinnen und Lehrer sowie der zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer im Freistaat bedankte sich der Minister herzlich. Dabei lobte er auch den Einsatz vieler bayerischer Schülerinnen und Schüler als Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter. Sie gehen für Sibler mit gutem Beispiel voran und erfüllen eine wichtige Aufgabe: „Unsere jungen Menschen übernehmen Verantwortung für das Wohlbefinden ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler – ein beispielhaftes Engagement!“

Kultusminister Bernd Sibler (2. v. re.) mit Schulsanitäterinnen und Schulsanitätern der Realschule Landau, dem Ministerialbeauftragten Bernhard Aschenbrenner und Vertretern des Bayerischen Roten Kreuzes
Kultusminister Bernd Sibler (2. v. re.) mit Schulsanitäterinnen und Schulsanitätern der Realschule Landau, dem Ministerialbeauftragten Bernhard Aschenbrenner und Vertretern des Bayerischen Roten Kreuzes

„Prüfen – Rufen – Drücken!“ – Reanimation einüben

Mit Aufklärungsaktionen an Schulen, die gemeinsam mit Rettungsdiensten stattfinden, soll ein Bewusstsein für die Bedeutung der Wiederbelebung geschaffen und zugleich die Hemmschwelle für ein Eingreifen im Notfall gesenkt werden. Die Schülerinnen und Schüler lernen die wichtigsten Schritte der Reanimation kennen und üben diese auch praktisch ein. Diese umfassen:

1. Prüfen, ob die Person noch atmet.

2. Rufen des Rettungsdienstes unter der Notrufnummer 112.

3. Drücken, mindestens 100 mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs, bis Hilfe eintrifft.

Geübte Helferinnen und Helfer führen zusätzlich zum Drücken Mund-zu-Mund-Beatmungen im Verhältnis von 30 Herzdruckmassagen zu 2 Beatmungen durch.

Angestrebte Maßnahmen zur Wiederbelebung an den Schulen

Durch einfache Herz-Druck-Massage kann die Überlebenswahrscheinlichkeit in der Zeit, die der Rettungsdienst in Bayern benötigt, um am Ort des Notfalls einzutreffen (5-10 Minuten), entscheidend verbessert werden. Der im Blut vorhandene Sauerstoff ist nach dieser Zeitspanne verbraucht. Dann ist es nötig, nach dem Schema 30:2 zu drücken und zu beatmen. Die deutschen Anästhesisten sowie der Deutsche Rat für Wiederbelebung (GCR) empfehlen darum in Absprache mit der Kultusministerkonferenz und dem bayerischen Kultusministerium ein mehrstufiges Vorgehen in Schulen. Ab der Mittelstufe soll nur „Prüfen-Rufen-Drücken“ gelehrt werden, da dies entscheidend ist. Später, wenn das Drücken beherrscht wird (etwa ab Jahrgangsstufe 11), kommt das Üben der Beatmung hinzu. Diese Vorgehensweise, die auch mit den Erste-Hilfe-Organisationen abgesprochen ist, soll auch in den bayerischen Schulen angestrebt werden.

Grundausbildung in Erster Hilfe und Kompetenzen in der Reanimation

Erste Hilfe ist ein schulart-, jahrgangsstufen- und fächerübergreifendes Thema, mit dem die Schülerinnen und Schüler immer wieder konfrontiert werden. Über den Unterricht hinaus werden an vielen Schulen Erste-Hilfe-Kurse angeboten. Die Richtlinien zur Ausbildung von Schülern in Erster Hilfe sehen vor, dass jede Schülerin und jeder Schüler einmal die Möglichkeit erhalten soll, an der Grundausbildung in Erster Hilfe teilzunehmen. Im Rahmen von neun Unterrichtseinheiten wird dabei u. a. das Thema „Wiederbelebung“ behandelt.

Ergänzend dazu sollen künftig alle Schülerinnen und Schüler ab der Mittelstufe – unabhängig von der Grundausbildung – in einem zweijährigen Turnus Kompetenzen im Bereich der Wiederbelebung erwerben bzw. festigen. Entsprechend wird zum Januar 2019 eine Fortbildungsinitiative erprobt, bei der Lehrkräfte im Rahmen eines Ferienkurses umfassend ausgebildet werden. Sie können dann an den Schulen vor Ort sowohl Erste-Hilfe-Kurse für Schülerinnen und Schüler erteilen als auch die neuen Module zum Thema „Wiederbelebung“ mit Schülerinnen und Schülern sowie Kolleginnen und Kollegen einüben.

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