Geschichtspolitik Gedenktafel erinnert an Unterzeichnung des Münchner Abkommens

Heute ist es ein Unterrichtsraum an der Hochschule für Musik und Theater München: Am 29.09.1938 aber wurde hier die Zerschlagung der Tschechoslowakischen Republik besiegelt. Nun erinnert vor Ort eine Gedenktafel an die Unterzeichnung des Münchner Abkommens.

Im Beisein von Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle enthüllte Staatsministerin Beate Merk die Gedenktafel an der Außenmauer am linken Treppenaufgang zur Hochschule für Musik und Theater München, dem damaligen sogenannten „Führerbau“. Bei der Veranstaltung waren unter anderem der Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland, Tomáš Jan Podivínský, der Botschafter der Slowakischen Republik in Deutschland, Dr. Peter Lizák, sowie der Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Bernd Posselt, anwesend.

Der Minister betonte in seinem Grußwort: „Das Münchner Abkommen leitete die Zerstörung der tschechoslowakischen Republik ein. Zwar wollten England und Frankreich mit ihrer Appeasement-Politik den Ausbruch eines Krieges verhindern. Doch für den damaligen tschechoslowakischen Außenminister Kamil Krofta war klar: Die Eingliederung des Sudetenlands in das Deutsche Reich ist ein Schritt hin zu einem europäischen Krieg und zu einer globalen Katastrophe, die von Deutschen zu verantworten ist.“

Mit Blick auf die Gegenwart betonte Minister Spaenle: „Diese Ereignisse, der Krieg, die Zerstörungen und die Mordtaten, die auf das Jahr 1938 folgten, sind nicht weiter von uns entfernt als ein Menschenalter. Seither wurden in Europa enorme Leistungen vollbracht – hin zu einem demokratischen, rechtstaatlichen Miteinander, in Freundschaft und gegenseitiger Wertschätzung.“

Die heutige Hochschule für Musik und Theater München: Ort der Unterzeichnung des Münchner Abkommens

Die heutige Hochschule für Musik und Theater München: Ort der Unterzeichnung des Münchner Abkommens

Für den Minister gehen deshalb von der Anbringung der Gedenktafel zwei Botschaften aus: „Die Erinnerungstafel dokumentiert erstens: Wir vergewissern uns gemeinsam der Rechte, die im September 1938 in verbrecherischer Weise aufgekündigt wurden. Und zweitens: Das Europa der Gegenwart ist geprägt von freundschaftlichem Miteinander und partnerschaftlichem Austausch. Das ist unsere gemeinsame Antwort auf 1938.“ Letzteres betonte Minister Spaenle insbesondere mit Blick auf die Anwesenheit der Botschafter der Tschechischen Republik sowie der Slowakischen Republik in Deutschland – für Minister Spaenle ein „starkes Zeichen“.

Stand: 24. Februar 2016 // Bilder: Bayerische Staatskanzlei (2); wikipedia (Maximilian Dörrbecker; Chumwa) (1)

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