MINT21 an bayerischen Realschulen: vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt im Interview
Zum Schuljahr 2010/2011 startete die Initiative MINT21 an 32 bayerischen Realschulen. Sie will junge Menschen früh an die Naturwissenschaften des 21. Jahrhunderts heranführen. Das Ziel: Die Schülerzahl zu steigern, sich für den mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Zweig zu entscheiden.

Ausgehend von Realschulen sollen deren Best-Practice-Beispiele Schule machen. In acht regionalen Netzwerken erproben die teilnehmenden Realschulen im Rahmen der MINT21-Initiative Maßnahmen. Die Schulen arbeiten außerdem an der Steigerung der Unterrichtsqualität in den MINT-Fächern. Die Maßnahmen werden unterstützt von der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V..
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw, spricht im Interview über Ziele und Nutzen der Initiative:

Herr Brossardt, im vergangenen Herbst ist die Initiative MINT21 an 32 Realschulen in Bayern gestartet. Was genau passiert jetzt an diesen Schulen?
Bertram Brossardt: Zunächst werden in den 32 Projektschulen verschiedene Maßnahmen und Projekte im MINT-Bereich erprobt, um Schüler und vor allem Schülerinnen für die sogenannten MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Biologie, Chemie und Physik zu begeistern und damit die Anzahl der Schülerinnen und Schüler für den mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Zweig zu steigern. In der Folge werden die Projekte ausgewertet und in einem Best-Practice-Handbuch zusammengefasst und an alle Realschulen in Bayern verteilt.
Weshalb engagiert sich die vbw für die Initiative?
Bertram Brossardt: Laut vbw Studie ‚Arbeitslandschaft 2030’ werden allein in Bayern bereits 2015 rund 520.000 Fachkräfte fehlen. Spürbar ist dies jetzt schon in der Metall- und Elektroindustrie. Auch mit der MINT21 Initiative wollen hier gegensteuern und erreichen, dass die Schülerinnen und Schüler sich vermehrt für den mathematisch-naturwisssenschaftlich-technischen Zweig entscheiden und ihre berufliche Zukunft in diesem Bereich sehen.
Was sind die Ziele von MINT21?
Bertram Brossardt: Das Ziel aus Sicht der Wirtschaft ist, dass die Schülerinnen und Schüler insbesondere in den sogenannten MINT-Fächern noch effektiver auf die sich ständig in Bayern veränderten Anforderungen in der Berufswelt vorbereitet werden. Deshalb fördern wir schon seit Jahren eine Vielzahl von Maßnahmen und Initiativen vom Kindergarten, über die Grundschule bis zur Hochschule, um junge Menschen für Technik zu begeistern.
Drei Schulen haben heute ihre konkreten Maßnahmen vorgestellt. Wie haben Ihnen die unterschiedlichen Ansätze gefallen?
Bertram Brossardt: Die Projekte der Schülerinnen und Schüler haben mich begeistert und es wird deutlich, wenn man Schülerinnen und Schülern genug Freiraum für Projektarbeit gibt, machen Mathematik, Informatik, Biologie, Chemie oder Physik viel mehr Spaß und die Einstellung zu den sogenannten MINT-Fächern entwickelt sich positiv.
Stand: 31. März 2011