Bayerische Landesausstellung 2014 Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!

Video: Bayerische Landesausstellung 2014

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Regensburg steht in den kommenden Monaten ganz im Zeichen des Mittelalters: Die Bayerische Landesausstellung 2014 beschäftigt sich mit Ludwig dem Bayern, dem ersten Wittelsbacher auf dem Kaiserthron. Ministerpräsident Horst Seehofer und Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle zeigten sich bei der Eröffnung beeindruckt.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle eröffneten im Regensburger Dom die Bayerische Landesausstellung 2014 unter dem Titel „Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!“

Ministerpräsident Horst Seehofer und der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer
Ministerpräsident Horst Seehofer und der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer

Der Ministerpräsident unterstrich den überragenden Erfolg der Bayerischen Landesausstellungen: „Die Bayerische Landesausstellung setzt auch in diesem Jahr wieder Maßstäbe, die weit über Bayern hinaus wirken werden. Sie bringt unseren Kulturstaat Bayern aufs Neue zum Glänzen – nicht verstaubt, nicht museal, sondern mit einer kraftvollen Botschaft für Gegenwart und Zukunft: Bayern ist zukunftsstark, weil es traditionsstark ist. Geschichte und Kultur sind das Fundament unseres Erfolges. Ich danke Richard Loibl und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Haus der Bayerischen Geschichte für diese großartige Leistung!“

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle bei seiner Rede im Regensburger Dom
Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle bei seiner Rede im Regensburger Dom

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle freute sich, die Bayerische Landesausstellung inmitten der beeindruckenden Welterbe-Stadt und in ihrem herausragenden Baudenkmal, dem Regensburger Dom, zu eröffnen: „Die alte Reichsstadt ist genau der richtige Ort für die erste Landesausstellung über Ludwig den Bayern, denn in Regensburg verdichtet sich die Geschichte des bedeutenden Wittelsbacher Herrschers.“ Kaiser Ludwig war eine prägende Gestalt für das Heilige Römische Reich deutscher Nation, und stehe für eine Zeit der Umbrüche und Wandlungen, die Historiker und Publizisten zur Jahrtausendwende besonders fasziniere.

Umberto Ecos Erfolgsroman „Der Name der Rose“ und dessen Verfilmung hätten die Epoche des Spätmittelalters wieder populär gemacht, sagte der Minister, und lehnten sich an die Geschichte Ludwigs an: Hinter dem Hauptprotagonisten des Erfolgsromans verberge sich der mittelalterliche Philosoph Wilhelm von Ockham, der sich Ludwig dem Bayern angeschlossen hatte. „Kaiser Ludwig hat den Franziskanern Zuflucht geboten und seinen Hof auch dadurch zu einem geistigen Zentrum der Welt gemacht“, führte Spaenle aus.

Ministerpräsident Horst Seehofer mit (v. r.) Frau Karin, Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle und dem Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs
Ministerpräsident Horst Seehofer mit (v. r.) Frau Karin, Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle und dem Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs

Eine Einführung in die Geschichte des ersten Wittelsbachers auf dem Kaiserthron gab Dr. Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, und schilderte den ungewöhnlichen Aufstieg Ludwigs vom nachgeborenen Herzogssohn bis zum Kaiser: „Kaiser zu werden, war Ludwig nicht in die Wiege gelegt. Sein Weg führte ihn von Konflikt zu Konflikt jeweils auf eine höhere Stufe, fast wie in einem modernen Computerspiel.“

Dieses Bild habe der Gestalter Fritz Pürstinger aufgenommen und fünf aufsteigende Ebenen in die Minoritenkirche eingebaut. Nicht nur siegreiche Schlachten führten Ludwig nach oben: Er zeigte auch diplomatisches Geschick, als er seinem unterlegenen Habsburger Vetter Friedrich das Mit-Königtum anbot, ein einzigartiger Akt im Mittelalter. Die Kaiserkrönung Ludwigs war schließlich ein Höhepunkt im Konflikt zwischen dem Bayern und dem Papst. „Letztlich ging es um die Frage: Wer macht den Kaiser? Um die Antwort wurde in Europa schon 200 Jahre erbittert gekämpft“, erläuterte Dr. Loibl. Ludwig habe die Trennung von geistlicher und weltlicher Gewalt in einem ersten großen Schritt durchgesetzt und damit eine der Grundfesten des modernen Europas geschaffen. 

Video: Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!

 

Auch als Förderer der Städte machte sich Ludwig einen Namen, nutzte sie aber vor allem als zahlungskräftige Finanziers. 40 Mal war er in Regensburg. „Alle Schauplätze unserer Ausstellung hat Ludwig der Bayer  bereits gesehen“, so Dr. Loibl. Regensburg war die Finanzmetropole jener Zeit, gelegen an der Handelsroute Venedig – Prag und an der Donau, als West-Ost-Transversale die eigentliche Schlagader Bayerns. Kostbare Exponate, darunter internationale Leihgaben, treffen auf eine moderne Inszenierung in der UNESCO-Welterbestadt Regensburg und nehmen den Besucher mit in eine Zeit, als Europa auf Bayern schaute.

Loibl danke nicht nur dem Ausstellungsteam um Dr. Peter Wolf, das in den vergangenen Wochen unermüdlich an der Fertigstellung der Ausstellung in der Minoritenkirche, in St. Ulrich und im Domkreuzgang gearbeitet hat, sondern auch den Partnern vor Ort, vor allem der Stadt Regensburg und der Diözese, für das Privileg, die Schau in den herausragenden Denkmälern der Welterbestadt zu veranstalten. Gefördert wurde „Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!“  von der Bayerischen Sparkassenstiftung, den Sparkassen der Oberpfalz und Bayernwerk. Als Mobilitätspartner konnten die Deutsche Bahn, erstmals im Rahmen einer Premiumkooperation, die Verkehrsgesellschaft Agilis und die Donauschiffahrt Wurm+Köck gewonnen werden, als Medienpartner die Mittelbayerische Zeitung, TVA Ostbayern und Bayern 2.

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