Schulprofil Inklusion: Weitere 39 Schulen erhalten Urkunden

Der Chor der Carl-Orff-Schule Dießen unterhielt die Gäste des Festakts auf das Beste
Der Chor der Carl-Orff-Schule Dießen unterhielt die Gäste des Festakts auf das Beste

Inklusion in Bayern: Kultusstaatssekretär Georg Eisenreich hat 39 Schulen mit dem Schulprofil Inklusion ausgezeichnet. Hier lernen Kinder und Jugendliche mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf beispielhaft gemeinsam – und sammeln so Erfahrungen für alle Schulen. Und das bayernweit bereits an insgesamt 127 Schulen!

Kultusstaatssekretär Georg Eisenreich (rechts) übergab den ausgezeichneten Schulen die Urkunden (im Bild die Schulleiter der Realschulen und Gymnasien)
Kultusstaatssekretär Georg Eisenreich (rechts) übergab den ausgezeichneten Schulen die Urkunden (im Bild die Schulleiter der Realschulen und Gymnasien)

Kultusstaatssekretär Georg Eisenreich hat in München den Schulleitungen weiterer 39 Schulen aus ganz Bayern die Urkunde „Schule mit dem Schulprofil Inklusion“ ausgehändigt. „An den nun 127 bayerischen Profilschulen wird das gemeinsame Leben und Lernen von jungen Menschen mit und ohne besonderen Förderbedarf vorbildhaft gelebt“, betonte Eisenreich bei der Veranstaltung. Er hob dabei vor allem das große Engagement der Lehrkräfte hervor. Mit ihrem Einsatz tragen sie dazu bei, dass das Miteinander an den Schulen gestärkt wird und eröffnen so jungen Menschen in besonderer Weise Zukunftschancen. An Schulen mit dem Profil „Inklusion“ gestalten Lehrkräfte der allgemeinen Schule und Lehrkräfte für Sonderpädagogik das gemeinsame Lernen.

Für den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung stellt der Freistaat wie bereits in den vergangenen beiden Jahren auch in den Schuljahren 2013/2014 und 2014/2015 jeweils 100 weitere Lehrerplanstellen zusätzlich zur Verfügung. Es werden zahlreiche Fortbildungen zum Thema Inklusion angeboten, die speziell auf die Bedürfnisse der Lehrkräfte an den einzelnen Schularten zugeschnitten sind. Fachtagungen und ähnliche Veranstaltungen ergänzen das Angebot. Das Thema Inklusion ist seit Oktober 2013 verpflichtender Studien- und Prüfungsinhalt für Studierende aller Lehrämter.

Wunderbare Musik bot auch das Schulorchester der Carl-Orff-Schule Dießen
Wunderbare Musik bot auch das Schulorchester der Carl-Orff-Schule Dießen

Der gemeinsame Unterricht und Schulalltag von jungen Menschen mit und ohne besonderen Förderbedarf ist eine Kernherausforderung des bayerischen Schulwesens. Bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention stehen in Bayern die Schülerinnen und Schüler mit ihrem konkreten Förderbedarf im Mittelpunkt. Der Freistaat setzt daher bei der Realisierung von Inklusion neben den Profilschulen auf eine Vielfalt der Angebote inklusiven Unterrichts, beispielsweise:

- können einzelne Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf den Unterricht an allgemeinen Schulen besuchen.

- können Kinder ohne Förderbedarf offene Klassen an der Förderschule besuchen.

- können für Schülerinnen und Schüler mit einem sehr hohen sonderpädagogischen Förderbedarf in Grund- und Mittelschulen mit Schulprofil „Inklusion“ auch sogenannte Tandemklassen gebildet werden, in denen der Unterricht gemeinsam von einer Lehrkraft einer allgemeinen Schule und einer Lehrkraft für Sonderpädagogik gestaltet wird.

- bieten Lehrkräfte im Mobilen Sonderpädagogischen Dienst und Förderlehrkräfte zusätzlich wertvolle Unterstützung.

„Wir haben das Ziel, dass alle Schulen in Bayern zu Schulen für Kinder mit und ohne Förderbedarf werden“, erklärte Staatssekretär Eisenreich. „Die Förderzentren spielen als Kompetenzzentren weiterhin eine wichtige Rolle. Auf ihre Angebote und Expertise können wir nicht verzichten. Bereits über 25 Prozent der Schüler mit Förderbedarf haben im vergangenen Schuljahr den Unterricht an einer Regelschule besucht. Wir wollen möglichst vielen weiteren Kindern mit besonderen Bedürfnissen den Besuch einer Regelschule ermöglichen, wenn sie und ihre Eltern dies wollen.“

Um das Schulprofil Inklusion zu erhalten, müssen Schulen u.a. mehrere Voraussetzungen erfüllen:

  • Die Schule muss ein entsprechendes Bildungs- und Erziehungskonzept vorlegen, das von der Schulfamilie und dem Sachaufwandsträger mitgetragen werden muss.
  • Die Schule muss bereits Erfahrungen im Unterricht mit Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf gesammelt haben.
  • Die Inklusion muss ein besonderes Gewicht bei der Schulentwicklung einnehmen.

Die neuen Schulen mit dem Schulprofil Inklusion im Schuljahr 2013/14

Oberbayern

Richard-Higgins-Grundschule, Fürstenfeldbruck

Carl-Orff-Mittelschule, Dießen am Ammersee

Georg-Huber-Mittelschule, Grafing

Grundschule Waldkraiburg an der Graslitzer Straße

Bischof-Sailer-Grundschule, Aresing

Grundschule Münchsmünster

Mittelschule Wasserburg

Grundschule Huglfing

Grundschule St. Johann, Peißenberg

Mittelschule Neustift, Freising

Staatliche Realschule Brannenburg

Niederbayern

Grundschule St. Nikola, Landshut 

Grundschule St. Jakob, Straubing

Georg-von-Pasterwiz-Mittelschule, Hohenau

Grundschule Salzweg

Oberpfalz

Mittelschule Deining

Mittelschule Grafenwöhr

Dr.-Eisenbart-Grundschule, Oberviechtach

Staatliche Realschule Sulzbach-Rosenberg

Oberfranken

Münster-Mittelschule, Hof

Adalbert-Stifter-Grundschule, Forchheim

Hermann-Grosch-Volksschule (Grundschule), Weitramsdorf

Grundschule Bamberg-Gaustadt

Mittelfranken

Mittelschule Dietenhofen

Mittelschule Happurg

Dr.-Mehler-Grundschule, Georgensgmünd

Grundschule Friedrich-Hegel-Schule, Nürnberg

Unterfranken

Leonhard-Frank-Grundschule, Würzburg

Valentin-Pfeifer-Mittelschule Eschau

Grundschule Thulbatal, Oberthulba

Johann-Peter-Wagner-Mittelschule, Theres

Grundschule Leidersbach

Grundschule Hösbach-Winzenhohl

Staatliche Realschule Schweinfurt
 

Schwaben

Erich Kästner-Grundschule, Neu-Ulm-Ludwigsfeld

Grundschule Stöttwang-Westendorf

Mittelschule Fischach-Langenneufnach

Mittelschule Lindau (Bodensee)-Reutin

Leonhard-Wagner-Gymnasium Schwabmünchen
 

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