Holocaust-Gedenk- und Benefizveranstaltung: Überlebende des Holocaust aktiv unterstützen

Tova Adler, eine Holocaust-Überlebende, spricht auf der Veranstaltung über ihr Schicksal
Tova Adler, eine Holocaust-Überlebende, spricht auf der Veranstaltung über ihr Schicksal

Heute kämpfen viele Überlebende des Holocaust gegen Armut und die psychischen Traumata aus ihrer Vergangenheit. Ihnen möchte die „Aktion Würde und Versöhnung“ einen würdigen Lebensabend ermöglichen. Dafür fand in München eine Gedenk- und Benefizveranstaltung mit Kultusminister Ludwig Spaenle statt.

Die „Aktion Würde und Versöhnung“ hat sich zum Ziel gesetzt, die Öffentlichkeit auf die Situation dieser bedürftigen Überlebenden des Holocausts in Israel aufmerksam zu machen. Darüber hinaus will sie diesen Menschen materiell wie auch praktisch zur Seite stehen. Anlässlich des Gedenktages am 27. Januar fand daher in München eine Holocaust-Gedenk- und Benefizveranstaltung statt. Im Mittelpunkt des Abends in der Münchner Residenz standen Unterstützungsprojekte für bedürftige Holocaustüberlebende in Israel.

"Aktion Würde und Versöhnung": Die Veranstaltung für die Überlebenden des Holocaust

Der 27. Januar gedenkt der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 68 Jahren. Der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog hatte den Tag zu einem Tag der Erinnerung erhoben, an dem den Opfern des Nationalsozialismus gedacht wird. Etwa 200.000 Menschen, die der Mordmaschinerie der Nazis entkommen sind, leben heute noch in Israel. Viele dieser letzten Zeitzeugen befinden sich jedoch in materieller Not und die traumatischen Erlebnisse ihrer Vergangenheit belasten sie noch immer psychisch – ein unwürdiges Leben für Menschen, denen in ihrer Vergangenheit unvorstellbares Leid widerfahren ist. „Wir haben den Holocaust überlebt, schaffen es heute aber kaum, das tägliche Leben zu überleben“, drückt eine betroffene Zeitzeugin die Situation aus.

Der israelischen Generalkonsul Tibor Shalev Schlosser mit Tova Adler
Der israelischen Generalkonsul Tibor Shalev Schlosser mit Tova Adler

Neben dem israelischen Generalkonsul Tibor Shalev Schlosser, drückte auch Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle seine Anteilnahme aus. Der Kultusminister würdigte dabei das Engagement der „Initiative 27. Januar“, die gemeinsam mit israelischen Partnern die „Aktion Würde und Versöhnung“ ins Leben gerufen hat. Er erinnerte an die aus der Vergangenheit erwachsende Pflicht, den Überlebenden ein würdevolles Alter zu ermöglichen. „Nicht nur aus historischer Verantwortung, sondern auch im Sinne der deutsch-jüdischen Freundschaft und Versöhnung, sollte uns diese Unterstützung ein Anliegen sein“, richtet der Minister sich an die Anwesenden, unter ihnen Überlebende des Holocaust.

Erinnerung und Erinnerungskultur darf keine Worthülse sein, sondern muss gelebt werden: Dem Kultusminister ist besonders der Blick auf die Jugend ein Anliegen. Er setzt dabei auf vielfältige Projekte des Freistaats, die das gegenseitige Kennenlernen erleichtern. „Vieles ist in diesem Bereich in den letzten Jahren und Jahrzehnten auf den Weg gebracht worden“, bezog sich der Minister unter anderem auf die Entwicklung des deutsch-israelischen Jugendaustausches, von Schulpartnerschaften und Austauschprogrammen zwischen Deutschland und Israel.

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle:
Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle: "Wir brauchen eine gelebte Erinnerungskultur"

„Trotz der drückenden Last der Vergangenheit ist es den Menschen in Israel und Deutschland gelungen, einander die Hand zu reichen und in Wertschätzung und Vertrauen miteinander umzugehen. Wir Deutsche sind uns bewusst, dass damit ein großer Vertrauensvorschuss von Seiten Israels verbunden ist. Dieses Vertrauens können wir uns nur dann würdig erweisen, wenn wir gerade die Menschen nicht vergessen, denen von Deutschland einst keine Freundschaft entgegengebracht wurde, sondern Verachtung, Verfolgung und Ermordung.“

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