Geschichtswettbewerb Erinnerungszeichen: Schüler suchen die Spuren der Römer

Rund 1.000 Schülerinnen und Schüler nahmen heuer an dem Wettbewerb teil
Rund 1.000 Schülerinnen und Schüler nahmen heuer an dem Wettbewerb teil

Rund 1.000 Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen und Schularten aus ganz Bayern haben sich in diesem Schuljahr am Landeswettbewerb Erinnerungszeichen beteiligt. „Bayern und Italien. Auf Spurensuche von den Römern bis heute“ so lautete die Aufgabenstellung, der sie sich stellten. Kultusminister Spaenle, Landtagspräsidentin Stamm und der italienische Generalkonsul Filippo Scammacca del Murgo e dell´ Agnone haben die Landessieger in München bei einer Feierstunde im Landtag ausgezeichnet.

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle
Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle

„Bayern und Italien“, mit diesem Begriffspaar verbindet Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle vielfältige Fragen. Unter anderem die: Wann fand die erste Begegnung zwischen Menschen aus dem heutigen Bayern und dem heutigen Italien statt? Als Staaten bildeten sich Bayern und Italien erst spät heraus. Die Begegnung zwischen den Menschen aus den beiden Räumen dagegen gehen bis in die Antike zurück, betonte der Minister in seinem Themenaufriss im Senatssaal des Bayerischen Landtages. „Der südliche Teil des heutigen Bayerns war bis hin zur Grenz- befestigung Limes rund 500 Jahre Teil des römischen Imperiums“ Ferner bestanden enge Beziehungen über die Vernetzung der Adelsgeschlechter und auch über die Tatsache, dass Bischöfe aus dem heutigen Bayern schon im 11. Jahrhundert die Papstwürde innehatten. Aber auch andere Facetten prägten die Beziehungen zwischen Menschen in Bayern und Italien. Beide verbinde seit jeher ein steter kultureller Austausch.

Der italienische Generalkonsul
Der italienische Generalkonsul

Das bestätigte auch Generalkonsul Scammacca del Murgo e dell´ Agnone – er war in diesem Jahr mit der Landtagspräsidentin und dem Kultusminister Schirmherr des Wettbewerbs. 

„Es gibt wenig Länder in Deutschland, wo sich Italiener so zu Hause fühlen wie in Bayern“, so der Generalkonsul. Er freute sich, dass so viele Aspekte seines Heimatlandes in den Arbeiten der Schüler untersucht wurden.

Petra Steibl und Julian Lechner erhielten Preise für die beruflichen Schulen
Petra Steibl und Julian Lechner erhielten Preise für die beruflichen Schulen

Die Kriegsführung der Römer, die Stadt Erlangen im Barock, archäologische Ausstellungen oder ein Porträt von Jakob Fugger – dies sind nur einige Beispiel für ausgezeichnete Arbeiten. Neben der Themenauswahl der Schülerinnen und Schüler überzeugten Kultusminister Spaenle die Recherche-Wege, die sie beschritten haben. Zu den Schülerinnen und Schülern sagte er: „Ihr habt Interviews mit Zeitzeugen und Heimatpflegern geführt, ihr habt mit historischen Vereinen und Museumsführern gearbeitet, ihr habt archäologische Ausgrabungen besucht und Ausstellungen erarbeitet, ihr habt in Einwohnermeldeämtern nachgefragt oder Heimatgeschichte in ein Theaterstück umgesetzt.“

Die Realschule Maria Stern, Augsburg gewann drei Preise
Die Realschule Maria Stern, Augsburg gewann drei Preise

Die Kreativität der Präsentationen war beeindruckend – so wie die Arbeit der Staatlichen Realschule Marktheidenfeld. Die 9. Klasse reichte ihre erfolgreiche Arbeit „Wie die Pizza nach Deutschland kam“ in einem Pizzakarton ein. Der Wettbewerb Erinnerungszeichen ist eine Einladung an die Kreativität, aber er soll auch die Entwicklung historischen Bewusstseins fördern. Gerade die älteren Schülerinnen und Schüler können durch ihn an grundlegende Methoden historischen Forschens herangeführt werden.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm war Schirmherrin des Wettbewerbs
Landtagspräsidentin Barbara Stamm war Schirmherrin des Wettbewerbs

Landtagspräsidentin Barbara Stamm betonte: "Woran man sich erinnert, das geht nicht verloren, das bleibt. Wer an diesem Wettbewerb teilnimmt, der öffnet seinen Blick für Geschichte und Gegenwart der eigenen Region – also für das, was bewah­renswert ist.

Heimat bedeutet Verankerung in der eigenen Kultur,ohne den Blick über den Tellerrand hinaus zu verschließen.“

Die 1. Preisträger der Schulart Gymnasium
Die 1. Preisträger der Schulart Gymnasium

Der Wettbewerb Erinnerungszeichen wird durch das Kultusministerium veranstaltet und durch das Haus der Bayerischen Geschichte, die Akademie für Lehrer- fortbildung und Personalführung in Dillingen, das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung sowie durch weitere regionale und lokale Einrichtungen unterstützt.

Ludwig Spaenle
Ludwig Spaenle

Der Wettbewerb eröffnet nicht nur einen Blick in die Vergangenheit:

„Geschichte ist nicht rückwärts gerichtet“, sagte Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, „sondern ihre Kenntnis gibt ein sicheres Fundament, das in die Gestaltung der Zukunft einfließen muss.“

Alle Preisträger im Überblick

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