Runder Tisch zu Handys an Schulen „Handy-Gebot statt Handy-Verbot“

In Bayern gibt es kein Handy-Verbot, sondern ein Handy-Gebot, das dem Auftrag der digitalen Bildung im Unterricht gerecht wird
In Bayern gibt es kein Handy-Verbot, sondern ein Handy-Gebot, das dem Auftrag der digitalen Bildung im Unterricht gerecht wird

Der Runde Tisch zum Handygebrauch an Bayerns Schulen hat gezeigt: Mit der bestehenden Regelung, Smartphones für pädagogische Zwecke an unseren Schulen zuzulassen, besteht großer Konsens, fasst Kultusminister Bernd Sibler die Gespräche zusammen, die er mit Vertretern der Lehrer- und Schulleitungsverbände, der Elternverbände, des Landesschülerrats sowie der Schulaufsicht in München geführt hat.

Kultusminister Bernd Sibler
Kultusminister Bernd Sibler

An Bayerns Schulen werden Smartphones und digitale Speichermedien bereits heute breit zu Unterrichtszwecken eingesetzt. „Wir haben in Bayern kein Handy-Verbot, sondern ein Handy-Gebot, das dem Auftrag der digitalen Bildung gerecht wird“, betont Minister Sibler.

Eine private Nutzung ist dagegen nur in Ausnahmefällen erlaubt, die Lehrkraft vor Ort entscheidet im Einzelfall und nach pädagogischem Ermessen, ob sie eine private Handynutzung gestattet. „Aus unserem konstruktiven Dialog habe ich mitgenommen, dass sich viele Lehrer-, Eltern- und Schülervertreter die Möglichkeit wünschen, schulinterne Regelungen für den privaten Gebrauch des Handys an der Schule zu definieren, zum Beispiel über das Schulforum. Ob dafür der bestehende Artikel 56 im Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetz ausreicht oder ob wir diese Regelung modifizieren müssen, werden wir nun prüfen“, so der Minister.

Über eine schulinterne Regelung, die gemeinsam beschlossen wird, könnten die Regeln für eine private Nutzung auf ein breites Fundament gestellt werden. „Das Handy gehört heute zur Lebenswirklichkeit unserer Schülerinnen und Schüler. Mir ist wichtig, sie im Sinne der Partizipation und der Demokratie-Erziehung aktiv in den Entscheidungsprozess einzubinden. Das stärkt die Akzeptanz in der gesamten Schulfamilie“, so der Minister.

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„Technik muss der Pädagogik dienen“

Die Digitalisierung an Bayerns Schulen gehört zu einem der Arbeitsschwerpunkte von Kultusminister Sibler. „Wir fangen hier bei Weitem nicht bei Null an. Schon heute werden digitale Medien an bayerischen Schulen ganz selbstverständlich im Unterricht eingesetzt. Dabei ist mir wichtig: Die Technik muss der Pädagogik dienen! Unsere Lehrerinnen und Lehrer sind dabei die Experten: Sie entscheiden in ihrer pädagogischen Verantwortung, wann der Einsatz digitaler Medien im Unterricht sinnvoll ist.“

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