Video - Preisverleihung Alexander Kluge mit dem Jean-Paul-Preis 2017 geehrt

Video: Jean-Paul-Preis 2017

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Herausragender Einfluss auf das kulturelle Leben in Deutschland: Der Schriftsteller und Filmemacher Alexander Kluge erhielt in der Münchner Residenz aus den Händen von Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle den Jean-Paul-Preis 2017. Mit der Auszeichnung würdigt der Freistaat Bayern das literarische Gesamtwerk Kluges.

Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle
Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle

„Mit dem Jean-Paul-Preis würdigen wir das literarische Gesamtwerk einer deutschsprachigen Schriftstellerin oder eines deutschsprachigen Schriftstellers. Es ist mir eine besondere Ehre, in diesem Jahr Alexander Kluge auszuzeichnen“, so Minister Dr. Spaenle. Der mit 15.000 Euro dotierte Literaturpreis des Freistaats wird alle zwei Jahre auf Vorschlag einer Jury vergeben.

Die Jury war sich einig, dass Kluge mit seinem vielschichtigen Werk, in dem gerade im letzten Jahrzehnt die Literatur wieder eine so große Rolle spielt, Geschichte und Gegenwart mit eigensinniger wie unverbrauchter Neugier befragt und seine Geschichten in einem größtmöglichen, Verstand und Gefühl umspannenden Erfahrungsraum des Menschen situiert. Kluges erzählerische Konstellationen finden die Theorie im Alltagserleben auf, verhelfen der individuellen Erfahrung wieder zu ihrem Recht gegenüber der vermeintlichen Sinnstiftung von Geschichtsnarrativen. Für Kluge ist es gerade die Empathie erzeugende Erzählung, der, in welchem Medium auch immer, die eigentliche Kraft inne wohnt, Bewusstsein und Handlungsmacht zu schaffen, Gesellschaft zu verändern.

Die Preisverleihung fand in festlichem Ambiente im Max-Joseph-Saal der Münchner Residenz statt
Die Preisverleihung fand in festlichem Ambiente im Max-Joseph-Saal der Münchner Residenz statt

Vielgestaltiges Werk

In der Bewertung der Jury heißt es: „Alexander Kluge hat über Jahrzehnte hinweg größten Einfluss auf das kulturelle Leben Deutschlands gehabt. Von seinem vielgestaltigen Werk können wir hier nur den literarischen Anteil würdigen, der erstaunlich genug ist. Kluge erfand seine ganz eigene literarische Form und hat ihr klassische Gestalt verliehen: die geschichtsphilosophische Episode. Was es mit der Geschichte auf sich hat, dieser Frage entgeht niemand; und Kluge gibt Antwort darauf in Tausenden von Einzelgeschichten, immer originell, immer in der ihm eigenen virtuosen Technik des Assoziierens und Collagierens und einem so knappen wie eleganten Stil, doch ohne dem Leser eine bestimmte Meinung aufzuzwingen, dafür als brillanter Netzwerker in Kooperation mit Künstlern aller Genres. Seine Texte geben zu denken und fordern auf zur geistigen Selbständigkeit. Mit dem Jean-Paul-Preis, dem bayerischen Staatspreis für Literatur, wird ein großer Autor und großer Aufklärer geehrt.“

Der 1932 in Halberstadt geborene Filmemacher, Schriftsteller und Medienpolitiker hat das Geistesleben der Bundesrepublik Deutschland vielfältig geprägt. Sein medienübergreifendes Lebenswerk aus literarischen und analytischen Büchern, Filmen und Fernseh-Reihen ist vielfach preisgekrönt. Alexander Kluge lebt in München.

Breite Literaturförderung des Freistaats Bayern

Der Jean-Paul-Preis ist nur ein Beispiel der breit gefächerten Autorenförderung Bayerns. Neben der Vergabe von Literatur- und Übersetzerstipendien unterstützt der Freistaat Literaturfestivals und Projekte, bei denen Autorinnen und Autoren die Möglichkeit haben, ihre Werke zu präsentieren und über sie zu diskutieren. Mit Blick auf die Literaturförderung des Freistaats betonte Dr. Ludwig Spaenle: „Staatliche Literaturpreise stehen für die Anerkennung literarischer Qualität durch die öffentliche Hand. Die hohe Bedeutung der Literatur für unsere Lebenswelt findet sich in unserer Literaturförderung wieder. Künstlerinnen und Künstler zu fördern, ist nicht nur unser verfassungsmäßiger Auftrag, sondern bereichert unsere Gesellschaft um immer neue ästhetische Erfahrungen.“

Der Jean-Paul-Preis des Freistaats Bayern wird in diesem Jahr zum 18. Mal verliehen. Unter den bisherigen Preisträgern waren Friedrich Dürrenmatt, Botho Strauß, Horst Bienek, Herrmann Lenz, Günter de Bruyn, Herbert Rosendorfer, Gerhard Polt, Sarah Kirsch, Uwe Dick, Brigitte Kronauer und Petra Morsbach. Der Jury gehören derzeit an: Professor Dr. Sven Hanuschek, Dr. Katrin Lange, Dr. Burkhard Müller, Professor Dr. Reinhard Wittmann, Cornelia Zetzsche.

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