Konzerthaus München Sieger des Architekturwettbewerbs stehen fest

So wird nach dem Entwurf des Architekturbüros Cukrowicz Nachbaur das Konzerthaus München aussehen
So wird nach dem Entwurf des Architekturbüros Cukrowicz Nachbaur das Konzerthaus München aussehen

Bedeutender Tag für München und den Kulturstandort Bayern: Die Sieger des Architektenwettbewerbs für das neue Konzerthaus in München stehen fest. In der Preisgerichtssitzung entschied sich die Jury für den Entwurf des Büros Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH aus Bregenz.

Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle
Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle

Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle betonte: „Heute ist ein sehr wichtiger Tag für München und den Kulturstandort Bayern auf dem Weg zu einem neuen Konzerthaus, das höchsten akustischen Ansprüchen genügen und als äußerst attraktiver Aufführungsort das musikalische Leben im Freistaat spürbar bereichern soll. Der Siegerentwurf hat auch mich persönlich mit seiner Verbindung von attraktiver Gestaltung und Erfüllung aller funktionalen Anforderungen überzeugt. Der Entwurf von Cukrowicz Nachbaur ist für mich eine beeindruckende Vorlage, um das Anliegen der Staatsregierung umzusetzen: einen Ort zu schaffen, der ideal ist für das gemeinsame Erlebnis hochkarätiger Musik mit exzellenter Architektur und erstklassiger Akustik.“

Überzeugende Ausarbeitung

Innen- und Bauminister Joachim Herrmann
Innen- und Bauminister Joachim Herrmann

„Es war eine schwierige Wahl für uns alle. Es sind starke Entwürfe dabei. Der Siegerentwurf hat die vielfältigen An­sprüche und Herausforderungen mit Überzeugung gelöst. Jetzt gehört zur weiteren Entwicklung eine überzeugende Ausarbeitung in Sachen Wirtschaftlichkeit, Akustik und die umfängliche Berücksichtigung der Ansprüche des Symphonieorchesters. Ich freue mich, dass wir damit nun die nächste Planungsphase in Angriff nehmen können“, erklärte Innen- und Bauminister Joachim Herrmann.

Auf dem zweiten Platz landete PFP Planungs GmbH aus Hamburg. Der dritte Platz ging an David Chipperfield Architects Gesellschaft von Architekten mbH aus Berlin. Den vierten Platz belegt 3XN A/S aus Kopenhagen. Der fünfte Platz geht an Staab Architekten GmbH aus Berlin. Eine Anerkennung erhielten vier Büros: Henning Larsen Architects aus Kopenhagen/München, Zaha Hadid Architects aus London, Mecanoo aus Delft, Christ & Gantenbein aus Basel.

Ruhepunkt im Werksviertel

Für den Vorsitzenden des Preisgerichts und Architekten Professor Arno Lederer ist der Siegerentwurf prägend für das Werksviertel. „In diesem heterogenen Umfeld ist das Gebäude ein nobler Ruhepunkt. Zurückhaltend und ausdrucksstark zugleich, in dieser Form an keinem anderen Ort zu finden. Sowohl die emotionalen, als auch die  quantitativen Anforderungen sind sehr gut erfüllt“, erklärte Lederer.

Im nächsten Schritt lädt das Staatliche Bauamt München 1 alle Preisträger zu Verhandlungsgesprächen ein. Minister Herrmann erläutert: „Wir wollen jetzt schnell in die Verhandlungen einsteigen, damit die Planungen starten können. Parallel sollen alle weiteren Ausschreibungen wie zum Beispiel die Verga­ben der Akustikplanung, Tragwerksplanung und Gebäudetechnik auf Basis des Sieger­entwurfs vorbereitet werden.“

Die Innenansicht des Konzertsaals
Die Innenansicht des Konzertsaals

Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten

Minister Herrmann bekräftigte außerdem, wie wichtig ihm das Instrument des Wettbewerbs sei: „Wettbewerbe sind wertvoll für den Erhalt unserer Baukultur in Bayern. Das Preisgericht hat sich intensiv mit allen  eingereichten Entwürfen auseinandergesetzt und sich die Entscheidung nicht leicht gemacht.“

Insgesamt 25 Preisrichter hatten ein Stimmrecht und tagten zwei Tage lang im Lichthof der Hochschule für Musik und Theater, um über 31 eingereichte Entwürfe von Büros aus der ganzen Welt zu entscheiden. Neben den Vertretern der Staatsregierung und dem Oberbürgermeister der Stadt München, Dieter Reiter, hatten auch die Architekten Kai-Uwe Bergmann aus New York, Professor Finn Geipel aus Paris, die Münchner Stadtbaurätin Elisabeth Merk sowie BR-Intendant Ulrich Wilhelm und viele mehr ein Stimmrecht. Unterstützt wurde das Preisgericht von mehr als 30 anwesenden Beratern und Sachverständigen aus den verschiedensten Bereichen, wie etwa Akustik, Brandschutz, Klima, Landschaftsplanung und Verkehrsplanung. Insgesamt waren mehr als 100 Personen an der Durchführung des Wettbewerbs beteiligt.

Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten

Alle Wettbewerbsarbeiten, darunter die Modelle und Pläne der Architekten,  werden in der Atelierstraße 18 im Werksviertel in der „White Box“ ausgestellt. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Sonntag 10:00 bis 18:00 Uhr, die Ausstellung geht bis Sonntag, den 26. November 2017.

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