Ausstellung Kunstförderpreisträger präsentierten ihre Arbeiten

Vom 24. Januar bis 25. Februar 2018 präsentierten die Kunstförderpreisträger in der Sparte Bildende Kunst ihre Werke
Vom 24. Januar bis 25. Februar 2018 präsentierten die Kunstförderpreisträger in der Sparte Bildende Kunst ihre Werke

Mit der Verleihung der Bayerischen Kunstförderpreise am 15. November 2017 wurden besondere Talente geehrt. Die Ausgezeichneten in der Sparte Bildende Kunst zeigten ihre Arbeiten in der Münchner GALERIE DER KÜNSTLER.

Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle
Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle

Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle betonte bei der Ausstellungseröffnung der Bayerischen Kunstförderpreisträger 2017: „Mit dem Bayerischen Kunstförderpreis will der Freistaat junge Künstlerinnen und Künstler fördern und sie darin bestärken, ihren Weg weiterzugehen. Mit der jährlichen Verleihung dieses Preises seit 1965 werden ausgezeichnete Leistungen und außergewöhnliche Begabungen in verschiedenen künstlerischen Bereichen gewürdigt.“ Er erklärte: „In der Sparte der Bildenden Kunst konnten im Jahr 2017 Florentin Berner, Andreas Chwatal, Michael Seidner, Johannes Tassilo Walter und Christoph Weißhaar mit ihrem Talent überzeugen. Die Ausstellung, die wir heute eröffnen, möchte die herausragenden Arbeiten der fünf Preisträger würdigen, ihre vielfältigen künstlerischen Positionen darstellen und sie einer breiten Öffentlichkeit präsentieren.“

Der Minister dankte dem Berufsverband Bildender Künstler für die Organisation der Ausstellung der jungen Künstlerinnen und Künstler: „Mit beispielhaftem Engagement und großer Fachkompetenz leistet der Berufsverband Bildender Künstler einen wertvollen Beitrag zur Förderung des Nachwuchses in der Bildenden Kunst. Dafür ein herzliches Dankeschön dem Verband – ganz besonders dem neuen Vorsitzenden Corbinian Böhm und seiner Geschäftsführerin Sabine Ruchlinski.“ Den Besucherinnen und Besuchern wünschte Spaenle inspirierende Begegnungen mit den Kunstwerken der Ausstellung.

Der Bayerische Kunstförderpreis

Der Bayerische Kunstförderpreis wird seit 1965 jedes Jahr an junge Künstlerinnen und Künstler in den vier Sparten „Bildende Kunst“, „Darstellende Kunst“, „Musik und Tanz“ und „Literatur“ vergeben. Die Auszeichnung wird vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst auf Vorschlag von Fachjurys vergeben und ist mit je 6.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung 2017 fand am 15. November 2017 in der Hochschule für Fernsehen und Film statt.

Die Preisträger im Bereich Bildende Kunst

Florentin Berner

Der 1987 in München geborene Florentin Berner konstruiert aus an sich wertlosen Materialien mit einfachen Mitteln geheimnisvolle Wesen. Spinnengewebartige Strukturen aus Schnüren ziehen sich durch den Raum, winzige Motoren bewegen auf kaum nachvollziehbare Weise kleine Skulpturen. So entsteht um Florentin Berner herum eine geheimnisbergende, verschlüsselte Welt der Illusion, die den Betrachter einlädt, in seine Wunderkammer einzutreten, wie die Jury befindet. Mit seiner Arbeitsauswahl für die Bewerbung zum Förderpreis überzeugte Berner die Jury mit einer hinreißenden Präsentation im Kleinen.

Andreas Chwatal

Andreas Chwatal, geb. 1982 in Regensburg, entwickelt seine Ideen primär in der Zeichnung. Zumeist in Tusche auf Papier gemalt, entstehen technisch beeindruckende Arbeiten in kleinen bis monumentalen Bildformaten, die in ihrer Weiterentwicklung als Skulpturen oder Installationen oftmals auch den architektonischen Raum ausfüllen. Die Jury hob die ungewöhnliche Präsenz und Wiedererkennbarkeit der Arbeiten Chwatals, ihre technisch meisterhafte Umsetzung und in der Komplexität ihrer Bildinhalte das Gespür für die Faszinationssehnsucht des Betrachters hervor.

Michael Seidner

Michael Seidner, Jahrgang 1985, in Nürnberg lebend, lässt sich als Archäologe seiner eigenen Malerei beschreiben. Immer wieder tritt er in eine intensive Auseinandersetzung mit seiner vorangegangenen Bildproduktion: Kratzend, schabend und schleifend legt Seidner Farbschicht für Farbschicht die Sedimente seiner ungegenständlichen Malereien frei, um so neue Formen entstehen zu lassen. Trotz dieser intensiven physischen Auseinandersetzung mit dem Material geht es Michael Seidner zugleich um eine maximal intensive und emotionale Bildwirkung. An Michael Seidners Werk schätzte die Jury die geheimnisvoll schillernde Aufgeladenheit seiner Malerei, in der sich eine sehr singuläre und kompromisslose künstlerische Haltung widerspiegele.

Johannes Tassilo Walter

Johannes Tassilo Walter, Jahrgang 1982, lebt und arbeitet in München. Den Künstler interessiert insbesondere, wie der Umgang mit Fläche, Farbe, Linie und Ornament im digitalen Zeitalter eine zeitgenössische Fortführung erfahren kann. Dabei lässt er sich vom Prinzip der Wiederholung leiten und seiner Erfahrung, dass derselbe Versuch mit anderen Materialien und Mitteln neue bildnerische Ergebnisse zustande bringt. Die Jury bezeichnete ihn als Malerei-Erforscher: Der Künstler verschreibe sich weder einer wiedererkennbaren Handschrift noch einem Stilprinzip und lege sich auch auf keine Technik fest, sondern verfolge ein experimentelles, ins 21. Jahrhundert erweitertes Verständnis der Malerei.

Christoph Weißhaar

Der diesjährige Spezialpreis „Schmuck und Gerät“ geht an den 1980 geborenen, in Nürnberg lebenden Künstler Christoph Weißhaar. Christoph Weißhaars Werk leistet laut Jury einen relevanten zeitgenössischen Beitrag in der aktuellen Diskussion zwischen Handwerk und Technik. Es verbinde auf beeindruckende Weise traditionelles Denken und Tun mit Experiment und Zukünftigem. Weißhaar betreibe eine intelligente Auseinandersetzung mit Arbeits- und Herstellungsprozessen: Sein außergewöhnlich großes Repertoire an Techniken verbunden mit einem feinen und humorvollen Gespür für Form und Gestalt der Dinge hält die Jury für zukunftsweisend.

Ausstellungsort und Ausstellungsdauer

GALERIE DER KÜNSTLER
Maximilianstraße 42
80538 München

Öffnungszeiten
Mittwoch, Freitag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr
Donnerstag 11 bis 20 Uhr

Ausstellungsdauer:
Die Ausstellung fand vom 24. Januar bis 25. Februar 2018 statt

Weitere Informationen

Vorlese-Funktion