Internationale Zusammenarbeit Bayern und Tschechien intensivieren ihre Kooperationen in Kultur und Wissenschaft

Wissenschaftstaatssekretär Bernd Sibler (l.) freute sich zusammen mit der stellvertretenden tschechischen Kulturministerin Dr. Petra Smolíková (2.v.l.) sowie Vertretern der Städte Regensburg und Pilsen über die gute Zusammenarbeit
Wissenschaftstaatssekretär Bernd Sibler (l.) freute sich zusammen mit der stellvertretenden tschechischen Kulturministerin Dr. Petra Smolíková (2.v.l.) sowie Vertretern der Städte Regensburg und Pilsen über die gute Zusammenarbeit

Bayern und Tschechien arbeiten in vielen Bereichen grenzüberschreitend zusammen. Nun wollen die Nachbarländer ihre Kooperationen vor allem in den Bereichen Kultur und Wissenschaft weiter vertiefen.

„Das Netz der Verbindungen zwischen Bayern und Tschechien ist an vielen Stellen bereits sehr engmaschig geknüpft – in der Kultur wie in der Wissenschaft. Regensburg und Pilsen leisten durch ihre langjährige Städtepartnerschaft einen besonderen Beitrag zur Stärkung der gesamten Region“, so Staatssekretär Bernd Sibler in der Repräsentanz des Freistaats Bayern in der Tschechischen Republik in Prag. Sibler bilanzierte zusammen mit der stellvertretenden tschechischen Kulturministerin Dr. Petra Smolíková sowie mit Vertretern der Städte Regensburg und Pilsen im Rahmen eines Pressegesprächs die vielfältigen Kooperationen zwischen Bayern und Tschechien im Bereich der Kultur und der Wissenschaft.

Die gemeinsame Absichtserklärung von Tschechien und Bayern vom 4. Mai 2015 bildet den formalen Grundstein für den künftigen Ausbau und die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern auf allen Gebieten der Kultur – von Museen und Galerien über Bibliotheken und Gedenkstätten bis hin zu Theater, Oper, Tanz, Ballett, Kino und Musik. Der Absichtserklärung liegt eine bereits bestehende, sehr gute und enge Kooperation zwischen Tschechien und Bayern in vielfältigen Projekten zugrunde. Dazu gehören zum Beispiel die Festspiele Europäische Wochen, das Festival Mitte Europa oder das INTERREG-geförderte Projekt „Tschechisch-Bayerischer Archivführer“. Das Centrum Bavaria Bohemia fungiert sehr erfolgreich als zweisprachige Vernetzungsstelle und als Kulturdrehscheibe zwischen Bayern und Böhmen.

Nach dem großen Erfolg der engen Kooperation von Pilsen und Regensburg im Rahmen des Kulturhauptstadtprogramms Pilsen 2015 richtet sich der Fokus in diesem Jahr auf die bayerisch-tschechische Landesausstellung zu Kaiser Karl IV. Der böhmische und römisch-deutsche König Karl IV. (1316–1378), 1355 in Rom zum Kaiser des Heiligen Römischen Reichs gekrönt, gehört zu den bedeutendsten und facettenreichsten Herrschern der böhmischen und deutschen Geschichte. Die Ausstellung wird vom 14. Mai bis zum 25. September 2016 in Prag in der Wallenstein-Reithalle präsentiert und vom 20. Oktober 2016 bis zum 5. März 2017 im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg zu sehen sein. Zwischen Würzburg und Passau bieten über 350 Veranstaltungen, wie beispielsweise Ausstellungen, Führungen oder Konzerte, ein spannendes und abwechslungsreiches Begleitprogramm zur Landesausstellung.

Auch im Schul- und Hochschulbereich bestehen intensive Verbindungen zwischen den Nachbarn. An der Europa-Berufsschule Weiden zum Beispiel können Schülerinnen und Schüler Tschechisch lernen und dafür das international anerkannte Zertifikat der Karls-Universität Prag erwerben: „Ich freue mich, dass sich diese Kooperation, die ich vor drei Jahren in Prag unterzeichnet habe, so positiv entwickelt. Denn ich bin überzeugt: Diese Zusammenarbeit bietet den jungen Menschen nicht nur eine Chance auf eine wichtige Zusatzqualifikation, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag zur interkulturellen Verständigung.“ Bayern und Tschechien streben außerdem eine weitere Intensivierung der Forschungskooperation an mit Blick auf das angelaufene 8. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union („Horizon 2020“). Hierbei können die Länder von den vielseitigen Kontakten zwischen den Hochschulen profitieren. Die Hochschulzusammenarbeit gründet sich – neben vielen Einzelkontakten – auf über 90 offiziellen Partnerschaftsverträgen zwischen bayerischen und tschechischen Hochschulen.

Auch die Initiative „Europaregion Donau – Moldau" (EDM), eine Arbeitsgemeinschaft aus den sieben Regionen des Donau-Moldau-Raumes, deren wechselnder Vorsitz 2017 nach Niederbayern gehen wird, bündelt u. a. Initiativen und Programme in Forschung und Lehre. Des Weiteren unterstützt das Bayerische Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) mit Sitz an der Universität Regensburg die bayerischen Hochschulen intensiv beim Auf- und Ausbau von Forschungsnetzwerken sowie von studentischem und akademischem Austausch mit tschechischen Partnerhochschulen. Auch die Kooperation des Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS) an der Universität Regensburg mit der Karls-Universität Prag steht für langjährige gemeinsame Forschung, Doktorandenworkshops und Veröffentlichungen von Studierenden und Forschenden in Regensburg und Prag. Besonders hervorzuheben ist die Beteiligung des Instituts an der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, die die Universität Regensburg und die LMU München im Rahmen der Exzellenzinitiative eingeworben haben.

Mit Blick auf die vielfältigen Kooperationen in Kultur und Wissenschaft hob Staatssekretär Sibler nochmals das besondere Potenzial der bayerisch-tschechischen Freundschaft hervor: „Ich wünsche uns, dass unsere Beziehungen auch künftig durch wertvolle Impulse, Initiativen und Projekte eine vielfältige interkulturelle Bereicherung erfahren und weiter intensiviert werden. In der grenzüberschreitenden Kooperation sehe ich nicht nur für die Kultur- und Wissenschaftszentren, sondern gerade auch für die Regionen große Chancen!“

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