Berufsschulpflichtige junge Menschen mit Flucht- bzw. Migrationshintergrund können in ganz Bayern Klassen der Berufsintegration besuchen

Deutsch lernen und auf den Beruf vorbereiten: Junge Flüchtlinge in der Berufsschule
Deutsch lernen und auf den Beruf vorbereiten: Junge Flüchtlinge in der Berufsschule

Das Modell der Berufsintegration richtet sich vorrangig an berufsschulpflichtige junge Menschen mit Flucht- bzw. Migrationshintergrund, die einen besonderen Sprachförderbedarf aufweisen. Insbesondere junge Frauen sollen gezielt über das Angebot der Berufsintegrationsklassen informiert werden.

Schülerinnen und Schüler, die nicht alphabetisiert sind, besuchen zunächst die einjährigen Deutschklassen an Berufsschulen zur Alphabetisierung (DK-BS-A). Jugendliche, die während des Schuljahres nicht in reguläre Berufsintegrationsklassen aufgenommen werden, können Deutschklassen an Berufsschulen (DK-BS) eingerichtet werden. Schülerinnen und Schüler, die zum Wohnen in einer AnkER-Einrichtung verpflichtet sind, besuchen eine DK-BS-AnkER.

Üblicherweise treten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in eine Berufsintegrationsvorklasse (BIK/V - 1. Jahr im zweijährigen Modell) ein, in der die intensive Sprachförderung, grundlegende allgemeinbildende und berufsorientierende bzw. berufsvorbereitende Inhalte und Lerngebiete zur gesellschaftlichen Integration und Wertevermittlung im Vordergrund stehen.

Dazu steht neben der schulischen Berufsintegrationsvorklasse (BIK/Vs) vor allem die Berufsintegrationsvorklasse in kooperativer Form zur Verfügung.

Sofern zu erkennen ist, dass Schülerinnen und Schüler innerhalb eines Jahres die notwendigen Kompetenzen für den Einstieg in das zweite Jahr nicht erwerben können, können besondere Klassen oder Gruppen gebildet und die Lerninhalte der BIK/V auch auf zwei Jahre gestreckt werden.

Jugendliche und junge Erwachsene, die eine BIK/V besucht haben oder anderweitig vergleichbare Deutschkenntnisse erworben haben, besuchen im zweiten Jahr i. d. R. eine kooperative Berufsintegrationsklasse (BIK), in besonderen Fällen auch eine schulische Berufsintegrationsklasse (BIK/s). Grundsätzlich steht ihnen auch eine andere geeignete Klassenform des Berufsvorbereitungsjahres offen.

Neben der Allgemeinbildung, der intensiven sprachlichen Förderung, der Integrationsarbeit und der Wertevermittlung widmet sich das zweite Jahr verstärkt der Berufsvorbereitung. Zudem können die Jugendlichen im Rahmen des Unterrichts auf allgemeinbildende Abschlüsse vorbereitet werden (v. a. externe Prüfungen zum qualifizierenden Abschluss der Mittelschule).

Das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung hat umfangreiche sowie handlungs- und kompetenzorientierte sowie sprachsensible Lernszenarien für die Berufsvorbereitung erarbeitet, die kostenfrei auf dem Themenportal Berufssprache Deutsch zur Verfügung stehen:

http://www.berufssprache-deutsch.bayern.de/

Darüber hinaus befinden sich zahlreiche Materialien zur Unterrichtsgestaltung und Hilfen zur Unterrichtsplanung auf der Plattform

www.berufsvorbereitung.bayern.de

Weitere Unterstützung erhalten die Lehrkräfte durch vielfältige Lehrerfortbildungen, die zentral, regional und schulintern durchgeführt werden. Nähere Informationen dazu sind auf der Fortbildungsdatenbank FIBS und dem Online-Angebot der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalentwicklung Dillingen unter https://alp.dillingen.de/  verfügbar.

Zudem können die Koordinatorinnen und Koordinatoren zur Berufsvorbereitung an den Regierungen Auskünfte zu geeigneten Fortbildungen geben.

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