Vertragsunterzeichnung in Nürnberg Landesausstellung 2016/17 verbindet Bayern und Tschechien

Die Goldene Bulle von 1356 wurde in der Herrschaftszeit von Karl IV. abgefasst
Die Goldene Bulle von 1356 wurde in der Herrschaftszeit von Karl IV. abgefasst

Beiderseits der Grenze herrscht große Vorfreude: Im Mai 2016 öffnet die erste Landesausstellung ihre Pforten, die von Bayern und Tschechien gemeinsam organisiert wird. Kaiser Karl IV. steht im Mittelpunkt - ohne ihn würden Nürnberg und Prag heute wohl anders aussehen.

Wissenschafts-<br>minister Dr. Ludwig Spaenle
Wissenschafts-
minister Dr. Ludwig Spaenle

Im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg fand nun die Unterzeichnung des Vertrages für die Landesausstellung statt. Neben Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle nahmen der Generalkonsul der Republik Tschechien Milan Čoupek, der Generaldirektor des Museums, Prof. Dr. Georg Ulrich Großmann, Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly und Dr. Richard Loibl vom Haus der Bayerischen Geschichte teil.

Minister Spaenle betonte: "Mit der ersten bayerisch-tschechischen Landesausstellung 2016/2017 wollen Bayern sowie Tschechien die vielfältigen, nicht immer konfliktfreien Beziehungen zwischen den beiden Nachbarn bewusst machen. Die Ausstellung ist ein starkes Symbol für die gewachsene Freundschaft zwischen Tschechien und Bayern."

Prägende Persönlichkeit für Nürnberg und Prag

Die von Karl IV. initiierte Frauenkirche in Nürnberg
Die von Karl IV. initiierte Frauenkirche in Nürnberg

Karl IV. wurde als Schwerpunkt der Ausstellung gewählt, da er beide Länder geprägt hat. "Dafür stehen beispielhaft die Städte Nürnberg und Prag mit ihren berühmten von Karl IV. angestoßenen Bauwerken wie der Nürnberger Frauenkirche oder der Karlsbrücke und dem Veitsdom in Prag", fuhr der Minister fort. "Es passt hervorragend, dass die Ausstellung genau am Tag des 700. Geburtstages von Karl IV., dem 14. Mai 2016, in Prag seine Tore für das Publikum öffnen wird, um fünf Monate später nach Nürnberg zu wechseln", erklärte der Minister.

Die bayerisch-tschechische Landesausstellung wird von Mai bis September 2016 in der Wallenstein-Reithalle in Prag und von Oktober 2016 bis März 2017 im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg zu sehen sein. Das Ausstellungskonzept wird vom Haus der Bayerischen Geschichte in Kooperation mit der Nationalgalerie Prag und dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg erstellt.

Ausstellung in drei Sprachen

Bayerischer Ausstellungsort: das Germanische Nationalmuseum
Bayerischer Ausstellungsort: das Germanische Nationalmuseum

Beide Ausstellungen in Prag und in Nürnberg werden durchgehend dreisprachig deutsch, tschechisch und englisch gestaltet sein. Große Bedeutung kommt auch dem geplanten Begleitprogramm zur Landesausstellung zu. Es soll die bayerisch-tschechische Grenzregion, die Metropolregion Nürnberg und Orte entlang der Goldenen Straße umspannen. Unter anderem sollen das Wenzelsschloss in Lauf und der Geschichtspark Bärnau einbezogen werden. Die Koordination des Begleitprogramms erfolgt auf bayerischer Seite durch das Haus der Bayerischen Geschichte und das Centrum Bavaria Bohemia.

Bedeutende Exponate

Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle und Generaldirektor Prof. Dr. Georg Ulrich Großmann bei der Vertragsunterzeichnung
Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle und Generaldirektor Prof. Dr. Georg Ulrich Großmann bei der Vertragsunterzeichnung

Minister Spaenle: „Die Menschen in Bayern und Tschechien dürfen sich auf eine außergewöhnliche Ausstellung mit hochrangigen Exponaten freuen. Stellvertretend dafür steht mit der Goldenen Bulle von 1356 auch ein zentrales Dokument der Regierungszeit Karls IV. und eines der wichtigsten Dokumente der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Verfassungsgeschichte überhaupt. Ich bin sicher, dass die bayerisch-tschechische Landesausstellung neue Aspekte der Herrscherpersönlichkeit Karls IV. beleuchten und die vielfältigen Berührungspunkte der Geschichte beider Länder herausarbeiten wird. Die Landesausstellung wird damit auch zu einer weiteren Festigung der guten Beziehungen zwischen dem Freistaat Bayern und der Tschechischen Republik beitragen.“

Weitere Informationen

Vorlese-Funktion