Gedenktag: Bayern erinnerte an die Opfer des NS-Terrors

Gedenkveranstaltung der „Initiative 27. Januar“ in der Münchner Residenz
Gedenkveranstaltung der „Initiative 27. Januar“ in der Münchner Residenz

Die sowjetische Armee befreite am 27. Januar 1945 das Vernichtungslager Auschwitz, das für immer Symbol von NS-Terror und Völkermord bleiben wird. Anlässlich des 69. Jahrestags der Befreiung fanden im ganzen Land Gedenkveranstaltungen statt.

Gedachten der Opfer in der Münchner Residenz: Die Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer und Asher Aud (Leiter eines Verbands von Holocaust-Überlebenden in Jerusalem) sowie der israelische Generalkonsul Dr. Dan Shaham
Gedachten der Opfer in der Münchner Residenz: Die Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer und Asher Aud (Leiter eines Verbands von Holocaust-Überlebenden in Jerusalem) sowie der israelische Generalkonsul Dr. Dan Shaham

Staatssekretär Georg Eisenreich war zu Gast bei der Gedenk- und Benefizveranstaltung der „Initiative 27. Januar“ in der Münchner Residenz. Der Staatssekretär betonte in seinem Grußwort die Bedeutung, die der Erinnerungs- und Gedenkkultur der Gegenwart zukommt.

Staatssekretär Georg Eisenreich bei seiner Rede
Staatssekretär Georg Eisenreich bei seiner Rede

„Die Erinnerung an die Befreiung der Konzentrationslager muss sich stets aufs Neue mit zwei Themen auseinandersetzen. Einmal mit den Fakten, mit dem, was geschehen ist, warum es geschehen konnte, wer es geschehen ließ und wer Täter war. Und zum anderen mit dem Auftrag, den wir für die Zukunft haben, dass dies nie wieder geschehen darf", sagte Eisenreich.

Anlässlich des 69. Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz hat die Initiative 27. Januar e.V. zur Unterstützung für bedürftige Holocaustüberlebende in Israel aufgerufen. Bei zwei Gedenk- und
Benefizveranstaltungen mit dem Titel "Deutschland hilft bedürftigen Holocaustüberlebenden in Israel" in München (26.01.) und Berlin (27.01.) standen der Bericht des Auschwitz-Überlebenden Asher Aud aus Jerusalem sowie das deutsch-israelische Aktionsbündnis „Aktion Würde und Versöhnung" im Mittelpunkt.

Neu gestalteter Platz der Opfer des Nationalsozialismus in München

Das Denkmal am neu gestalteten Platz der Opfer des Nationalsozialismus in München
Das Denkmal am neu gestalteten Platz der Opfer des Nationalsozialismus in München

Der offizielle Gedenkakt der Landeshauptstadt München fand auf dem neugestalteten Platz der Opfer des Nationalsozialismus statt. Für rund vier Millionen Euro wurde der Platz im vergangenen Jahr umgestaltet. Im Zentrum steht ein Denkmal, auf dem eine „Ewige Flamme“ brennt, um das Gedenken an die Opfer hochzuhalten. Umrahmt wird das Ensemble von einer Gedenktafel und einem Bronzeband.

Nach der Neugestaltung des Platzes hat Oberbürgermeister Christian Ude  anlässlich des bundesweiten Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus einen Kranz an der Gedenkstätte niedergelegt. Mit dem Entzünden der Flamme in der von Bildhauer Andreas Sobeck geschaffenen Granitsäule wurde der Platz wieder der Öffentlichkeit übergeben.

Der Platz der Opfer des Nationalsozialismus liegt schräg gegenüber dem im Zweiten Weltkrieg zerstörten Wittelsbacher Palais. In diesem Gebäude befanden sich seit 1933 das Hauptquartier und das Gefängnis der Gestapo. Der Ort galt somit seit der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten als Ort der Vernichtung, der Einschüchterung und des Terrors gegen politisch Andersdenkende, gegen rassistisch und religiös diskreditierte Minderheiten und gegen Menschen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Behinderung verfolgt wurden.

Das Denkmal wurde im Mittelpunkt der quadratischen Platzfläche neu angeordnet. Ein im Boden eingelassenes Bronzeband und eine bronzene Gedenktafel fassen jetzt den Bereich um das Denkmal ein. Die Tafel trägt die Inschrift: „Im Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Verfolgt aus politischen Gründen. Verfolgt aus rassistischen Gründen. Verfolgt aus religiösen Gründen. Verfolgt wegen ihrer sexuellen Identität. Verfolgt wegen ihrer Behinderung.“

Staatssekretär Bernd Sibler (Mitte) gedachte der Opfer bei der Gedenkveranstaltung auf dem Platz der Opfer des Nationalsozialismus
Staatssekretär Bernd Sibler (Mitte) gedachte der Opfer bei der Gedenkveranstaltung auf dem Platz der Opfer des Nationalsozialismus

Staatssekretär Bernd Sibler vertrat die Staatsregierung bei der Gedenkveranstaltung: „Auch heute erfüllt uns die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen mit Entsetzen. Das Nie Wieder ist uns eine Verpflichtung, die aus dem Herzen kommt.“

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