Kultusminister Spaenle stellt Leitlinien für 2011 vor - Ganztagsangebot und Inklusion stehen im Mittelpunkt

"Wir bauen die individuelle Förderung in unserem differenzierten Schulwesen konsequent aus"

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle
Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle

München, 05.01.11. Die Ausweitung der individuellen Förderung im differenzierten Schulwesen bezeichnete Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle als ein zentrales Ziel der bayerischen Bildungspolitik. In den Jahren 2011 und 2012 stehen dabei die Sicherung und der Ausbau von Ganztagsangeboten und ein deutliches Vorankommen zu mehr gemeinsamem Unterricht von jungen Menschen mit und ohne Behinderung im Mittelpunkt. So konkretisierte der Minister seine Planungen unter Bezugnahme auf den Entwurf zum Doppelhaushalt.

Der Kultusminister unterstrich: „Das differenzierte Schulwesen kann für die Schülerinnen und Schüler die Teilhabe- und Chancen- gerechtigkeit bestmöglich gewährleisten. Wir setzen deshalb auf individuelle Förderung der jungen Menschen statt auf Einheitsschule.“

Eine solide Grundlage, um diesem Ziel näherzukommen, ist für Minister Spaenle der Etat des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus im kommenden Doppelhaushalt. Der wird nach dem Entwurf, der vom Ministerrat gebilligt worden war, von derzeit 9,48 Milliarden Euro - über 9,55 Milliarden im Jahr 2011 - auf 9,78 Milliarden Euro für 2012 ansteigen. Dem Staatsministerium für Unterricht und Kultus stehen damit 2012 ca. 300 Millionen Euro mehr zur Verfügung als im Jahr 2010. Die Summe liegt damit über eine Milliarde Euro höher als im Haushaltsjahr 2008. Das Kultusministerium erhält im Doppelhaushalt 2011/2012 auch Mittel aus dem Programm „Aufbruch Bayern“.

Mehr Lehrerstellen für zusätzliche Aufgaben wie Ganztagsschulen und inklusive Bildung

2.553 Planstellen für zusätzliche Aufgaben an den Schulen stehen dem Ministerium damit 2011 und 2012 insgesamt zur Verfügung. 1.553 sind dabei für das Schuljahr 2011/2012 und 1.000 weitere für das Schuljahr 2012/2013 vorgesehen. 553 Planstellen dienen dabei der Sicherung der bestehenden Ganztagsschulen. Mit 371 Planstellen kann Minister Spaenle schon 2011, mit 477 weiteren ab 2012 den Ausbau von gebundenen Ganztagsklassen angehen. Bayern wird auch in den Aufbau von gebundenen Ganztagsklassen an Realschulen und Gymnasien einsteigen. Auch die Gruppen der offenen Ganztagsschulen kann Bayern auf der Grundlage des Haushalts in den kommenden beiden Jahren deutlich ausbauen. „Wir können so mehr Schülerinnen und Schüler als bisher zusätzlich fördern und ihre Eltern dabei unterstützen, Familie und Erwerbsarbeit zu vereinbaren“, so Minister Spaenle.

Situation des einzelnen Kindes im Fokus

2011 und 2012 sind jeweils 100 Lehrerplanstellen vorgesehen, um bei der Inklusion von jungen Menschen mit und ohne Behinderung weiter voranzukommen. „Wir wollen damit die UN-Behindertenrechtekonvention weiter umsetzen, und zwar auf der Basis der Inklusion durch Kooperation“, ergänzte Minister Spaenle. Die jungen Menschen mit ihrem individuellen Förderbedarf stehen dabei im Fokus des Handelns.

Auf der Basis von weiteren 529 Planstellen im Jahr 2011 und 423 Planstellen im Jahr 2012 werden weitere Maßnahmen zur individuellen Förderung und die eigenverantwortliche Schule vorangebracht. Insgesamt sieht Minister Spaenle die Maßnahmen in den kommenden beiden Jahren als unmittelbare Fortsetzung des Wegs, die individuelle Förderung auszubauen. Seit seinem Amtsantritt 2008 seien dazu z. B. zusätzliche Förder- und Intensivierungsstunden in die 4. Jahrgangsstufe der Grundschule, aber auch in die 5. Jahrgangsstufe der weiterführenden Schulen gegeben worden. Die Ganztagsangebote und die Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund seien spürbar erweitert worden.

Mit dem Ende des Schuljahres 2010/2011 läuft das neunjährige Gymnasium aus. Das bedeutet den dauerhaften Wegfall von Unterricht im Umfang von 1.819 Lehrerstellen. Die Unterrichtsversorgung des achtjährigen Gymnasiums ist dadurch nicht berührt.

Der individuellen Förderung dient auch die Genehmigung von 17 Kooperations- modellen von Mittelschulen und Realschulen sowie von neun Kooperationsmodellen von Mittelschulen und Wirtschaftsschulen.

Neue Realschulen, Gymnasien und berufliche Schulen genehmigt

Konsequent will Dr. Spaenle als „Schulbaumeister“ weiter wirken. Fünf staatliche Realschulen, ein staatliches Gymnasium und 19 staatliche berufliche Schulen sind seit 2009 errichtet worden, vier weitere Realschulen und 10 Gymnasien seien bereits genehmigt. Seit 2009 sind zudem acht Grund- und Hauptschulen, sowie sieben Realschule und Gymnasien in privater Trägerschaft als Ergänzung zum öffentlichen Schulwesen genehmigt worden. Mit Hilfe des Schulverbundes will Minister Spaenle möglichst viele Mittelschulstandorte möglichst lang erhalten.

„Ein breites differenziertes Schulangebot möglichst wohnortnah dient der individuellen Förderung, hilft Talente von jungen Menschen zu erkennen, zu erschließen und zu fördern.“ Diese Schulangebote erhöhen die Lebensqualität der Menschen vor Ort, ermöglichen mehr Bildungsgerechtigkeit im Flächenstaat Bayern und steigern den Wert des Standorts, führte der Minister abschließend aus.

Vorlese-Funktion