Begabtenförderung am Gymnasium Zusatzangebote für hochbegabte und besonders Leistungsfähige (Enrichment)

Förderangebote für Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen

Pluskurse

Pluskurse bieten zusätzliche Lehrangebote, die entweder den Lehrplan eines regulären Faches sinnvoll ergänzen oder aus einem wissenschaftlichen bzw. künstlerischen Gebiet abgeleitet sind. Pluskurse stellen in der Regel eine Ergänzung des Wahlunterrichts des jeweiligen Gymnasium dar. Ob an Ihrer Schule Pluskurse angeboten werden, erfragen Sie bitte im Sekretariat vor Ort.

Schülerakademien

Im Unterschied zu den Pluskursen werden Schülerakademien als schulübergreifende Zusatzangebote auf Bezirksebene durchgeführt. Die einzelnen Bezirke haben dabei mitunter spezielle Fördermodelle entwickelt, die so den Begebenheiten vor Ort optimal Rechnung tragen.

Die angebotenen Kurse bieten ein über den jeweiligen Lehrplan hinausgehendes, anspruchsvolles Ergänzungsprogramm. Methodisch kommt dabei beispielsweise dem fächerübergreifenden Unterricht, der Projektarbeit, dem bilingualen Unterricht oder auch der Einbeziehung von Mentoren aus Wirtschaft und Universität besondere Bedeutung zu.

Eine Anmeldung für die Kurse der Schülerakademien erfolgt in der Regel über die Schule, wo auch das aktuelle Programm vorliegt. Zusätzliche Informationen erhalten Sie bei den Dienststellen der Ministerialbeauftragten für die Gymnasien für Ihren Bezirk.

Förderangebote an der Schnittstelle zwischen Gymnasium und Universität

Frühstudium

Schülerinnen und Schüler mit einer speziellen fachlichen Begabung können ohne förmliche Zulassung als Studierende Studien- und Prüfungsleistungen sowie entsprechende Leistungspunkte an Hochschulen erwerben und Module absolvieren.
Der Frühstudierendenstatus ist in Bayern im Bayerischen Hochschulgesetz (Art. 42 Abs.3 BayHG) festgelegt. Ist eine eindeutige fachliche Zuordnung der im Frühstudium an der Universität erbrachten Leistungen möglich, so können diese auf Antrag in der Jahresfortgangsnote im entsprechenden Fach angemessen berücksichtigt werden (§ 60 Abs. 4 GSO). Die „Schülerstudenten“ nehmen an regulären Lehrveranstaltungen teil und haben die Möglichkeit, die entsprechenden Leistungsnachweise bis hin zu Vordiplomprüfungen zu erwerben. Solche Leistungen werden nach Vorlage des Abiturzeugnisses im Rahmen der regulären Einschreibung im entsprechenden Fach anerkannt. Bei einer evtl. Kollision von Unterrichts- und Hochschulveranstaltungen entscheidet die Schulleitung über eine teilweise Unterrichtsbefreiung (vgl. § 37 Abs.3 GSO).
Im Rahmen der Oberstufe besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer An- bzw. Einbindung des Frühstudiums im Bereich des wissenschaftspropädeutischen Seminars (W-Seminar) oder des Profilbereichs.
Die Möglichkeit des Frühstudiums führt zu einer engeren Zusammenarbeit an der Schnittstelle Schule-Hochschule mit Vorteilen für beide Seiten, zu einer intensiven Betreuung der besonders Leistungsfähigen und Leistungsbereiten und damit auch zu einer Beschleunigung von Studienzeiten. Interessierte Schülerinnen und Schüler können sich an den bayerischen Universitäten über für Frühstudierende geeignete Lehrveranstaltungen informieren.

Unitag

Folgende bayerischen Universitäten beteiligen sich derzeit am Unitag: Bamberg, Bayreuth, Erlangen, München (LMU und TU), Passau, Würzburg. Die Bewerbung für die Teilnahme am Unitag erfolgt ausschließlich über die Schulleitung, eine Direktbewerbung über die Universität ist nicht möglich.Durch die Komprimierung auf einen Tag und eine Übernahme der Fahrtkosten durch das Staatsministerium können auch Schüler aus ländlichen Regionen außerhalb der Metropolregionen teilnehmen.Seit dem Sommersemester 2011 bietet das Kultusministerium in Zusammenarbeit mit bayerischen Universitäten den Unitag an. Besonders begabte Gymnasiastinnen und Gymnasiasten werden dabei für einen Tag in der Woche (meist Freitag) vom Unterricht freigestellt und besuchen an einer Universität in ihrem Regierungsbezirk ein speziell für sie zusammengestelltes Seminarprogramm. Angeboten werden Veranstaltungen aus allen universitären Bereichen. Mit dem Unitag werden in der Begabtenförderung an der Schnittstelle zwischen Schule und Hochschule neue Wege beschritten. Während beim Frühstudium eine Festlegung auf ein bestimmtes Fach erforderlich ist, bietet der Unitag eine breite Propädeutik im Sinne eines einführenden studium generale. Da es gerade Hochbegabten oft nicht leicht fällt, sich wegen ihrer vielfältigen Interessen und Talente auf ein Fachgebiet festzulegen, erhalten sie so wertvolle Hilfe bei der Studien- und Berufsorientierung. 

Universität Bamberg
Universität Bayreuth
Universität Erlangen (nur Wintersemester)
LMU München (Winter- und Sommersemester)
TU München (nur Wintersemester)
Universität Würzburg (Winter- und Sommersemester)

 

 

 

 

Elitenetzwerk-Bayern-Seminar

Seit Herbst 2011 wird es ausgewählten Gymnastinnen und Gymnasiasten der zwölften Jahrgangsstufe, die sich hauptsächlich aus den Hochbegabtenklassen rekrutieren, ermöglicht, an einem drei- bis viertägigen Seminar teilzunehmen, bei dem neben der Fähigkeit zur Selbstbeobachtung und –reflexion vor allem die sogenannten "Softskills" gezielt geübt werden. Hierfür konnten professionelle Mentoren des Elitenetzwerks Bayern gewonnen werden.
Eine besondere Bedeutung besitzt bei diesem Seminar auch die Netzwerkbildung der Teilnehmer. Durch die Öffnung des Elitenetzwerks wird eine Kontinuität der bayerischen Eliteförderung von Jgst. 5 des Gymnasiums bis ggf. zu Promotions- oder Post-Doc-Förderung hergestellt.

Ferienseminare

Die jährlich in der ersten Woche der Sommerferien stattfindenden Ferienseminare bieten besonders interessierten und begabten Gymnasiastinnen und Gymnasiasten der elften Jahrgangsstufe anregende und bereichernde Erlebnisse in der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten.
Wissenschaftliche Vorträge und Exkursionen sprechen die kognitive Seite der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, daneben kommt bei den gemeinsamen Aktivitäten aber auch die ästhetisch-musische und soziale Komponente nicht zu kurz. Die Ferienseminare bieten zudem die Gelegenheit, mit bekannten Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Wirtschaft und Verwaltung ins Gespräch zu kommen. Seit August 2010 werden die Ferienseminare Gymnasiastinnen und Gymnasiasten in allen MB-Bezirken angeboten. Die Seminare wurden durch die Julius-Maximilians-Universität Würzburg in den Jahren 2011 bis 2013 wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse der Evaluation belegen eindrucksvoll die Wirksamkeit dieser Maßnahme der Begabtenförderung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schätzen insbesondere den hohen intellektuellen Anspruch der Programme, die Möglichkeiten gemeinsamer Freizeitgestaltung und das "Zusammensein und Gleichgesinnten".

Die Anmeldung bzw. Bewerbung für die Teilnahme am Ferienseminar erfolgt auf Vorschlag der Schule über die Dienststelle des zuständigen Ministerialbeauftragten.

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