Begabtenförderung am Gymnasium Förderangebote an der Schnittstelle zwischen Gymnasium und Universität

Förderangebote an der Schnittstelle zwischen Gymnasium und Universität

Frühstudium

Schülerinnen und Schüler mit einer speziellen fachlichen Begabung können ohne förmliche Zulassung als Studierende Studien- und Prüfungsleistungen sowie entsprechende Leistungspunkte an Hochschulen erwerben und Module absolvieren.
Der Frühstudierendenstatus ist in Bayern im Bayerischen Hochschulgesetz (Art. 42 Abs. 3 BayHSchG) festgelegt. Ist eine eindeutige fachliche Zuordnung der im Frühstudium an der Universität erbrachten Leistungen möglich, so können diese auf Antrag in der Jahresfortgangsnote im entsprechenden Fach angemessen berücksichtigt werden (§ 28 Abs. 4 bzw. § 29 Abs. 2 Satz 5 GSO). Die „Schülerstudenten“ nehmen an regulären Lehrveranstaltungen teil und haben die Möglichkeit, entsprechende Leistungsnachweise zu erwerben, die unter bestimmten Voraussetzungen auf ein späteres Studium angerechnet werden können. Bei einer evtl. Kollision von Unterrichts- und Hochschulveranstaltungen entscheidet die Schulleitung über eine teilweise Unterrichtsbefreiung (vgl. § 20 Abs. 3 Satz 1 BaySchO).
Im Rahmen der Oberstufe besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer An- bzw. Einbindung des Frühstudiums im Bereich des wissenschaftspropädeutischen Seminars (W-Seminar) oder des Profilbereichs.
Die Möglichkeit des Frühstudiums führt zu einer engeren Zusammenarbeit an der Schnittstelle Schule-Hochschule mit Vorteilen für beide Seiten, zu einer intensiven Betreuung der besonders Leistungsfähigen und Leistungsbereiten und damit auch zu einer Beschleunigung von Studienzeiten. Interessierte Schülerinnen und Schüler können sich an den bayerischen Universitäten über für Frühstudierende geeignete Lehrveranstaltungen informieren.

Unitag

Seit dem Sommersemester 2011 bietet das Kultusministerium in Zusammenarbeit mit bayerischen Universitäten den Unitag an. Besonders begabte Gymnasiastinnen und Gymnasiasten werden dabei für einen Tag in der Woche (meist Freitag) vom Unterricht freigestellt und besuchen an einer Universität i.d.R. ihres Regierungsbezirks ein speziell für sie zusammengestelltes Seminarprogramm. Angeboten werden Veranstaltungen aus allen universitären Bereichen. Derzeit beteiligen sich folgende bayerischen Universitäten am Unitag: Universität Bayreuth, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt in Kooperation mit der Technischen Hochschule Ingolstadt, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Ludwig-Maximilians-Universität München, Technische Universität München, Universität Passau und Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Die Bewerbung für die Teilnahme am Unitag erfolgt ausschließlich über die Schulleitung, eine Direktbewerbung über die Universität ist nicht möglich. Durch die Komprimierung auf einen Tag und eine Übernahme der Fahrtkosten durch das Staatsministerium können auch Schülerinnen und Schüler aus ländlichen Regionen außerhalb der Metropolregionen teilnehmen. Mit dem Unitag werden in der Begabtenförderung an der Schnittstelle zwischen Schule und Hochschule neue Wege beschritten. Während beim Frühstudium eine Festlegung auf ein bestimmtes Fach erforderlich ist, bietet der Unitag eine breite Propädeutik im Sinne eines einführenden studium generale. Da es gerade Hochbegabten oft nicht leicht fällt, sich wegen ihrer vielfältigen Interessen und Talente auf ein Fachgebiet festzulegen, erhalten sie so wertvolle Hilfe bei der Studien- und Berufsorientierung. 

Elitenetzwerk-Bayern-Seminar

Seit Herbst 2011 wird es ausgewählten Gymnasiastinnen und Gymnasiasten der zwölften Jahrgangsstufe, die sich hauptsächlich aus den Hochbegabtenklassen rekrutieren, ermöglicht, an einem dreitägigen Seminar teilzunehmen, bei dem neben der Fähigkeit zur Selbstbeobachtung und –reflexion vor allem die sogenannten „Softskills“ gezielt geübt werden. Hierfür konnten professionelle Mentorinnen und Mentoren des Elitenetzwerks Bayern gewonnen werden.
Eine besondere Bedeutung besitzt bei diesem Seminar auch die Netzwerkbildung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Durch die Öffnung des Elitenetzwerks wird eine Kontinuität der bayerischen Eliteförderung von Jahrgangsstufe 5 des Gymnasiums bis ggf. zur Promotions- oder Postdoc-Förderung hergestellt.

Ferienseminare

Die jährlich in der ersten Woche der Sommerferien stattfindenden Ferienseminare bieten besonders interessierten und begabten Gymnasiastinnen und Gymnasiasten der elften Jahrgangsstufe anregende und bereichernde Erlebnisse in der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten.
Wissenschaftliche Vorträge und Exkursionen sprechen die kognitive Seite der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, daneben kommt bei den gemeinsamen Aktivitäten aber auch die ästhetisch-musische und soziale Komponente nicht zu kurz. Die Ferienseminare bieten zudem die Gelegenheit, mit bekannten Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Wirtschaft und Verwaltung ins Gespräch zu kommen. Seit August 2010 werden die Ferienseminare Gymnasiastinnen und Gymnasiasten in allen MB-Bezirken angeboten. Die Seminare wurden durch die Julius-Maximilians-Universität Würzburg in den Jahren 2011 bis 2013 wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse der Evaluation belegen eindrucksvoll die Wirksamkeit dieser Maßnahme der Begabtenförderung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schätzen insbesondere den hohen intellektuellen Anspruch der Programme, die Möglichkeiten gemeinsamer Freizeitgestaltung und das „Zusammensein mit Gleichgesinnten“.

Die Anmeldung bzw. Bewerbung für die Teilnahme am Ferienseminar erfolgt auf Vorschlag der Schule über die Dienststelle der bzw. des zuständigen Ministerialbeauftragten.

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