Pressemitteilungen

Nr. 072 vom 28.03.2012

Kultusminister Spaenle: Grundkonzeption des achtjährigen Gymnasiums hat sich bewährt – Runder Tisch zur Weiterentwicklung eingesetzt - Arbeitsgruppen am ISB zu Verbesserung im Unterricht

Prozess der Weiterentwicklung des bayerischen Gymnasiums von 2009 bis 2014

MÜNCHEN. Einen runden Tisch aus Schulleitern, Lehrkräften, Eltern und Schülern hat Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle eingesetzt, um die Weiterentwicklung des achtjährigen bayerischen Gymnasiums zu begleiten. Dieser Prozess, der 2009 eröffnet worden war, wird bis zum Schuljahr 2013/2014 andauern, bis geeignete Maßnahmen erprobt worden sind. Im Mittelpunkt dieses Prozesses stehen Fragen der Organisation, des Lehrplans und der Qualität. Eigens hat der Minister ein zusätzliches freiwilliges Jahr für Schülerinnen und Schüler vorgeschlagen, in dem sie im Einzelfall in der Mittelstufe Schwächen ausgleichen und Stärken ausbauen können. „Ich möchte den Schülern des Gymnasiums im Einzelfall die Zeit geben, die sie benötigen, um ihr Schulziel gut erreichen zu können.“ Dabei geht es nicht um ein einfaches Wiederholen einer Jahrgangsstufe, vielmehr beinhaltet das freiwillige Jahr ein „pädagogisches Plus“.
Konkrete Vorschläge, wie das freiwillige zusätzliche Jahr gestaltet werden kann, wird der Runde Tisch diskutieren. Minister Spaenle lässt prüfen, ob eine Öffnung der Einführungsklasse auch für Gymnasiasten sinnvoll erscheint. Einführungsklassen werden derzeit von leistungsstarken Absolventen der Real-, Wirtschafts- und Mittelschule besucht, um sich auf die Anforderung der Oberstufe des Gymnasiums vorzubereiten.
Mit ersten Ergebnissen rechnet Minister Spaenle bereits bis zum Sommer. Kleinere Veränderungen im Lehrplan werden bereits zum neuen Schuljahr umgesetzt.

Monitoring und Evaluation als Grundlage zur Weiterentwicklung

„Die Grundkonzeption des achtjährigen Gymnasiums hat sich bewährt und wird nicht verändert“, verweist der Minister auf die steigende Übertrittsquote, die gute individuelle Förderung, die sinkende Zahl der Wiederholer und die Erfahrungen mit den W- und P-Seminaren in der Oberstufe. Eine Strukturdebatte, wie sie jüngst von der SPD vorgeschlagen worden war, ist für den Minister „völlig überflüssig“ und verursacht an den Schulen nur ein pädagogisches und organisatorisches Chaos.

„Aufgrund einer umfassenden Evaluation möchte ich unser bayerisches Gymnasium jedoch mit Augenmaß weiterentwickeln“, so der Minister. In die Evaluation einbezogen waren u. a. 15.000 Rückmeldungen von Lehrkräften zum Lehrplan und dessen Umsetzung. „Vorarbeiten für die Weiterentwicklung des Gymnasiums habe ich bereits 2009 in Auftrag gegeben – zunächst in der Form eines Monitorings der Oberstufe. Bei dem Prozess sollen Betroffene zu Beteiligten werden“, führte der Minister aus. Entsprechend erfolgte die Berufung des Runden Tischs sowie der Steuerungsgruppe und der Arbeitsgruppen am Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB).
Fest steht bereits heute:
1. die Überarbeitung des Lehrplans für einzelne Fächer und Jahrgangsstufen; etwa für Geschichte in der Oberstufe;
2. eine mögliche Nutzung von Intensivierungsstunden in der Mittelstufe für Kernfächer und
3. der Ausbau der gebundenen Ganztagsklassen an den Gymnasien, um Schülern bei Bedarf eine zusätzliche Förderung zukommen zu lassen.

Kultusminister Spaenle: „Wir können mit diesen Maßnahmen unser Gymnasium noch stärker auf die Bedürfnisse unserer Schülerinnen und Schüler ausrichten.“

Arbeitsgruppen zur Steigerung der Qualität im Unterricht

Darüber hinaus hat der Minister das ISB beauftragt, auf der Grundlage von Vorschlägen und Erfahrungen von über 100 Schulen Überlegungen anzustellen, wie die Qualität des Unterrichts weiter gesteigert werden kann. Dazu wurden fünf Arbeitsgruppen eingerichtet. Sie befassen sich mit:
- der Oberstufe
- der Mittelstufe mit dem Aspekt des nachhaltigen Lernens
- der Mittelstufe mit dem Aspekt der Rhythmisierung des Unterrichts und der Vielfalt der Fächer
- Individuelle und systematische Förderung
- Gestaltung von Übergängen.
Mit Blick auf die Ergebnisse der Arbeitsgruppen und die Beratungen des Runden Tisches ergänzte Minister Spaenle: „Ich bin bereits heute gespannt, welche Ansätze in Abstimmung mit den Schulen entwickelt werden.“


Dr. Ludwig Unger                         Sylvia Schnaubelt
Tel. 089 - 2186 2105                   Tel. 089-21862518

 

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