Pressemitteilungen

Nr. 25 vom 17.02.2010

„Individuelle Förderung statt Einheitsbrei“ Kultusminister Spaenle will Grundschule nach Entwicklung der Kinder ausrichten – Einheitlich sechs Jahre für alle Kinder ist der falsche Weg

MÜNCHEN. Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle will die Grundschule noch stärker als bisher auf die Entwicklung des einzelnen Kindes hin abstimmen. „Vom Kindergarten bis zum Weg auf die weiterführende Schule – also sechs Jahre lang - müssen wir unsere Kinder noch stärker als bisher entwicklungsgerecht fördern. Dabei darf nur das einzelne Kind und seine individuelle Entwicklung im Mittelpunkt stehen“, so der Minister.

„Sechs Jahre Grundschule für alle Kinder ist Steinzeitpädagogik“

Das Prinzip „Für alle Kinder sechs Jahre lang das Gleiche“, wie es in der heute veröffentlichten FORSA-Umfrage noch mal aufgegriffen worden ist, ist für den bayerischen Kultusminister der falsche Weg. Für Dr. Spaenle gilt der Grundsatz: „Jedem Kind seinen Weg.“ Individuelle Förderung trete so an die Stelle der Pädagogik von gestern. Der Minister begründet: „Was für Christian oder Franziska gut ist, muss für die gleichaltrigen Lisa und Kilian noch lange nicht gleichermaßen förderlich sein.“

Auf diesem sechsjährigen pädagogischen Weg hat die Grundschule als einzige verpflichtende Bildungseinrichtung für alle Kinder eine Schlüsselrolle. „Gemeinsam mit der Stiftung Bildungspakt Bayern erproben wir ab dem Schuljahr 2010/2011 in einem Modellversuch die optimale Gestaltung dieser zukünftigen Eingangsstufe an 20 Grundschulen“, betonte Minister Spaenle. Die Stiftung Bildungspakt Bayern bietet hierfür als erfahrener Partner ideale Voraussetzungen. Die 20 Grundschulen werden am Montag im Presseclub München von Kultusstaatssekretär Dr. Marcel Huber bekannt gegeben.

Kindergarten und Grundschule sehr eng verzahnt

Die Übergangsphase vom Kindergarten zur Grundschule werde in Bayern künftig noch enger verzahnt.
In der Eingangstufe der Grundschule, also den bisherigen Jahrgangsstufen 1 und 2, sollen die Kinder entsprechend ihrer eigenen Entwicklung ein, zwei oder drei Jahre unterrichtet werden. „Dadurch können wir sicherstellen, dass das jeweilige Kind die Grundfertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens sicher beherrscht“, unterstrich Minister Spaenle.
In Bayern vollzieht sich der Übertritt für die Kinder der Grundschule künftig als begleitete Übertrittsphase von der Jahrgangsstufe 3 bis zur Jahrgangsstufe 5.
In der Übertrittsphase werden Grundschule und weiterführende Schule enger miteinander verbunden.

Jedes Kind müsse einen individuellen Weg gehen können, so der Minister.



Dr. Ludwig Unger, Pressesprecher des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus

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