Stark für den Beruf

Bessere Chancen in der Arbeitswelt

Die Mittelschule bietet den Schülern eine ausgeprägte Berufsorientierung. Damit machen sie bereits frühzeitig erste Erfahrungen im beruflichen Umfeld und lernen so Anforderungen der Wirtschaft umfassend und altersgerecht kennen. Die Schüler können sich zielgerichtet auf die Berufswahl vorbereiten und die Chance, den „richtigen“ Beruf zu finden, wird deutlich größer.

Der Unterricht an der Mittelschule orientiert sich an der Praxis: Bei Betriebserkundungen und Praktika knüpfen die Schüler erste Kontakte zu Betrieben, die auch für eine spätere betriebliche Ausbildung nützlich sind.

Durch die intensiven Kontakte der Mittelschulen mit Berufsschulen und der regionalen Wirtschaft werden häufig konkrete Ausbildungschancen eröffnet. SCHULEWIRTSCHAFT-Experten helfen beim Auf- und Ausbau von lokalen Netzwerken der Mittelschulen und der bayerischen Wirtschaft.

Berufsorientierende Zweige Technik, Wirtschaft, SozialesVorlesen lassen

Die Einführung der drei berufsorientierenden Zweige Technik, Wirtschaft, Soziales zum Schuljahr 2009/10 unterstützt die Schüler bei der Berufsorientierung. Dadurch erhalten sie die Gelegenheit, ihre beruflichen Neigungen zu finden und wichtige berufliche Fähigkeiten zu erwerben.

Im Zweig Technik kann sich der Schüler grundlegende Fähigkeiten und Fertigkeiten in den Bereichen Holz, Metall und Kunststoff aneignen. Er erkundet verschiedene Tätigkeiten der technischen Berufe.

Im Zweig Wirtschaft kann der Schüler Basiswissen der Betriebs- und Volkswirtschaft sowie der Buchführung erwerben. Er orientiert sich in kaufmännischen oder verwaltungstechnischen Berufsfeldern wie beispielsweise im Handel oder bei Behörden.

Im Zweig Soziales beschäftigt sich der Schüler mit Fragestellungen aus den Bereichen Haushalt/Ernährung und soziales Handeln. Er lernt mögliche Arbeitsplätze näher kennen, beispielsweise in Betrieben der Lebensmittelherstellung und des Lebensmittelhandels oder in sozialen Einrichtungen.

Unterrichtsstunden in den berufsorientierenden Zweigen:

  • Jahrgangsstufe 7: 5 Unterrichtsstunden (alle Zweige)
  • Jahrgangsstufe 8: 4 Unterrichtsstunden im einem Zweig (bzw. unter bestimmten Voraussetzungen 2 x 2 Unterrichtsstunden in zwei Zweigen)
  • Jahrgangsstufe 9: 4 Unterrichtsstunden in einem Zweig
  • Jahrgangsstufe 10: 3 Unterrichtsstunden in einem Zweig

Partnerschaft mit regionaler Wirtschaft und ArbeitsagenturVorlesen lassen

Im Juli 2007 wurde zwischen dem Kultusministerium und der bayerischen Wirtschaft der Pakt "Hauptschule und Wirtschaft – gemeinsam zum Erfolg" geschlossen.
Vertreter der Wirtschaft (Betriebe, Kammern) ermöglichen den Schülern vielfältige Möglichkeiten der beruflichen Orientierung, beispielsweise durch:

  • Betriebserkundungen
  • Experteninterviews
  • Berufsinformationsveranstaltungen
  • Orientierungspraktika
  • Betriebspraktika
  • Beruforientierungstage
  • Berufsbezogenes Bewerbungstraining
  • Arbeit in Schülerübungsfirmen
  • Praxiscenter
  • Berufswahlpass
  • Berufsinformationsmessen
  • Berufsberatung
  • Ausbilder in Schulen (AiS)

Ausbau der Berufsorientierung: Die acht berufsorientierenden ModuleVorlesen lassen

Die Schülerinnen und Schüler der Mittelschulen erhalten bei der Berufsorientierung in Bayern Unterstützung. Dabei sind Maßnahmen der (erweiterten) vertieften Berufsorientierung (e)vBO seit dem Schuljahr 2008/2009 fester Bestandteil im Konzept zur Weiterentwicklung der Hauptschule zur Mittelschule.
In einfacher und effektiver Weise sollen künftig Maßnahmen der (e)vBO in das gemeinsame Konzept der Berufsorientierung von Schule und Berufsberatung integriert werden und die schulischen Projekte ergänzen. Dafür wurden acht berufsorientierende Module entwickelt, die die Mittelschulen in Absprache mit den Staatlichen Schulämtern und den örtlichen Arbeitsagenturen für das Schuljahr 2011/12 buchen können.

Acht berufsorientierende Module

Modul 1 - Praxis und Bewerbung (Jahrgangsstufe 8)
Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 lernen eins der drei Berufsfelder Wirtschaft, Technik, Soziales kennen und erhalten Unterstützung bei der Bewerbung um einen Praktikumsplatz. Eigene Stärken und Potentiale werden erfahren.

Modul 2 - Praxis und Bewerbung (Jahrgangsstufe 9)
Durch ein organisiertes, begleitetes, betriebliches Praktikum in Jahrgangsstufe 9 bei einem potentiellen Ausbildungsbetrieb werden passende Berufe kennengelernt und die Bewerbung am regionalen Ausbildungsmarkt unterstützt.

Modul 3 - Berufsorientierungscamp (Jahrgangsstufen 7 und 8)
Innerhalb einer 5-tägigen Orientierungswoche erarbeiten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 und 8 in außerschulischer Umgebung die Bedeutung von Softskills für den Beruf. Dabei werden die individuelle Informations- und Berufswahlkompetenz insbesondere unter Nutzung der Angebote der Bundesagentur gesteigert.

Modul 4 - Soziokulturelle Berufsorientierung (Jahrgangsstufen 7-9)
Durch diese Maßnahmen erkennen die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 9 die Bedeutung der sprachlichen Kompetenz und der nonverbalen Kommunikation im Bewerbungsprozess. Es werden realistische Strategien zur Einmündung auf den Ausbildungsstellenmarkt entwickelt und die Umsetzung unterstützt. Die Angebote werden in verschiedenen Sprachen unterbreitet, um insbesondere Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund zu unterstützen.

Modul 5 - Schülerübungsfirma (Jahrgangsstufen 8 und 9)
Durch die Mitarbeit in einer Schülerübungsfirma erwerben die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 praktische Berufsorientierung und Einsicht in kaufmännisches und unternehmerisches Handeln. Schlüsselqualifikationen sowie Selbst- und Sozialkompetenz werden trainiert.

Modul 6 - Schülerpraxiscenter (Jahrgangsstufe 7)
Durch erstes Kennenlernen von praktischen Aufgaben mit einfachen Aufgabenstellungen aus der realen Arbeitswelt erfahren Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 eigene Stärken und Fähigkeiten.
Die Schülerinnen und Schüler werden somit auch sicherer bei der Wahl des/der berufsorientierenden Zweige(s) in Jahrgangsstufe 8.

Modul 7 - Schülerpraxiscenter (Jahrgangsstufe 8)
Die Zusammenarbeit mit Fachleuten aus der Praxis ermöglicht den Schülerinnen und Schülern einen vertieften Einblick in bis zu zwei ausgewählte Berufsfelder. Dabei werden die Berufswahlkompetenz verbessert, der Überblick über den regionalen Ausbildungsmarkt vertieft und die Anforderungen der Betriebe kennengelernt. Kompetenzanalysen geben den Schülerinnen und Schülern Rückmeldungen über individuelle Kompetenzen und Fähigkeiten.

Modul 8 - Schülerpraxiscenter (Jahrgangsstufe 8 und 9)
Ähnlich wie in Modul 7 ermöglicht die Zusammenarbeit mit Fachleuten aus der Praxis einen vertieften Einblick in bis zu zwei ausgewählte Berufsfelder. Der besondere Schwerpunkt des Moduls liegt auf dem konkreten Betrieb vor Ort als Durchführungsort. Kontakte zwischen späteren Ausbildern und den Schülerinnen und Schülern als möglichen Azubis werden angebahnt. Der Überblick über den regionalen Ausbildungsmarkt wird vertieft und die Anforderungen der Betriebe kennengelernt. Analysen geben den Schülerinnen und Schülern Rückmeldungen über individuelle Kompetenzen und Fähigkeiten

Aufgaben und Kontakt der SCHULEWIRTSCHAFT-ExpertenVorlesen lassen

Das Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat in Kooperation mit SCHULEWIRTSCHAFT Bayern 75 Lehrkräfte als SCHULEWIRTSCHAFT-Experten qualifiziert. Sie sind integriert in das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT.

Seit November 2009 üben die Experten eine Schlüsselrolle bei der Kooperation von Mittelschule und Arbeitswelt aus. Sie beraten Schulleitungen, Lehrkräfte und Wirtschaftspartner in ihrer Region.

Für die Wirtschaft sind sie im Hinblick auf die Kooperationen mit der Mittelschule Ansprechpartner im gesamten Schulamtsbezirk.

Der SCHULEWIRTSCHAFT-Experte arbeitet eng mit dem Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT vor Ort zusammen. Er nimmt Impulse aus dem Netzwerk auf und gemeinsam werden Maßnahmen der Berufsorientierung geplant.

 Die Experten fördern den Austausch zwischen den Mittelschulen und den Betrieben in der Region als

  • Berater der Mittelschulen zu Berufsorientierung und Kooperationen mit externen Partnern
  • Wissensträger in Fragen des Übergangs von der Schule ins Arbeitsleben
  • Unterstützer der Lehrkräfte bei der Akquise von Unternehmen für Projekte im Unterricht und Schulleben
  • Netzwerker für Wirtschaft und Mittelschulen im Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT vor Ort
  • Unterstützer in Fragen des Übergangs von der Schule ins Arbeitsleben
  • Kontaktperson für die Zusammenarbeit zwischen Mittelschule und Berufsschule

Zusammenarbeit mit der BerufsschuleVorlesen lassen

Für die Schüler der Mittelschule wird der Übergang an eine Berufsschule erleichtert, indem sie bereits frühzeitig Einblick in den Schulalltag der Berufsschule erhalten.

Sie profitieren von der Zusammenarbeit mit der Berufsschule, beispielsweise

  • bei der Arbeit in gemeinsamen Projekten oder
  • bei Berufsinformationsveranstaltungen, an denen Berufsschüler und Berufsschullehrer Information über verschiedene Berufe an die Schüler weitergeben.

Über das Internetportal HuBiK (Hauptschule und Berufsschule in Kooperation) können die Schüler online Praktikumsplätze an Berufsschulen aussuchen und buchen.

Wenn der Schüler nicht sofort einen Ausbildungsplatz findet, bietet ihm die Berufsschule vielfältige Angebote zur Vorbereitung auf den Einstieg ins Berufsleben, wie beispielsweise das BVJ/k (Berufsvorbereitungsjahr in kooperativer Form). Nähere Informationen hierzu hat Berufsschule vor Ort.

Die Zusammenarbeit mit der Berufsschule wird bayernweit auch in einem Schulversuch erprobt:
Die Berufsorientierungsklasse (B-Klasse) einer Mittelschule, die von freiwilligen Wiederholern der 9. Jahrgangsstufe besucht wird, und eine Klasse zur Berufsvorbereitung der Berufsschule arbeiten eng zusammen. Beide Klassen sind räumlich an der Berufsschule angesiedelt und werden von Haupt- und Berufsschullehrkräften unterrichtet. Die Schüler erhalten so eine zweite Chance, einen Schulabschluss zu erwerben und gewinnen gleichzeitig Eindrücke aus der Berufs- und Arbeitswelt.

Das Projekt Berufsorientierung

Unterstützung aus der Wirtschaft gibt es in Form des Kooperationsprojekts "Berufsorientierung an der bayerischen Haupt-/Mittelschule", das vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, den Bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgebern, der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. sowie vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V. initiiert wurde.

Stark für den Beruf - das Handbuch

AktuellesVorlesen lassen

Stark für den Beruf – der dynamische Recherchepool ist freigeschaltet!

Der Recherchepool für Berufsorientierungsmaßnahmen ist das Ergebnis von „Stark für den Beruf – der Wettbewerb“, der von September 2010 bis Februar 2011 durchgeführt wurde.

Dank des großen Engagements der bayerischen Mittelschulen haben alle Interessierten die Möglichkeit, Ideen und Inspirationen für eigene Berufsorientierungsmaßnahmen in einem umfangreichen Recherchepool zu suchen. Vertreter der bayerischen Mittelschulen können dort weiterhin Beiträge einstellen und bestehende aktualisieren oder löschen.

ZielsetzungVorlesen lassen

Zahlreiche bayerische Mittelschulen legen großen Wert auf eine rechtzeitige Durchführung berufsorientierender Maßnahmen. Im Zuge der Weiterentwicklung der Hauptschule in Bayern zur Mittelschule hat die Berufsorientierung noch mehr Gewicht bekommen: „Stark für den Beruf" lautet eine der drei Säulen des Konzepts der bayerischen Mittelschule und beinhaltet unter anderem die Kooperation mit der regionalen Wirtschaft in vielen Formen: beispielsweise durch Expertenbesuche im Unterricht, Schülerpraktika oder Übungsfirmen. Dadurch erhalten Mittelschüler frühzeitig umfassende Informationen und Eindrücke der Berufswelt.

Das Projekt Berufsorientierung bringt Transparenz in die Vielfalt bereits erfolgreicher Projekte und macht diese bei Schülern, Schülerinnen, Lehrkräften und Arbeitswelt bekannter. Dadurch wird zukünftigen Azubis geholfen, leichter einen persönlichen Fähigkeiten und Neigungen entsprechenden Berufsweg einzuschlagen. Zugleich wird gezeigt, wie erfolgreich und ideenreich Mittelschulen bisher schon im Bereich der Berufsorientierung arbeiten.

Bayerische Mittelschulen sowie bayerische Unternehmen werden durch das Projekt mit Informationen über gelungene Berufsorientierungsprojekte, deren individuellen Nutzen und auch über die große Zahl an Möglichkeiten in diesem Bereich versorgt. Schülern und Schülerinnen wird die Suche nach Berufsfeldern, in denen sie ihre Fähigkeiten, Neigungen und persönlichen Stärken besonders gut einbringen können, erleichtert. Unternehmen profitieren von Ausbildungsbewerbern, die sich mit ihrem zukünftigen Ausbildungsberuf bereits intensiv auseinandergesetzt und somit eine bewusste Entscheidung für ihr Berufsfeld getroffen haben.

KonzeptVorlesen lassen

Nach der ausführlichen Ermittlung schon heute durchgeführter Berufsorientierungsmaßnahmen und deren Prüfung auf Qualität soll ein Best-Practice-Handbuch präsentiert werden, mit dessen Hilfe sich Anregungen für die Durchführung eigener gelungener Berufsorientierungsprojekte finden lassen - sowohl auf Schul- wie auch auf Unternehmensseite. Die Transparenz bezüglich der zahlreichen bereits bestehenden Maßnahmen wird dadurch deutlich erhöht. Darüber hinaus wird die Leistungsfähigkeit bayerischer Mittelschüler durch die Print- aber auch über Livepräsentationen auf dezentralen und einer zentralen Veranstaltung ins Licht der Öffentlichkeit gerückt.

In den kommenden Monaten werden dafür sowohl auf Seite der Schule als auch bei Betrieben Berufsorientierungsmaßnahmen und -projekte gesucht, untersucht und ausgesucht. Eine Projektgruppe wird im Vorfeld Bewertungskriterien erarbeiten, mit deren Hilfe qualitativ sehr gute, für die Schüler hilfreiche und zugleich übertragbare Maßnahmen im Bereich der Berufsorientierung identifiziert werden können.

NutzenVorlesen lassen

Die Durchführung erfolgreicher Berufsorientierungsmaßnahmen hilft den Mittelschülern und Schülerinnen mit möglichst wenig Umwegen nach dem Schulabschluss in "ihrem" Beruf durchzustarten. Wenn sich die Erwartungen mit der Realität im Ausbildungsalltag decken, profitieren sowohl die künftigen Azubis als auch die Ausbildungsbetriebe von einer geringeren Abbruchquote und einer motivierten Arbeitshaltung in der Lehrzeit.

KoordinatorenVorlesen lassen

Projektträger und - finanzierung
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus (StMUK)
bayme - Bayerischer Unternehmensverband Metall und Elektro e. V.
vbm - Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V.
vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Projektleitung
Irene Riegelsberger
Externe Koordinatorin Berufsorientierung im StMUK
Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Infanteriestr. 8
80797 München

Postanschrift:
Bayerisches Staatsministerium
für Unterricht und Kultus
Salvatorstraße 2
80333 München
Tel.: 089 2186-2138, Fax: 089 2186-3138
irene.riegelsberger@stmuk.bayern.de

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