Medien begreifen, Medien nutzen

„Wir möchten unsere Schülerinnen und Schüler auf einen verantwortungsbewussten und kompetenten Umgang mit dem Internet vorbereiten – und es gleichzeitig für das Lehren und Lernen stärker nutzen“, erklärt Kultusstaatssekretär Bernd Sibler. „Deshalb haben wir im Schulterschluss mit dem IT-Beauftragten der Staatsregierung, Finanzstaatssekretär Josef Pschierer und seiner Stabsstelle die Initiative ‚Digitales Lernen Bayern’ ins Leben gerufen.“ Das Bayerische Kultusministerium sieht sich in seinen Bestrebungen, digitales Lernen weiter zu fördern, von der aktuellen Diskussion um Lernplattformen und schulische Netzwerke bestätigt.

Bereits 2002 hat das Bayerische Kultusministerium deshalb 120 Medienpädagogisch-informationstechnische Beratungslehrkräfte (MiBs) ausgebildet, die als Multiplikatoren die Lehrkräfte vor Ort bei der Medienbildung unterstützen. Eine weitere Maßnahme ist das Projekt „Referenzschule für Medienbildung“. 150 Schulen entwickeln ein maßgeschneidertes Konzept, um Medienbildung entsprechend den Bedürfnissen vor Ort bestmöglich zu gestalten. „Diese Referenzschulen wiederum bringen Lehrerinnen und Lehrer weiterer Schulen als Multiplikatoren auf den Weg. Im Schneeballsystem werden wir so sukzessive die Medienkompetenz an bayerischen Schulen weiter fördern“, erklärte Staatssekretär Sibler.

Die bisher dezentralen Netzwerke werden nun im Internet unter einem Dach, dem Portal „mebis – Landesmedienzentrum Bayern“, zusammengeführt. Zudem werden die bestehenden Maßnahmen durch eine Projektgruppe des Ministeriums mit Experten der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen und des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung um zwei pädagogische Angebote ergänzt:

Eine Online-Mediathek für hochwertige urheber- und lizenzrechtlich einwandfreie digitale Bildungsmedien, die Lehrkräften kostenlos zur Verfügung stehen werden.

Eine zentrale Lernplattform zur Einrichtung virtueller Klassenräume und zur Beförderung digitalen Lernens.

Die Angebote werden im Schuljahr 2012/2013 an den Referenzschulen erprobt.

Die wichtigsten Fragen zur Medienbildung

Wie ist das Thema "Medienbildung" in den Lehrplänen verankert?Vorlesen lassen

Medienbildung ist als fächerübergreifendes Bildungsziel in den Lehrplänen aller Schularten verankert. Es steht damit neben so bedeutenden Bildungsleitlinien wie Gesundheits-, Werte- und Umwelterziehung. Ziel der Medienbildung ist es, die jungen Menschen an einen verantwortungsvollen, sinnvollen und reflektierten Umgang mit Medien heranzuführen.

Wo bekomme ich Informationen zu den Grundlagen der Medienbildung an bayerischen Schulen?Vorlesen lassen

In unserer Bekanntmachung "Medienbildung. Medienerziehung und informationstechnische Bildung in der Schule" vom 24. Oktober 2012 finden Sie Informationen zu den wichtigsten Grundlagen in diesem Bereich. Weiterführende Informationen zur schulischen Medienbildung stehen Ihnen auf unserem Dachportal "mebis - Landesmedienzentrum Bayern" zur Verfügung.

Wo kann ich mir Beratung zu Fragen der Medienerziehung und -pädagogik holen?Vorlesen lassen

Seit 2002 existiert das Netzwerk der derzeit über 120 Medienpädagogisch-informationstechnische Beratungslehrkräfte (MiBs) in allen Schularten in ganz Bayern. Sie werden von der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) in Dillingen koordiniert, sind als Multiplikatoren tätig und unterstützen die Schulgemeinschaft durch Lehrerfortbildungen, schulische Informationsabende für Eltern und Schulprojekte. Sie sind sowohl am Projekt „Medienführerschein Bayern“ beteiligt als auch wichtige Experten beim Projekt „Referenzschulen für Medienbildung“.

Im Rahmen des Jahresprojektes „Chancen und Gefahren im Web 2.0“ wurden vom Netzwerk erfolgreich hunderte von Veranstaltungen zu Themen wie Cybermobbing, Selbstdatenschutz und Computersucht durchgeführt, von denen die meisten in die Nachhaltigkeit überführt werden konnten.

Wie ist die Medienbildung in der Lehreraus- und -fortbildung verankert?Vorlesen lassen

Medienerziehung und -pädagogik sind ein wichtiger Bereich in der Lehreraus- und -fortbildung.

In der Lehrerausbildung sind sie sowohl als Bestandteil in die Lehramtsprüfungsordnung der ersten Phase (LPO I) als auch als Prüfungsbestandteil in die zweite Phase der Lehrerausbildung aufgenommen. Zur Verstärkung des Praxisbezugs im Bereich „Medienbildung“ wurde vom Staatsministerium jeweils eine Lehrkraft an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, an die Ludwigs-Maximilians-Universität München und an die Universität Regensburg in Vollzeit abgeordnet.

Nach aktuellen Erhebungen beschäftigen sich in der Lehrerfortbildung über 15 Prozent der zentralen Fortbildungen mit Medienerziehung und -bildung, bei den regionalen Veranstaltungen ist der Prozentsatz ähnlich hoch. Seit einigen Jahren findet zudem kontinuierlich eine Ausweitung der zentralen (virtuellen) Lehrerfortbildung im Hinblick auf die Erfordernisse des Unterrichtens - etwa mit Lernplattformen - statt. Zur verstärkten Nutzung von E-Learning und Blended-Learning nahm das eLearning-Kompetenzzentrum an der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) in Dillingen am 1. September 2009 seine Arbeit auf. Seither wurden von dieser Institution bereits erfolgreich hunderte von eSessions, moderierte Online-Seminare, Blended-Learning-Lehrgänge und online unterstützte schulinterne Lehrerfortbildungen durchgeführt. Zur Koordinierung der hochwertigen Lehrerfortbildungen im Bereich „kreative Medienarbeit“ hat das Staatsministerium zudem eine Lehrkraft an den Bayerischen Rundfunk teilabgeordnet.

Wo finden Lehrkräfte geeignetes Unterrichtsmaterial zu Themen der Medienerziehung, etwa Datenschutz in sozialen Netzwerken oder Cyber-Mobbing?Vorlesen lassen

Unterrichtsmaterialien zu medienerzieherischen Themen werden Lehrkräften durch den "Medienführerschein Bayern" und die EU-Initiative klicksafe.de zur Verfügung gestellt.

Am "Medienführerschein Bayern", der unter der Federführung der Staatskanzlei durchgeführt wird, ist das Staatsministerium für Unterricht und Kultus maßgeblich beteiligt. Es zeichnet verantwortlich für die Auswahl der Pilotschulen und die Koordination der beteiligten Medienpädagogisch-informationstechnischen Beratungslehrkräfte (MiBs). Das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) überprüft die erstellten Module auf ihre Lehrplanpassung.

Zielgruppen des Medienführerscheins Bayern sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Derzeit stehen Materialien für die 3. und 4. sowie für die 6. und 7. Jahrgangsstufe zur Verfügung. Die Unterrichtsmaterialien können ohne externe Schulung oder Unterstützung eingesetzt werden, eine Teilnahme an der Initiative erfolgt auf freiwilliger Basis.

Welches Ziel verfolgt das Projekt "Digitales Lernen Bayern"?Vorlesen lassen

Im September 2011 hat das Staatsministerium für Unterricht und Kultus für das Projekt „Digitales Lernen Bayern“ eine Projektgruppe mit Vertretern des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB), der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) und dem Medieninstitut der Länder, dem Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU), eingerichtet.

Folgende zentrale pädagogische Angebote wurden im Rahmen dieses Projektes aufgebaut:

  • Eine Online-Mediathek für hochwertige urheber- und lizenzrechtlich einwandfreie digitale Bildungsmedien.
  • Eine zentrale Lernplattform („Learning Management System“) für digitales Lernen.
  • Das Dachportal „mebis – Landesmedienzentrum Bayern“ zur Bündelung aller Aktivitäten im Internet.

Die Mediathek und die Lernplattform werden im Schuljahr 2012/2013 an den 90 am Projekt „Referenzschule für Medienbildung“ teilnehmenden Schulen erprobt. Die Pilotierung wird von der LMU München begleitend evaluiert. 
 

Was verbirgt sich hinter dem Projekt "Referenzschule für Medienbildung"?Vorlesen lassen

Mit Beginn des Schuljahrs 2010/2011 wurde vom Staatsministerium das Projekt zur Etablierung von „Referenzschulen für Medienbildung“ gestartet. Kern dieses pädagogischen Konzepts ist die schulinterne Einführung von Medienentwicklungsplänen, die in Teams unter der Beteiligung von Fachbetreuern, Systembetreuern, dem Sachaufwandsträger und der Schulleitung an den Referenzschulen erarbeitet werden sollen. Unterstützt werden sie dabei vom Netzwerk der Medienpädagogisch-informationstechnischen Beratungslehrkräfte (MiBs) und der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP) in Dillingen. Das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) stellt Orientierungshilfen und Vorlagen, das Staatsministerium Anrechnungsstunden zur Entlastung bereit.

Die Medienentwicklungspläne enthalten einen fächerübergreifenden Medien- und Methodenlehrplan, ein schulisches Ausstattungs- und Fortbildungskonzept sowie die Module des „Medienführerscheins Bayern“. Fünf Jahre lang werden sich jährlich dreißig Referenzschulen in allen Schularten etablieren, die wiederum jeweils zehn weitere Schulen auf den Weg bringen. Im Schneeballsystem werden so sukzessive die bayerischen Schulen erreicht.

Zu den Themen "Mobil mit Verstand", "Urheberrecht" und "Medienerziehung" hat das Staatsministerium drei Flyer entwickelt, die in knapper Form praktische und hilfreiche Hinweise für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie für Eltern und Erziehungsberechtigte enthalten. Die Flyer können kostenlos beim Staatsministerium bestellt oder heruntergeladen werden:

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