Die Mittelschule fördert alle Schüler individuell und differenziert: Sie legt Wert darauf, dass möglichst alle Kinder und Jugendlichen einen Abschluss erreichen. Außerdem bietet sie leistungsfähigen Schülern ein Angebot, den mittleren Schulabschluss zu erreichen und bereitet sie bereits ab der Jahrgangsstufe 5 darauf vor.
Gemeinsames Merkmal aller Abschlüsse der Mittelschule ist die ausgeprägte Berufsorientierung.

Die Mittelschule bietet verschiedene Abschlüsse:

Die individuelle/modulare Förderung ist ein Kernelement der bayerischen Mittelschule. Ab dem Schuljahr 2010/11 wird sie sukzessive ab der Jahrgangsstufe 5 eingeführt.
Was bedeutet das konkret?
Individuelle/modulare Förderung bedeutet, dass die Schüler entsprechend ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten gezielt gefördert werden. Während des Schuljahres wechseln sich Klassenunterricht und Modulphasen ab. In den Modulphasen wird Stoff einer bestimmten Lerneinheit (= Modul) geübt, wiederholt und vertieft. Die Lehrkraft gibt jedem Schüler Lern- und Übungsaufgaben, die seinem Leistungsstand im jeweiligen Fach entspricht.
Die folgende Übersichts-Grafik zeigt, wie die modulare Förderung an der Mittelschule den Weg über die Jahrgangsstufen 5 bis 10 zu den jeweiligen Abschlüssen eröffnet:

Die Regelklasse der Mittelschule bietet den Schülern
Der Schüler erhält den erfolgreichen Hauptschulabschluss oder erwirbt durch eine zusätzliche Prüfung den qualifizierenden Hauptschulabschluss.
Seit dem Schuljahr 2011/12 ist Projektarbeit im Rahmen einer Projektprüfung Bestandteil der Abschlussprüfungen.
Die Prüfung für den qualifizierenden Hauptschulabschluss umfasst:
In den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch wird die Prüfung zentral vom Kultusministerium gestellt.
Die Prüfung im Fach Englisch kann für Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache durch eine Prüfung in der Muttersprache ersetzt werden.

In der Praxisklasse (P-Klasse) werden lern- und leistungsschwache Schüler besonders gefördert.
Der Unterricht erfolgt nach einer an die Bedürfnisse der Schüler angepassten Stundentafel. Acht Wochenstunden entfallen dabei auf das Praktikum: In Zusammenarbeit mit einem Betrieb oder einer überbetrieblichen Werkstatt können die Schüler im Rahmen des Praktikums Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben und vertiefen.
Neben den Partnern aus der Wirtschaft werden die Schülerinnen und Schüler der P-Klasse bei Bedarf auch von einer sozialpädagogischen Fachkraft der Jugendhilfe, einem Förderlehrer und der Berufsberatung unterstützt.
Diese umfassende Betreuung hilft den Schülern dabei
Am Ende der Praxisklasse können die Schüler an einer mehr praktischen Abschlussprüfung teilnehmen und den erfolgreichen Hauptschulabschluss erwerben.
Diese Prüfung umfasst:
Die Aufgaben werden von den Lehrkräften der jeweiligen Mittelschule erstellt.

Der Mittlere-Reife-Zug (M-Zug) ist ein Bildungsangebot für leistungsstärkere und motivierte Schüler. Grundlage ist ein eigener Lehrplan mit erhöhten Anforderungen.
Ziel der Schüler ist es, in Jahrgangsstufe 10 den mittleren Schulabschluss zu erwerben. Durch Intensivierungsstunden bzw. zusätzliche Förderstunden werden die Schüler bereits mit Beginn der 5. Jahrgangsstufe auf die Anforderungen des mittleren Schulabschlusses vorbereitet.
Der M-Zug beginnt ab der Jahrgangsstufe 7. Aufgenommen werden Schüler, die die Voraussetzungen erfüllen.
Die Prüfung zum mittleren Schulabschluss umfasst die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch sowie eine Projektprüfung. In den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch wird die Abschlussprüfung zentral vom Kultusministerium gestellt, um die Qualität des Abschlusses in Bayern vergleichbar und nachhaltig zu sichern. Begleitet wird dieses Ziel durch eine Weiterentwicklung des Unterrichts in diesen Fächern.
Aufnahmebedingungen in die M7:
- Notendurchschnitt von 2,66 aus den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch im Zwischenzeugnis der Jahrgangsstufe 6 oder
- Aufnahmeprüfung (an der aufnehmenden Schule mit M-Zug) oder
- Notendurchschnitt von 2,66 aus den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch im Jahreszeugnis der Jahrgangsstufe 6
Aufnahmebedingungen in die M8 bzw. M9:
- Notendurchschnitt von 2,33 aus den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch im Zwischenzeugnis der Jahrgangsstufe 7 bzw. 8 oder
- Aufnahmeprüfung (an der aufnehmenden Schule mit M-Zug) oder
- Notendurchschnitt von 2,33 aus den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch im Jahreszeugnis der Jahrgangsstufe 7 bzw. 8
Aufnahmebedingungen in die M10:
- Qualifizierender Hauptschulabschluss mit einem Notendurchschnitt von 2,33 in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch oder
- Aufnahmeprüfung (an der aufnehmenden Schule mit M-Zug)
Aufnahmebedingungen in den M-Zug für Schüler anderer Schularten:
- Vorrückungserlaubnis nach Abschluss der Jahrgangsstufe der Realschule oder Wirtschaftsschule oder
- Nichtbestehen der Jahrgangsstufe wegen Fächern, die an der Mittelschule nicht unterrichtet werden.
- In sonstigen Fällen: Aufnahmeprüfung / Entscheidung des Schulleiters
Ausschlusskriterium: M10 muss im max. 12. Schulbesuchsjahr erreicht werden.
