Sophie-Scholl-Gymnasium München: 50 Jahre gelebte Geschichte in Schwabing

Der Eingang des Sophie-Scholl-Gymnasiums in München-Schwabing

Der Eingang des Sophie-Scholl-Gymnasiums in München-Schwabing

Man sollte überhaupt den Mut haben, nur an das Gute zu glauben – diesen Eintrag der NS-Widerstandskämpferin Sophie Scholl zitierte Kultusminister Ludwig Spaenle. Er besuchte die 50-Jahr-Feier des Städtischen Mädchen-Gymnasiums.

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle

Spaenle lobte das Sophie-Scholl-Gymnasium in München-Schwabing als beispielhafte Schule. Dieses Gymnasium zeige, wie die einzelnen Schulen Verantwortung für die Weiterentwicklung des Gymnasiums in Bayern übernehmen.

1962 hat das heutige Sophie-Scholl-Gymnasium sein Schulgebäude im Luitpoldpark bezogen. Kultusminister Spaenle erinnerte daran, dass das Gymnasium Wurzeln habe, die bis in die 20er-Jahre zurückreichen. „Die Schule hat mit Sophie Scholl eine große Vorbildfigur als Namensgeberin gewählt“, sagte Ludwig Spaenle. 

Er zitierte einen Tagebuch-Eintrag, den Sophie Scholl 1939, kurz vor ihrem Abitur in ihr Tagebuch geschrieben hatte:

„Man sollte überhaupt den Mut haben, nur an das Gute zu glauben. Ich meine damit nicht, an Illusionen zu glauben, sondern ich meine, nur das Wahre und Gute zu tun und bei anderen Menschen vorauszusetzen, wie man es mit dem Verstand tun kann."

„Die Werte, zu denen Sophie Scholl aufruft − Humanität, Nächstenliebe, Toleranz, Aufrichtigkeit – sind zeitlos. Auf ihnen gründet unsere Gesellschaft im Ganzen und jede funktionierende Gemeinschaft im Kleinen“, sagte der Minister.

Durch diese Namenswahl zeige die Schule auch die Verpflichtung, hohen moralischen und sozialen Ansprüchen gerecht zu werden. „Das Sophie-Scholl-Gymnasium ist sich dieses hohen Anspruchs bewusst und nimmt sich des Auftrags zur Werteerziehung daher in ganz besonderer Weise an“, so Ludwig Spaenle. Durch die Entwicklung eines starken Schulprofils stelle sich die Schule den Herausforderungen und zeige auch, wie die einzelnen Schulen die Schulart Gymnasium in Bayern formen können.

Als Beispiele für das ausgeprägte Profil des Sophie-Scholl-Gymnasiums in Schwabing nannte der Minister „die sehr differenzierte, systematische individuelle Förderung vom klassenübergreifenden Förderunterricht bis hin zu stufenübergreifenden Pluskursen für besonders begabte Schüler auch im künstlerischen Bereich; die vielfältigen pädagogischen Angebote im Rahmen der offenen Ganztagsschule; den bilingualen Unterricht; die Teilnahme am Landesprogramm "gute und gesunde Schule"; die Anti-Gewalt- und Anti-Sucht-Programme, die Streitschlichter oder auch die Vortragsreihe „Was uns betrifft“.  

Als Anerkennung für die Vielzahl an Aktivitäten, die bei den Schülerinnen ein Bewusstsein für die Bedeutung von sozialer Verantwortung und demokratischer Mitwirkung entwickeln sollen, erhielt das Sophie-Scholl-Gymnasium im Schuljahr 2011/2012 den Münchner Bürgerpreis gegen Vergessen − für Demokratie.

Weitere Informationen zur Schule

Stand: 27. April 2012

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