200 Jahre Märchen der Gebrüder Grimm: Ausstellung der Augsburger Puppenkiste eröffnet

Das Märchen vom Froschkönig in der Version der Augsburger Puppenkiste

Das Märchen vom Froschkönig in der Version der Augsburger Puppenkiste

Böse Stiefmütter und gute Feen, Hexen, Zauberer und Riesen – sie leben alle in unserer Phantasie fort. Vor 200 Jahren gaben Jacob und Wilhelm Grimm ihre Märchensammlung heraus. Das Augsburger Puppentheatermuseum zeigt nun eine große Sonderausstellung, die Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle eröffnete.

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle betonte, dass die Geschichten noch immer einen „zeitgemäßen Orientierungspunkt bei grundlegenden moralischen Fragestellungen bieten.“ Er eröffnete im Augsburger Puppentheater- museum in der Spitalgasse 15 die Ausstellung unter dem Titel … dann leben sie noch heute!

„Seit 200 Jahren regen die Märchen der Gebrüder Grimm die Phantasie von Generationen von Kindern und auch Erwachsenen an“, sagte der Minister in Augsburg, „wer wüsste mit den Namen von Hänsel und Gretel, Schneewittchen und Aschenputtel nichts anzufangen?

Dr. Ludwig Spaenle in Augsburg

Dr. Ludwig Spaenle in Augsburg

Manch einer mag zwar heute den Kopf schütteln und die Frage stellen, ob derartige Geschichten von Hexen, verzauberten Fröschen und bösen Stiefmüttern noch zeitgemäß seien. Diese Frage lässt sich meiner Ansicht nach jedoch mit einem klaren „Ja“ beantworten. Märchen bieten Kindern auch heute einen wichtigen Orientierungspunkt. Denn sie beschäftigen sich mit zeitlosen grundlegenden moralischen Fragestellungen“, so Ludwig Spaenle.

Die Märchen der Gebrüder Grimm gehören noch immer zu den am häufigsten übersetzten und am meisten verbreiteten Werken in deutscher Sprache. Seit 2005 sind sie UNESCO-Weltdokumentenerbe. Der pädagogische Nutzen der alten Erzählungen stünde dabei außer Zweifel, so Kultusminister Spaenle, denn „Märchen vermitteln Normen und Werte, moralische Orientierung, sittliche Verhaltensweisen und Tugenden wie Ehrlichkeit, Freundschaft und Hilfsbereitschaft.“

Das Märchen vom Fischer und seiner Frau

Das Märchen vom Fischer und seiner Frau

Der Minister erinnerte in Augsburg daran, dass er nur mit „großer Enttäuschung und auch Unverständnis“ zur Kenntnis genommen habe, dass der Fernsehsender Kinderkanal die Sendungen der Augsburger Puppenkiste aus dem laufenden Programm gestrichen hatte. „Ich freue mich daher sehr, dass der Intendant des Bayerischen Rundfunks jüngst seinen Willen bekundet hat, die Marionetten der Augsburger Puppenkiste wieder auf den Bildschirm zu bringen“, sagte Spaenle. „Diese zukunftsweisende Entscheidung stellt sicher, dass auch zukünftig medienpädagogisch sinnvolle Sendungen in zeitgemäßer Form ausgestrahlt werden.“

Theater und Museum in der Spitalgasse 15

Theater und Museum in der Spitalgasse 15

Zu dem hohen Ansehen des Museums trägt auch die einzigartige Verbindung von Wissenschaft und Puppentheater bei: Der Fachbereich „Europäische Ethnologie / Volkskunde“ der Universität Augsburg unter der Leitung von Professorin Sabine Doering-Manteuffel hat seit der Eröffnung die wissenschaftliche Patenschaft für das Museum inne und begleitet dessen Schaffen.

Auch viele weitere angesehene Institutionen haben bereits mit dem Museum kooperiert, darunter unter anderem die Münchner LMU sowie weitere Universitäten, das Max-Planck-Institut Garching sowie das Germanische Nationalmuseum Nürnberg.

Die Sonderausstellung läuft bis zum 21. Oktober 2012. Für Schulklassen gibt es vergünstigte Sonder- führungen und vergünstigten Eintritt.

Weitere Informationen

Stand: 25. Apri 2012 Fotos: Elmar Herr, Augsburger Puppenkiste

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