Arbeitsschutz an Schulen und Angebote der staatlichen Schulberatung

Unterstützung für Schulleiterinnen und Schulleiter bei der Umsetzung des arbeitsmedizinischen Arbeitsschutzes

Das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst hat im Oktober 2013 ein 3-jähriges Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit den Instituten für Arbeit-, Umwelt- und Sozialmedizin der Universitäten München (Direktor Prof. Dennis Nowak) und Erlangen-Nürnberg (Direktor Prof. Hans Drexler) initiiert.

In welcher Form bietet das Forschungsprojekt Unterstützung?

Die beiden Institute unterstützen die Schulleiterinnen und Schulleiter im Rahmen des Forschungsprojektes bei der Umsetzung des arbeitsmedizinischen Arbeitsschutzes an den Schulen. Zentrale Ansprechpartnerinnen sind dabei:

Dr. med. Uta Ochmann
Oberärztin
Fachärztin für Arbeitsmedizin
Praktische Ärztin-Naturheilverfahren,
Allergologie, Umweltmedizin
Institut u. Poliklinik f. Arbeits-, Sozial- u.
Umweltmedizin der LMU München

Dr. med. Barbara Jüngert
Oberärztin
Fachärztin für Arbeitsmedizin
Institut u. Poliklinik f. Arbeits-,
Sozial- u. Umweltmedizin der
FAU Erlangen-Nürnberg

Frau Dr. Ochmann und Frau Dr. Jüngert sowie ihre ärztlichen Kolleginnen an den beiden Instituten freuen sich über Anfragen und helfen, unterstützt durch zwei Fachkräfte für Arbeitssicherheit, bei allen Fragen zum arbeitsmedizinischen Arbeitsschutz gerne weiter.

Interview mit Frau Dr. Ochmann und Frau Dr. Jüngert

Was ist zu tun bei Meldung einer Schwangerschaft an einer Schule? Vorlesen lassen

Eine Schulleiterin hat mit Frau Dr. Ochmann und Frau Dr. Jüngert darüber gesprochen, was sie bei Meldung einer Schwangerschaft an einer Schule unternehmen muss und inwiefern das Forschungsprojekt dabei und bei weiteren arbeitsmedizinischen Fragen Unterstützung leistet.

Schulleiterin: An meiner Schule sind drei Lehrerinnen schwanger, sie haben ein Attest vom Frauenarzt über den errechneten Geburtstermin vorgelegt. Wer legt denn jetzt fest, welche Tätigkeiten sie an der Schule noch durchführen dürfen oder ob sie ein Beschäftigungsverbot brauchen? Muss das nicht auch der Frauenarzt machen?

Ärztinnen: Nein, der Frauenarzt beurteilt, ob es Mutter und Kind so gut geht, dass die Schwangere grundsätzlich arbeiten kann. Die Gefährdungen am Arbeitsplatz beurteilt er nicht, da er den Arbeitsplatz der Lehrerin nicht genau kennt. Laut Mutterschutzgesetz muss der Arbeitgeber diese Gefährdungsbeurteilung machen, sobald er von der Schwangerschaft erfährt. An Schulen wird diese Aufgabe von den Schulleiterinnen und Schulleitern wahrgenommen.

Schulleiterin: Wie soll ich denn da vorgehen? Woher weiß ich überhaupt, welches die Gefährdungen für eine schwangere Lehrerin sind? Wie komme ich denn an die wichtigen Informationen?

Ärztinnen: Wir bieten Ihnen Unterstützung. Es gibt das Forschungsprojekt von den Instituten für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universitäten Erlangen-Nürnberg und München "Entwicklung eines Modells für die arbeitsmedizinische Betreuung der Lehrerinnen und Lehrer sowie des Verwaltungspersonals unter besonderer Berücksichtigung des Mutterschutzes". Das Projekt wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst initiiert.

Schulleiterin: Wie kann mir denn da ein Forschungsprojekt helfen?

Ärztinnen: Wir haben eine  Homepage erstellt. Unter www.Lehrer-Gesundheitsvorsorge-Bayern.de finden Sie viele Informationen zum Arbeitsschutz und zum Thema Mutterschutz.

Schulleiterin: Dauert das nicht sehr lange, bis ich alle für die Gefährdungsbeurteilung wichtigen Informationen gefunden habe?

Ärztinnen: Nein. Sie können sich in den internen Bereich einloggen und eine Checkliste herunterladen mit allen Gefährdungen, die an der Schule für eine schwangere Lehrerin oder Verwaltungsangestellte auftreten können.
Es ist genau aufgelistet, welche Tätigkeiten für Schwangere gefährdend sind und welche Maßnahmen man in der Schule ergreifen kann, um eine Gefährdung zu vermeiden. Diese Checkliste können Sie gemeinsam mit Ihrer Mitarbeiterin durchgehen.

Schulleiterin: Eine Gefährdungsbeurteilung kostet Zeit!

Ärztinnen: Das stimmt. Aber die Gefährdungsbeurteilung geht mit der Checkliste einfacher und schneller. Sie und Ihre Mitarbeiterin gehen sicher, dass sich die werdende Mutter keine Sorgen um die Gesundheit ihres Babys machen muss, wenn sie in der Schwangerschaft an der Schule weiterarbeitet.

Schulleiterin: Ja, aber die Gefährdung durch Infektionskrankheiten kann ich doch nicht beurteilen, ich bin ja keine Ärztin!

Ärztinnen: Auch dafür bieten wir Unterstützung an. Die schwangere Lehrerin oder Verwaltungsangestellte kann auf der Homepage online Kontakt mit den beiden Instituten aufnehmen. Wir erstellen für die Schwangere eine individuelle Gefährdungsbeurteilung bezüglich ihrer Infektionsgefährdung. Diese kann sie dann der Schulleitung vorlegen.

Schulleiterin: Ist das nicht sehr anonym? Wer antwortet denn da?

Ärztinnen: Die Kontaktanfrage wird direkt von den Ärztinnen unserer beiden Institute beantwortet. Wenn die Schule sich in den Regierungsbezirken Oberbayern, Niederbayern und Schwaben befindet, antwortet eine Ärztin der LMU München, bei Anfragen aus den Regierungsbezirken Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken und Oberpfalz kommt die Antwort von einer Ärztin der FAU Erlangen-Nürnberg. Selbstverständlich unterliegen wir der ärztlichen Schweigepflicht, vertrauliche und persönliche Daten werden von uns nicht weitergegeben. Wir stehen untereinander in direktem Austausch, so dass unsere Antworten inhaltlich völlig identisch sind, egal aus welchem Institut sie kommen.

Schulleiterin: Und wenn ich als Schulleiterin eine Frage haben? Manche Dinge lassen sich vielleicht nicht durch eine Checkliste klären.

Ärztinnen: Auch die Schulleiterinnen und Schulleiter können mit einem Kontaktformular auf der Homepage direkt online Fragen an die Institute für Arbeitsmedizin stellen.

Schulleiterin: Welche Fragen kann ich denn stellen? Nur Fragen zum Mutterschutz?

Ärztinnen: Nein, die Kontaktformulare sind für alle arbeitsmedizinischen Fragen gedacht. Eine Antwort erhalten Sie von uns spätestens am nächsten Tag.

Schulleiterin: Und wenn es schneller gehen muss? Bei manchen Fragen bräuchte ich am besten sofort eine Antwort!

Ärztinnen: Für die ganz dringenden Fragen gibt es Kontakttelefonnummern der beiden Institute auf der Homepage. Schulleiterinnen und Schulleiter können dann direkt mit einer Ärztin des jeweiligen Instituts sprechen. Auch die Kontaktdaten der beiden Fachkräfte für Arbeitssicherheit findet man dort. Wir beantworten gerne Ihre Fragen.

Schulleiterin: Können Sie bitte noch einmal die Adresse der Homepage nennen?

Ärztinnen: www.Lehrer-Gesundheitsvorsorge-Bayern.de
 

Unterstützung für Schulleiterinnen und Schulleiter bei der Umsetzung des arbeitssicherheitstechnischen Arbeitsschutzes

In Fragen des arbeitssicherheitstechnischen Arbeitsschutzes können sich die Schulleiterinnen und Schulleiter - ergänzend zur Unterstützung durch den Sicherheitsbeauftragten der Schule oder den zuständigen Fachberater - durch Fachkräfte für Arbeitssicherheit beraten lassen.

Herr Weiß, Herr Wrede und Herr Scharf stehen für Telefonberatung und E-Mail-Auskünfte wie folgt zur Verfügung:

Herr Edmund Weiß:
Montags und dienstags von 8.00 - 12.00 und von 13.00 - 15.00 Uhr erreichbar
Staatliche Berufsschule Kaufbeuren
Josef-Fischer-Straße 3
87600 Kaufbeuren
Schulrufnr.: 08341/909315-108
Mobiltelefon: 01523-4592938
E-Mail: sifa2@bs-kf.de

Herr Alfred Wrede:
Donnerstags von 8.00 - 12.00 und von 13.00 - 15.00 Uhr sowie freitags von 8.00 - 12.00 Uhr errreichbar
Staatliche Berufsschule Eichstätt
Burgstraße 22
85072 Eichstätt
Schulrufnr.: 08421/9898-18
Mobiltelefon: 01520-5627693
E-Mail: sifa@berufsschule-eichstaett.eu

Herr Jürgen Scharf:
Mittwochs von 8.00 - 12.45 und von 13.30 - 15.45 Uhr erreichbar
Staatliches Berufliches Schulzentrum Bamberg
Ohmstraße 12-16
96050 Bamberg
Mobiltelefon: 0151/70864450
E-Mail: sifa@berufsschulzentrum-bamberg.de

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) gem. § 84 Abs. 2 SGB IX ist eine Präventionsmaßnahme des Arbeitgebers und trägt dazu bei, die Dienst- oder Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Es ist bei allen Beschäftigten anzuwenden, unabhängig davon, ob sie schwerbehindert sind oder nicht. Voraussetzung ist lediglich, dass sich innerhalb eines Jahreszeitraums in der Summe eine Arbeitsunfähigkeit von sechs Wochen oder mehr ergibt.

Wie das BEM an den staatlichen Schulen und den Staatsinstituten für die Ausbildung von Fach- und Förderlehrern durchzuführen ist, wird in folgendem Leitfaden erläutert:

Angebote der Staatlichen Schulberatung

Beratungsgespräch zwischen zwei Lehrkräften

Ansprechpartner für Lehrergesundheit an den staatlichen Schulberatungsstellen

An den neun staatlichen Schulberatungsstellen stehen Beauftragte für Lehrergesundheit für Anfragen von interessierten und betroffenen Lehrkräften zur Verfügung. Bei den Beauftragten für Lehrergesundheit handelt es sich um Schulpsychologinnen und Schulpsychologen aller Schularten, die ein breites Programm an Fortbildungen koordinieren und durchführen. In diesen Kompetenztrainings werden die eigenen Ressourcen der Lehrkräfte gestärkt, um psychosomatischen Erkrankungen vorzubeugen.

Themen solcher Fortbildungen sind beispielsweise:

  • Klassenführung
  • Gesprächsführung
  • Zeitmanagement
  • Stressmanagement

Der regelmäßige Austausch der Beauftragten für Lehrergesundheit unterstützt die Weiterentwicklung präventiver Maßnahmen.

Supervision

Die Beauftragten für Lehrergesundheit an den staatlichen Schulberatungsstellen bieten auf Anfrage auch Supervision an den Schulen an bzw. vermitteln eine Supervisorin bzw. einen Supervisor. Diejenigen Schulpsychologinnen und Schulpsychologen, die als Supervisoren tätig sind, haben dazu eine zertifizierte Ausbildung absolviert. In Bayern stehen ca. 80 Supervisoren zur Verfügung, die über die staatlichen Schulberatungsstellen im jeweiligen Regierungsbezirk vermittelt werden können.
Darüber hinaus werden Fortbildungen im Bereich der kollegialen Fallberatung angeboten. Diese richten sich an interessierte Lehrkräfte, welche zu Moderatoren und Multiplikatoren im Bereich der psychischen Lehrergesundheit ausgebildet werden.

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