Immaterielles Kulturerbe

Seit dem Jahr 2003 stellt die UNESCO kulturelle Ausdrucksformen in den Fokus der Öffentlichkeit – darunter der spanische Flamenco, die japanische Puppentheatertradition oder die iranische Teppich-Knüpfkunst. Überall auf der Welt sollen überliefertes Wissen und Können sowie Alltagskulturen als sogenanntes immaterielles Kulturerbe erhalten und gefördert werden. Im Zentrum stehen lebendige Traditionen und Riten, die einer Gemeinschaft ein Gefühl der Identität und der Kontinuität vermitteln, wie beispielsweise Musik, Tanz, Bräuche, Feste und herkömmliche Handwerkstechniken. Dementsprechend zeichnet sich das immaterielle Kulturerbe durch seine Vielfalt aus. Es wird von Generation zu Generation weitergegeben und unterliegt auch heute noch der steten Veränderung.

Die UNESCO dokumentiert die weltweite kulturelle Vielfältigkeit auf internationaler Ebene insbesondere über die "Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit":

Die Bundesrepublik Deutschland ist 2013 dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes beigetreten. Zentrales Element der Umsetzung in Deutschland ist ein bundesweites Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Auch auf Länderebene werden die im Freistaat Bayern verorteten immateriellen Ausdrucksformen in einem eigenen Bayerischen Landesverzeichnis dokumentiert.

Derzeit läuft das Verfahren zur Auswahl derjenigen Traditionen, die im Rahmen der zweiten deutschlandweiten Aufnahmerunde Eingang in das Bundesverzeichnis finden werden. Die Kultusministerkonferenz wird hierüber im Frühjahr 2017 entscheiden. Im April 2016 hat Bayern folgende Kandidaten nominiert:

Die nächsten Neuaufnahmen in das Bayerische Landesverzeichnis werden im Sommer 2016 veröffentlicht.

Bewerbungsverfahren

Die Aufnahme in die Verzeichnisse setzt eine Bewerbung voraus. Gruppen und Gemeinschaften, die eine kulturelle Ausdrucksform praktizieren, können in ihrem jeweiligen Bundesland innerhalb speziell festgelegter Zeiträume einen entsprechenden Antrag einreichen. Die nächste Möglichkeit hierzu besteht im Jahr 2017.

Eine unmittelbare Bewerbung für die Aufnahme in die internationale UNESCO-Liste ist nicht möglich. Im Sinne eines gestuften Verfahrens ist zunächst die erfolgreiche Eintragung in das nationale Verzeichnis Voraussetzung. Aus diesem Kreis nominiert die Kultusministerkonferenz im Benehmen mit der Beauftragten für Kultur und Medien der Bundesregierung im Regelfall alle zwei Jahre einen Aufnahmekandidaten.

Das maßgebliche Bewerbungsformular sowie ein ausführliches Merkblatt stehen rechtzeitig vor Beginn der nächsten Antragsrunde auf dieser Seite zum Abruf bereit.

Bitte beachten Sie zudem insbesondere folgende Hinweise:

  • Es können nur diejenigen Bewerbungen berücksichtigt werden, bei denen die Erhaltung und Weitergabe des lebendigen kulturellen Erbes durch seine Träger ersichtlich ist.
  • Gruppen, Gemeinschaften und Einzelpersonen können nur dann eine Bewerbung einreichen, wenn mit der Ausübung und Pflege des immateriellen Kulturerbes nachweislich nicht vorrangig kommerzielle Interessen verfolgt werden.
  • Für die Bewerbung ist ein einheitliches Bewerbungsformular zu verwenden.


Sowohl auf Bundes- wie auch auf Landesebene wird die Aufnahmeentscheidung jeweils durch Expertengremien fachlich begleitet. Die Mitglieder bringen eine breite Expertise mit. Nach der intensiven Begutachtung aller Bewerbungen wird eine Fachempfehlung vorgelegt.

Bewerbungsunterlagen

Die aktuellen Bewerbungsunterlagen und Merkblätter sind an dieser Stelle voraussichtlich ab Anfang 2017 verfügbar.

Weitere Informationen

Für Verfahrensfragen zu einer Bewerbung stehen Ihnen folgende Ansprechpartner im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Salvatorstraße 2, 80333 München, zur Verfügung:

MR Herbert Hillig – 089 2186 2563
herbert.hillig@stmbw.bayern.de  

RD Martin Breuer – 089 2186 2421
martin.breuer@stmbw.bayern.de

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