Bayerische Kunstförderpreise 2014 Preisträger in der Sparte "Bildende Kunst" stehen fest

In der Sparte Bildende Kunst stehen die Kunstförderpreisträger fest. Mit beeindruckenden Werken konnten sie die Jury überzeugen und dürfen sich über die mit 6.000 Euro dotierten Preise freuen. Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle verleiht die Preise am 3. November 2014 in München in feierlichem Rahmen.

Die Preise gehen an Boban Andjelkovic, Felix Burger, Hedwig Eberle und Jasmin Schmidt sowie an Elisabeth Wieser (Spezialpreis „Collage“).

„Mit den Bayerischen Kunstförderpreisen zeichnen wir herausragende bayerische Nachwuchskünstlerinnen und -künstler aus“, betont Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle. „Der Preis ist zugleich Anerkennung für das bisherige künstlerische Wirken der jungen Künstlerinnen und Künstler wie auch Ansporn für ihr künftiges Schaffen“, so Spaenle weiter.

Junge Künstler aus München und Nürnberg

Der in München lebende, 1975 in Serbien geborene Maler Boban Andjelkovic überzeugte die Jury mit seiner eigenwilligen, höchst konsequenten künstlerischen Arbeitsweise. Gekratztes, Geschabtes und flüchtig Hingeworfenes bestimmen die Oberflächen. Seine Arbeiten wirken, so die Gutachter, auf den ersten Blick rau und ungestüm; auf den zweiten Blick vermitteln sie auch zarte Zwischentöne und fragile Situationen, die ein mögliches Scheitern der vordergründig kraftvollen Geste durchschimmern lassen. Mit großer Sicherheit gelängen ihm eigenständige Kompositionen von überraschender Kühnheit und Kompromisslosigkeit.

Felix Burger, geboren 1982 in München, behandelt in seinen filmischen und installativen Arbeiten das Verhältnis seiner Identität als Künstler und seiner kulturgeschichtlichen sowie persönlichen Vorbilder. Biographische Bezüge, geschichtliche Fakten und Fetische bilden den Ansatz für komplexe Erzählungen. Das zwanghafte Scheitern an hohem intellektuellem und ästhetischem Maßstab wird, so die Jury, für ihn zum zentralen Motiv. Die Gutachter heben die Vielschichtigkeit der Auseinandersetzung und eine große Authentizität der Arbeiten Burgers hervor, denen es nicht an Humor fehlt.

Das künstlerische Vorgehen der 1977 in München geborene Malerin Hedwig Eberle kann nach Darlegung der Jury behutsam und sensibel aufbauend, aber auch rau, gestisch und zerstörerisch sein. Ihre Arbeiten leiten sich von der Auseinandersetzung mit der informellen Malerei der 50-er Jahre her und überzeugen, so die Gutachter, vor allem durch Authentizität und Kraft. In ihren jüngeren Werken bilden sich aus Rinnsalen, Farbflecken und Liniengespinsten kopfförmige Motive heraus. Konzentriert auf den Malprozess und den Umgang mit den bildnerischen Mitteln schafft sie ganz aus der Farbe Materialität.

Die 1981 in Regensburg geborene und in Nürnberg lebende Künstlerin Jasmin Schmidt ist nach der Darlegung der Jury eine Künstlerin, die souverän zwischen den Gattungen Zeichnung und Malerei pendelt. Indem sie ihre Arbeiten immer wieder und wieder überarbeitet, zuschneidet, vernäht und gliedert, entstehen aus den Malgründen objekthafte Gebilde. Dabei, so die Gutachter, sollen keine Illusionen des realen Raums suggeriert werden, das Bild selbst ist vielmehr der Ort, auf den es ankommt. Bildträger und Malerei bedingen sich im Werk von Jasmin Schmidt, wobei sie geheimnisvolle Bilder findet und erfindet.

Spezialpreis für "Collage als Arbeitsprinzip"

Im diesem Jahr vergibt Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle zudem einen Spezialpreis für „Collage als Arbeitsprinzip“, den die 1986 geborene, in München lebende Künstlerin Elisabeth Wieser erhält. Die Gutachter heben das Spannungsfeld zwischen bekannten Sehinterpretationen und einer untergründig angelegten Verunsicherung für den Betrachter hervor, zwischen denen sich die Arbeiten Wiesers bewegen. Es werden Spuren gelegt, die geprägt sind durch Licht- und Zeiterleben und eine gewisse Theatralik nicht verleugnen. Bildelemente von gefundenen Fotographien und selbst gefertigten Fotoarbeiten werden zu einem Ganzen gefügt, wobei die einzelnen Bildelemente ihre subtile Eigenständigkeit bewahren. Es entstehen, so die Jury, neue Sehwege und Empfindungen – durch eine Arbeit mit glaubhaftem Kalkül und künstlerischer Sicherheit.

Bayerische Kunstförderpreise

Der Bayerische Kunstförderpreis wird jährlich in den vier Sparten „Bildende
Kunst“, „Darstellende Kunst“, „Musik und Tanz“ sowie „Literatur“ vergeben. Die
Preisträger müssen in Bayern leben, dort ihren Schaffensmittelpunkt haben und
dürfen höchstens 40 Jahre alt sein. Voraussetzung ist zudem, dass sie über eine
außergewöhnliche künstlerische Begabung verfügen und durch herausragende
Leistungen hervorgetreten sind. Die Preise werden vom Bayerischen
Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst auf Vorschlag von
Fachjurys vergeben.

Die feierliche Verleihung der Preise erfolgt am 3. November durch Kunstminister
Dr. Spaenle in der Hochschule für Fernsehen und Film München.

Weitere Informationen

Stand: 6. August 2014

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