Werte in der Schule
Über Werte wird wieder gesprochen. Das eine Mal konstatiert man einen Werteverfall oder einen Wertrelativismus, das andere Mal eine „Renaissance der Werte“ in unserer Gesellschaft. Wie steht es nun mit den Werten in der Schule? Unsere Überlegungen richten sich vor allem auf folgende Fragestellungen: Auf welchen Werten beruht schulische Bildungsarbeit angesichts des vermeintlichen Fehlens eines Wertekonsenses? Welche Werte sind für das Lernen und Zusammenleben am Ort „Schule“ maßgeblich?
1 Begriffliche Klärung
Allgemein versteht man unter Werten Orientierungsmaßstäbe, an denen sich Menschen in ihrem Urteilen und Handeln ausrichten und welche als gut, nützlich und sinnvoll erachtet werden. Werte finden in ethischen Normen (Regeln, Gesetzen, Verhaltensvorschriften) ihre Durchsetzung. Beispielsweise liegt der Norm „Du sollst nicht lügen“ der Wert Wahrheit zugrunde. Tugenden sind auf Werte bezogene Handlungsmuster und Haltungen.
Werte lassen sich in eine Rangordnung bringen (vgl. Funiok in Huber/Funiok 1996, S. 16 f.):
Allgemein versteht man unter Werten Orientierungsmaßstäbe, an denen sich Menschen in ihrem Urteilen und Handeln ausrichten und welche als gut, nützlich und sinnvoll erachtet werden. Werte finden in ethischen Normen (Regeln, Gesetzen, Verhaltensvorschriften) ihre Durchsetzung. Beispielsweise liegt der Norm „Du sollst nicht lügen“ der Wert Wahrheit zugrunde. Tugenden sind auf Werte bezogene Handlungsmuster und Haltungen.
Werte lassen sich in eine Rangordnung bringen (vgl. Funiok in Huber/Funiok 1996, S. 16 f.):
- Ganz oben stehen in unserer demokratischen Gesellschaft die absoluten Ideale wie die Achtung vor der Würde des Menschen, die Glaubens- und Gewissensfreiheit oder die Freiheit der Meinungsäußerung (vgl. Art. 1 - 6 GG). Diese Werte stehen nicht zur Disposition.
- Auf einer mittleren Ebene befinden sich Werte, die Mittel für die Verwirklichung der absoluten Ideale darstellen und einen ausgeprägten Eigenwert besitzen. Beispiele sind Gerechtigkeit, Solidarität, Ehrlichkeit.
- Auf einer unteren Ebene sind diejenigen Tugenden, Normen und Regeln zu finden, welche erst die Verwirklichung der Werte der mittleren und damit indirekt auch der obersten Ebene ermöglichen, z. B. Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl, Hilfsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Zivilcourage, Dankbarkeit.
2 Werte im Spannungsfeld Gesellschaft – Schule
Im Alltag hängt die Frage nach Werten oft mit der Frage nach einem „guten Leben“ zusammen: Was ist mir in meinem Leben wichtig und wertvoll? Die Unterschiedlichkeit der Lebensentwürfe, Sozialisation und kulturellen Herkunft bringt zahlreiche Wertvorstellungen hervor. Begriffe wie „Individualisierung“, „Materialismus“, „Pluralismus“ werden oftmals zur Beschreibung unserer Wertelandschaft bemüht. Dennoch gibt es ein alle Bevölkerungsgruppen verbindendes „demokratisches Ethos“, an dessen Ausformulierung die Gesellschaft ständig arbeiten muss. Was bedeutet dies für die Schule? Die Akteure – Schüler, Lehrer und Eltern – sind natürlich auch Mitglieder der Gesellschaft. Sie bringen ihre Werte in ihrer Unterschiedlichkeit und Vielfalt in die Schule mit. Dort lernen und arbeiten sie – oftmals ungewohnt – in einer engen Gemeinschaft, in der Werte wie Gerechtigkeit, Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme eine besondere Rolle spielen. Die jungen Menschen befinden sich darüber hinaus in einer Reife- bzw. Entwicklungssituation. Im Lebensraum Schule erhalten sie deshalb ganz automatisch über viele Jahre hinweg eine nachhaltige moralische Sozialisation beim Umgang der Schüler miteinander, durch die Art und Weise, wie sich Lehrer und Schüler begegnen, im Umgang mit Regeln, insbesondere in der Sanktionierung von Regelverletzungen und unerwünschtem Verhalten, durch die Art und Weise, wie bei Misserfolg die Würde der Schüler geachtet wird. Solche Sozialisationsleistungen der Schule verdichten sich im „Schulklima“ und im „Schulleben“. Fragen, die von der Gesellschaft immer wieder an die Schule gerichtet werden, lauten: Inwieweit hat die Schule ein Mandat für ein klar wertorientiertes Handeln? Welche Maßstäbe gelten dabei? Antworten führen u. a. zur Bayerischen Verfassung sowie zu den Lehrplänen und Richtlinien.
3 Der Artikel 131 BV
Führt man sich die Wertvorstellung des Grundgesetzes oder der Bayerischen Verfassung vor Augen, wird schnell der historische Hintergrund dieser Texte klar. Es ist die Erfahrung mit dem Menschen verachtenden System des Dritten Reichs, welche die Mütter und Väter der Bayerischen Verfassung aus existentieller Betroffenheit heraus in der Präambel formulieren lässt:
„Angesichts des Trümmerfeldes, zu dem eine Staats- und Gesellschaftsordnung ohne Gott, ohne Gewissen und ohne Achtung vor der Würde des Menschen die Überlebenden des zweiten Weltkrieges geführt hat, in dem festen Entschlusse, den kommenden deutschen Geschlechtern die Segnungen des Friedens, der Menschlichkeit und des Rechtes dauernd zu sichern, gibt sich das Bayerische Volk, eingedenk seiner mehr als tausendjährigen Geschichte, nachstehende demokratische Verfassung.“
Einer Ouvertüre ähnlich klingen hier bereits die Obersten Bildungsziele an, wie sie in Artikel 131 Abs. 2 und 3 der Bayerischen Verfassung ausgeführt werden:
„Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft und Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt. Die Schüler sind im Geiste der Demokratie, in der Liebe zur bayerischen Heimat und zum deutschen Volk und im Sinne der Völkerversöhnung zu erziehen.“
Diese Obersten Bildungsziele haben in allen wichtigen Verordnungen für Erziehung und Unterricht in der Schule ihren Niederschlag gefunden.
3.1 Ehrfurcht vor Gott und Achtung vor religiöser Überzeugung
Keines der Obersten Bildungsziele erregt heute mehr Verwunderung oder gar Widerspruch als Ehrfurcht vor Gott. Dabei ist zu bedenken, dass auch die Präambel des Grundgesetzes mit den Worten beginnt: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen ...“. Diese Formulierungen zeigen, dass sich unser Staat in der Verantwortung vor einer höheren und absoluten Instanz sieht. Zwischen dem Bildungsziel „Ehrfurcht vor Gott“ und dem Recht auf „Glaubens- und Gewissensfreiheit“ können Spannungen auftreten; diese Werte dürfen aber nicht gegeneinander ausgespielt werden. Trotz weltanschaulicher Neutralität weiß sich die Bayerische Verfassung den Werten des christlichen Abendlandes verbunden.
Was bedeutet das Bildungsziel „Ehrfurcht vor Gott“ für die Schulen?
Es sind die großen Fragen des menschlichen Lebens – „Woher komme ich?“, „Warum lebe ich?“, „Wohin gehe ich?“ –, die den Menschen seit jeher umtreiben und zu unterschiedlichen philosophischen und religiösen Antworten geführt haben. Für den Lehrer, auch den religiös gleichgültigen Lehrer, bedeutet dies, dass er der religiösen Dimension des menschlichen Lebens in seinem Unterricht Achtung entgegenbringen muss. Hier wird von jedem Lehrer eine prinzipielle Offenheit gegenüber dem Geheimnis verlangt, das letztlich hinter Mensch und Welt steht. „Ehrfurcht vor Gott“ heißt nicht, dass die Schule religiöse Überzeugungen aufdrängen darf. Die Frage nach Gott und nach dem Sinn des Lebens hat aber in Schule sehr wohl ihren Platz – in den Fächern und auch im Schulleben (vgl. S. 8). Das Bildungsziel „Ehrfurcht vor Gott“ legt darüber hinaus die Grundlage für ein menschliches Zusammenleben, das geprägt ist von der Achtung vor der religiösen Überzeugung anderer. Ein solches Zusammenleben basiert auf echter Toleranz und nicht auf Gleichgültigkeit.
3.2 Achtung vor der Würde des Menschen
Das absolute Ideal Achtung vor der Würde des Menschen ist ein naturrechtlich fundiertes Menschenrecht. Im Grundgesetz und in der Bayerischen Verfassung ist es fest verankert. „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie kann nicht verwirkt und darf nicht eingeschränkt werden. Die Würde des Menschen wird nur dann geachtet, wenn der Mensch sein Leben in Freiheit gestalten kann und wenn er jedem anderen diese Freiheit zu lassen bereit ist“ (ISB 2003, S. 16). Seinen Ausdruck findet dieser Wert u. a. in der Achtung bzw. im Respekt, mit dem man sich am Ort Schule begegnet oder darin, wie man übereinander spricht. Es geht nicht zuletzt auch darum, den anderen überhaupt wahrzunehmen und in seinen Stärken und Schwächen zu akzeptieren. Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme und Ehrlichkeit sind Konkretisierungen der Achtung vor der Würde des Menschen. Wenn Schüler sich z. B. für schwächere Schüler einsetzen, wird der Wert Menschenwürde mit Leben erfüllt. Auch die Schuldisziplin dient letztlich der Menschenwürde, indem sie die Entfaltung der Persönlichkeit von Lehrern und Schülern ermöglicht.
4 Werte im Unterricht
Alle Unterrichtsfächer enthalten Wertvorstellungen. Diese schlagen sich in den neueren Lehrplänen deutlich nieder. Natürlich gibt es Unterschiede im Grad der Wertorientierung. In Religion und Ethik, ebenso in Geschichte, Sozialkunde, Deutsch, Latein und Griechisch nehmen ethisch-philosophische Fragestellungen einen breiteren Raum ein als in anderen Fächern. In den naturwissenschaftlichen Fächern stellt sich die Frage nach der Verantwortung des Menschen in höchstem Maße. „Darf der Mensch alles, was er technisch vermag?“ Ziel allen Fachunterrichts ist es, die Urteilskraft der jungen Menschen zu entwickeln. Dazu gehört es auch, Maßstäbe für Gut und Böse, für Qualität und Ästhetik von Kunstwerken und Gegenständen des Alltags sowie für ethisch fundiertes Handeln zu finden. Die Richtlinien für fächerübergreifende Anliegen wie „Umweltbildung“, „Politische Bildung“, „Familien- und Sexualerziehung“ u. a. enthalten dezidiert wertorientierte Ansätze mit dem Ziel, bei den Schülern Werthaltungen wie Verantwortungsgefühl für Natur und Umwelt, für das Gemeinwohl, für den Partner etc. zu etablieren.
Im Alltag hängt die Frage nach Werten oft mit der Frage nach einem „guten Leben“ zusammen: Was ist mir in meinem Leben wichtig und wertvoll? Die Unterschiedlichkeit der Lebensentwürfe, Sozialisation und kulturellen Herkunft bringt zahlreiche Wertvorstellungen hervor. Begriffe wie „Individualisierung“, „Materialismus“, „Pluralismus“ werden oftmals zur Beschreibung unserer Wertelandschaft bemüht. Dennoch gibt es ein alle Bevölkerungsgruppen verbindendes „demokratisches Ethos“, an dessen Ausformulierung die Gesellschaft ständig arbeiten muss. Was bedeutet dies für die Schule? Die Akteure – Schüler, Lehrer und Eltern – sind natürlich auch Mitglieder der Gesellschaft. Sie bringen ihre Werte in ihrer Unterschiedlichkeit und Vielfalt in die Schule mit. Dort lernen und arbeiten sie – oftmals ungewohnt – in einer engen Gemeinschaft, in der Werte wie Gerechtigkeit, Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme eine besondere Rolle spielen. Die jungen Menschen befinden sich darüber hinaus in einer Reife- bzw. Entwicklungssituation. Im Lebensraum Schule erhalten sie deshalb ganz automatisch über viele Jahre hinweg eine nachhaltige moralische Sozialisation beim Umgang der Schüler miteinander, durch die Art und Weise, wie sich Lehrer und Schüler begegnen, im Umgang mit Regeln, insbesondere in der Sanktionierung von Regelverletzungen und unerwünschtem Verhalten, durch die Art und Weise, wie bei Misserfolg die Würde der Schüler geachtet wird. Solche Sozialisationsleistungen der Schule verdichten sich im „Schulklima“ und im „Schulleben“. Fragen, die von der Gesellschaft immer wieder an die Schule gerichtet werden, lauten: Inwieweit hat die Schule ein Mandat für ein klar wertorientiertes Handeln? Welche Maßstäbe gelten dabei? Antworten führen u. a. zur Bayerischen Verfassung sowie zu den Lehrplänen und Richtlinien.
3 Der Artikel 131 BV
Führt man sich die Wertvorstellung des Grundgesetzes oder der Bayerischen Verfassung vor Augen, wird schnell der historische Hintergrund dieser Texte klar. Es ist die Erfahrung mit dem Menschen verachtenden System des Dritten Reichs, welche die Mütter und Väter der Bayerischen Verfassung aus existentieller Betroffenheit heraus in der Präambel formulieren lässt:
„Angesichts des Trümmerfeldes, zu dem eine Staats- und Gesellschaftsordnung ohne Gott, ohne Gewissen und ohne Achtung vor der Würde des Menschen die Überlebenden des zweiten Weltkrieges geführt hat, in dem festen Entschlusse, den kommenden deutschen Geschlechtern die Segnungen des Friedens, der Menschlichkeit und des Rechtes dauernd zu sichern, gibt sich das Bayerische Volk, eingedenk seiner mehr als tausendjährigen Geschichte, nachstehende demokratische Verfassung.“
Einer Ouvertüre ähnlich klingen hier bereits die Obersten Bildungsziele an, wie sie in Artikel 131 Abs. 2 und 3 der Bayerischen Verfassung ausgeführt werden:
„Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft und Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt. Die Schüler sind im Geiste der Demokratie, in der Liebe zur bayerischen Heimat und zum deutschen Volk und im Sinne der Völkerversöhnung zu erziehen.“
Diese Obersten Bildungsziele haben in allen wichtigen Verordnungen für Erziehung und Unterricht in der Schule ihren Niederschlag gefunden.
3.1 Ehrfurcht vor Gott und Achtung vor religiöser Überzeugung
Keines der Obersten Bildungsziele erregt heute mehr Verwunderung oder gar Widerspruch als Ehrfurcht vor Gott. Dabei ist zu bedenken, dass auch die Präambel des Grundgesetzes mit den Worten beginnt: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen ...“. Diese Formulierungen zeigen, dass sich unser Staat in der Verantwortung vor einer höheren und absoluten Instanz sieht. Zwischen dem Bildungsziel „Ehrfurcht vor Gott“ und dem Recht auf „Glaubens- und Gewissensfreiheit“ können Spannungen auftreten; diese Werte dürfen aber nicht gegeneinander ausgespielt werden. Trotz weltanschaulicher Neutralität weiß sich die Bayerische Verfassung den Werten des christlichen Abendlandes verbunden.
Was bedeutet das Bildungsziel „Ehrfurcht vor Gott“ für die Schulen?
Es sind die großen Fragen des menschlichen Lebens – „Woher komme ich?“, „Warum lebe ich?“, „Wohin gehe ich?“ –, die den Menschen seit jeher umtreiben und zu unterschiedlichen philosophischen und religiösen Antworten geführt haben. Für den Lehrer, auch den religiös gleichgültigen Lehrer, bedeutet dies, dass er der religiösen Dimension des menschlichen Lebens in seinem Unterricht Achtung entgegenbringen muss. Hier wird von jedem Lehrer eine prinzipielle Offenheit gegenüber dem Geheimnis verlangt, das letztlich hinter Mensch und Welt steht. „Ehrfurcht vor Gott“ heißt nicht, dass die Schule religiöse Überzeugungen aufdrängen darf. Die Frage nach Gott und nach dem Sinn des Lebens hat aber in Schule sehr wohl ihren Platz – in den Fächern und auch im Schulleben (vgl. S. 8). Das Bildungsziel „Ehrfurcht vor Gott“ legt darüber hinaus die Grundlage für ein menschliches Zusammenleben, das geprägt ist von der Achtung vor der religiösen Überzeugung anderer. Ein solches Zusammenleben basiert auf echter Toleranz und nicht auf Gleichgültigkeit.
3.2 Achtung vor der Würde des Menschen
Das absolute Ideal Achtung vor der Würde des Menschen ist ein naturrechtlich fundiertes Menschenrecht. Im Grundgesetz und in der Bayerischen Verfassung ist es fest verankert. „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie kann nicht verwirkt und darf nicht eingeschränkt werden. Die Würde des Menschen wird nur dann geachtet, wenn der Mensch sein Leben in Freiheit gestalten kann und wenn er jedem anderen diese Freiheit zu lassen bereit ist“ (ISB 2003, S. 16). Seinen Ausdruck findet dieser Wert u. a. in der Achtung bzw. im Respekt, mit dem man sich am Ort Schule begegnet oder darin, wie man übereinander spricht. Es geht nicht zuletzt auch darum, den anderen überhaupt wahrzunehmen und in seinen Stärken und Schwächen zu akzeptieren. Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme und Ehrlichkeit sind Konkretisierungen der Achtung vor der Würde des Menschen. Wenn Schüler sich z. B. für schwächere Schüler einsetzen, wird der Wert Menschenwürde mit Leben erfüllt. Auch die Schuldisziplin dient letztlich der Menschenwürde, indem sie die Entfaltung der Persönlichkeit von Lehrern und Schülern ermöglicht.
4 Werte im Unterricht
Alle Unterrichtsfächer enthalten Wertvorstellungen. Diese schlagen sich in den neueren Lehrplänen deutlich nieder. Natürlich gibt es Unterschiede im Grad der Wertorientierung. In Religion und Ethik, ebenso in Geschichte, Sozialkunde, Deutsch, Latein und Griechisch nehmen ethisch-philosophische Fragestellungen einen breiteren Raum ein als in anderen Fächern. In den naturwissenschaftlichen Fächern stellt sich die Frage nach der Verantwortung des Menschen in höchstem Maße. „Darf der Mensch alles, was er technisch vermag?“ Ziel allen Fachunterrichts ist es, die Urteilskraft der jungen Menschen zu entwickeln. Dazu gehört es auch, Maßstäbe für Gut und Böse, für Qualität und Ästhetik von Kunstwerken und Gegenständen des Alltags sowie für ethisch fundiertes Handeln zu finden. Die Richtlinien für fächerübergreifende Anliegen wie „Umweltbildung“, „Politische Bildung“, „Familien- und Sexualerziehung“ u. a. enthalten dezidiert wertorientierte Ansätze mit dem Ziel, bei den Schülern Werthaltungen wie Verantwortungsgefühl für Natur und Umwelt, für das Gemeinwohl, für den Partner etc. zu etablieren.
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