"Die Tinte des Schülers ist heiliger als das Blut des Kämpfers" - Eine bayerische Privatinitiative für Schulbildung in Afghanistan
Die meisten Schulen zerstört, Mädchen vom Unterricht ausgeschlossen, Frauen an einer Berufsausübung gehindert - Krieg und Bürgerkrieg sowie die sechs Jahre Terror-Regime der Taliban mit ihrem Steinzeit-Islam haben in Afghanistan eine Bildungswüste ohnegleichen hinterlassen. Eine private Initiative aus Bayern, die "Kinderhilfe Afghanistan" des Regensburger Arztes Dr. Reinhard Erös, 55, und seiner Frau Annette hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Teufelskreis aus mangelnder Bildung, Unterentwicklung und Krieg zu durchbrechen. Schulen aus Bayern helfen ihnen dabei.
Eröffnungsfeier der Sir-Peter-Ustinov-Schule in der Provinz Paghman
Der seit 2003 pensionierte Oberstarzt der Bundeswehr leistet in seiner Freizeit seit über 20 Jahren humanitäre Hilfe in Krisenregionen Afrikas und Asiens. Seit 1985 engagiert er sich besonders in und für Afghanistan. Dr. Erös ließ sich nach dem Einmarsch der Sowjetarmee für mehrere Jahre von der Bundeswehr unbezahlt beurlauben und lebte mit seiner Familie bis Ende 1990 in der afghanisch-pakistanischen Grenzstadt Peschawar. „Illegal“ und unter abenteuerlichen Bedingungen, ständiger Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt, überquerte er als ärztlicher Leiter einer deutschen Hilfsorganisation heimlich die Grenze und versorgte im Kriegsgebiet Kranke und Verletzte. Seine Frau Annette, Gymnasiallehrerin, gründete und leitete in diesen Jahren die „European School Peschawar“, eine Schule, an der Kinder aus westlichen Ländern gemeinsam mit afghanischen Flüchtlingskindern unterrichtet wurden.
Noch während des Taliban-Regimes gründete Dr. Erös 1998 mit seiner Frau und seinen fünf Kindern die „Kinderhilfe Afghanistan“. Seit Herbst 2001 wurden unter dem Dach dieser Familien-Initiative fünf Schulen in Afghanistan aufgebaut und komplett ausgestattet , darunter die größte Mädchenschule des Landes. An der „Allaei-Girls-High-School“ in Jalalabad, benannt nach einer mutigen Afghanin, die schon zu Beginn des 20. Jhs. Schulbildung für Mädchen gefordert und durchgesetzt hatte, werden heute 4000 Mädchen und junge Frauen unterrichtet. Seit März 2003 erhalten die Mädchen auch Ausbildung am PC, in der ersten Computerklasse Afghanistans. In der Bergregion von Tora Bora konnte Dr. Erös erst vor wenigen Wochen eine gemischte Dorfschule für 1000 Kinder eröffnen.
Die „Kinderhilfe Afghanistan“ bezahlt die Gehälter der Lehrer, beschafft Lehr- und Lernmaterial und organisiert Schulspeisungen.
Fünf weitere Schulen sind derzeit im Entstehen. Ganz gezielt forciert die „Kinderhilfe Afghanistan“ dabei den Aufbau von Schulen in den besonders gefährlichen und daher von den meisten Hilfsorganisationen gemiedenen Ostprovinzen des Landes, den einstigen Hochburgen von Taliban und Al Qaida. Damit setzt Dr. Erös bewusst einen Kontrapunkt zur derzeitigen Politik der UNO und der Bundesregierung, deren Gelder für den Wiederaufbau des Landes fast ausschließlich in die Hauptstadt Kabul fließen.
Schon 1924 war in Kabul ein deutsches Gymnasium gegründet worden, die Amani-Oberrealschule, die über sechs Jahrzehnte als die beste Schule des Landes galt. Bis in die 80er-Jahre war Deutsch die in Afghanistan am häufigsten gesprochene Fremdsprache. Mit ihren Aktivitäten zur Förderung von Bildung und Erziehung knüpft die „Kinderhilfe Afghanistan“ also an die traditionell guten Beziehungen zwischen Deutschland und Afghanistan an.
Noch während des Taliban-Regimes gründete Dr. Erös 1998 mit seiner Frau und seinen fünf Kindern die „Kinderhilfe Afghanistan“. Seit Herbst 2001 wurden unter dem Dach dieser Familien-Initiative fünf Schulen in Afghanistan aufgebaut und komplett ausgestattet , darunter die größte Mädchenschule des Landes. An der „Allaei-Girls-High-School“ in Jalalabad, benannt nach einer mutigen Afghanin, die schon zu Beginn des 20. Jhs. Schulbildung für Mädchen gefordert und durchgesetzt hatte, werden heute 4000 Mädchen und junge Frauen unterrichtet. Seit März 2003 erhalten die Mädchen auch Ausbildung am PC, in der ersten Computerklasse Afghanistans. In der Bergregion von Tora Bora konnte Dr. Erös erst vor wenigen Wochen eine gemischte Dorfschule für 1000 Kinder eröffnen.
Die „Kinderhilfe Afghanistan“ bezahlt die Gehälter der Lehrer, beschafft Lehr- und Lernmaterial und organisiert Schulspeisungen.
Fünf weitere Schulen sind derzeit im Entstehen. Ganz gezielt forciert die „Kinderhilfe Afghanistan“ dabei den Aufbau von Schulen in den besonders gefährlichen und daher von den meisten Hilfsorganisationen gemiedenen Ostprovinzen des Landes, den einstigen Hochburgen von Taliban und Al Qaida. Damit setzt Dr. Erös bewusst einen Kontrapunkt zur derzeitigen Politik der UNO und der Bundesregierung, deren Gelder für den Wiederaufbau des Landes fast ausschließlich in die Hauptstadt Kabul fließen.
Schon 1924 war in Kabul ein deutsches Gymnasium gegründet worden, die Amani-Oberrealschule, die über sechs Jahrzehnte als die beste Schule des Landes galt. Bis in die 80er-Jahre war Deutsch die in Afghanistan am häufigsten gesprochene Fremdsprache. Mit ihren Aktivitäten zur Förderung von Bildung und Erziehung knüpft die „Kinderhilfe Afghanistan“ also an die traditionell guten Beziehungen zwischen Deutschland und Afghanistan an.
Dr. Reinhard Erös und seine Frau Annette mit Schulkindern
Die „Kinderhilfe Afghanistan“ arbeitet ohne öffentliche Fördermittel. Alles ist privat und über Spendengelder finanziert. Annette und Reinhard Erös halten - ohne Honorar - regelmäßig Vorträge an Schulen (aller Art). Die Resonanz ist enorm: Über 100 Schulen haben Dr. Erös in den vergangenen Monaten zu Vorträgen eingeladen und unterstützen seine Arbeit.
Inzwischen werden sogar Patenschaften mit afghanischen Klassen und Schulen geschlossen, z. B. im Jahr 2002 zwischen der Mädchenschule in Jalalabad und dem Gymnasium Neutraubling. Bayerische Lehrerkollegien erklären sich zu Paten ihrer afghanischen Kollegen und bezahlen deren Gehälter (€ 50.- pro Monat); Schüler organisieren Benefizkonzerte und Sponsorenläufe, verkaufen selbst gemachte Waren und ermöglichen damit inzwischen Tausenden von afghanischen Kindern den Besuch einer Schule (€ 30.- pro Kind pro Jahr).
In seinem Buch „Tee mit dem Teufel“ (Hoffman & Campe 2002, € 19,90) schildert Dr. Erös seine Erlebnisse und die Geschichte Afghanistans der vergangenen zwei Jahrzehnte spannend und zugleich lehrreich. Er macht dabei deutlich, dass auch perfekt geplante Entwicklungsprojekte zum Scheitern verurteilt sind, wenn es den Helfern nicht gelingt, die Kultur des fremden Landes in das eigene Denken und Handeln einzubeziehen.
Ohne Bildung keine Entwicklung und ohne Entwicklung kein Frieden. Deshalb steht über jeder Schule der „Kinderhilfe Afghanistan“ der Koranvers „Die Tinte des Schülers ist heiliger als das Blut des Kämpfers und Märtyrers“.
Inzwischen werden sogar Patenschaften mit afghanischen Klassen und Schulen geschlossen, z. B. im Jahr 2002 zwischen der Mädchenschule in Jalalabad und dem Gymnasium Neutraubling. Bayerische Lehrerkollegien erklären sich zu Paten ihrer afghanischen Kollegen und bezahlen deren Gehälter (€ 50.- pro Monat); Schüler organisieren Benefizkonzerte und Sponsorenläufe, verkaufen selbst gemachte Waren und ermöglichen damit inzwischen Tausenden von afghanischen Kindern den Besuch einer Schule (€ 30.- pro Kind pro Jahr).
In seinem Buch „Tee mit dem Teufel“ (Hoffman & Campe 2002, € 19,90) schildert Dr. Erös seine Erlebnisse und die Geschichte Afghanistans der vergangenen zwei Jahrzehnte spannend und zugleich lehrreich. Er macht dabei deutlich, dass auch perfekt geplante Entwicklungsprojekte zum Scheitern verurteilt sind, wenn es den Helfern nicht gelingt, die Kultur des fremden Landes in das eigene Denken und Handeln einzubeziehen.
Ohne Bildung keine Entwicklung und ohne Entwicklung kein Frieden. Deshalb steht über jeder Schule der „Kinderhilfe Afghanistan“ der Koranvers „Die Tinte des Schülers ist heiliger als das Blut des Kämpfers und Märtyrers“.
Kontakt:
Dr. Reinhard und Annette Erös
c/o Kinderhilfe Afghanistan
Im Anger 24
93098 Mintraching
Fax: 09406/90561
E-Mail: eroesbavaria@t-online.de
Internet: www.kinderhilfe-afghanistan.de
Dr. Reinhard und Annette Erös
c/o Kinderhilfe Afghanistan
Im Anger 24
93098 Mintraching
Fax: 09406/90561
E-Mail: eroesbavaria@t-online.de
Internet: www.kinderhilfe-afghanistan.de